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Dax geht zum Wochenausklang erneut auf Tauchstation

Dax geht zum Wochenausklang erneut auf Tauchstation
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Der Dax kommt nicht zur Ruhe. Zwar konnte der Deutsche Leitindex in der zurückliegenden Handelswoche unterm Strich ein leichtes Plus von 0,6 Prozent verbuchen – doch insbesondere der Wochenausklang am Freitag dürfte Anlegern Kopfzerbrechen bereitet haben.

Mit einem Tagesverlust von 1,5 Prozent verabschiedete sich das Barometer letztlich ins Wochenende und konnte sich dabei nur knapp oberhalb der Marke von 15.000 Zählern behaupten. Ob das in der neuen Handelswoche noch einmal gelingt, scheint mehr als fraglich.

Kriegsrhetorik sorgt für fallende Kurse

Es sind insbesondere geopolitische Risikofaktoren, die am Parkett für Nervosität sorgen: Seit Wochen spitzt sich die Kriegsrhetorik zu. Washington warnt vor einer militärischen Eskalation in der Ukraine, Moskau versucht zu beschwichtigen, lässt aber zugleich Truppen aufmarschieren und entlang der russisch-ukrainischen Grenze Manöver abhalten.

Joe Biden ist überzeugt: Wladimir Putin plant einen Einmarsch in die Ukraine, ein Krieg steht kurz bevor. Ob es sich dabei um rein rhetorisches Säbelrasseln handelt oder tatsächlich substanzielle Informationen den Verdacht untermauern, ist für Börsianer schon fast zweitrangig – allein die Bedrohung reicht schon aus, um die Kurse auf Talfahrt zu schicken.

Gesamte Dax-Familie beendet Freitagshandel tiefrot

Das gilt indes nicht nur für den Dax, sondern auch für die zweite und dritte Reihe der Indexfamilie: So verzeichnete der MDax, in dem die mittelgroßen Werte gelistet sind, zwar ein Wochenplus von 1,9 Prozent, rutschte am Freitag aber ebenfalls um 1,3 Prozentpunkte in die Verlustzone und schloss unterhalb von 33.000 Punkten.

Ein ähnliches Bild liefert der SDax, in dem Aktien kleinerer deutscher Unternehmen zusammengefasst sind: Unterm Strich der Handelswoche steht ein Plus von 1 Prozent, am Freitag jedoch ging es um 2,1 Prozentpunkte abwärts auf unter 14.600 Punkte. Noch schwächer fällt die Bilanz für den TecDax aus, der Werte aus der deutschen Tech-Branche versammelt: Hier bescherte der Tagesverlust von 2,2 Prozent am Freitag dem Index ein Wochenminus von 1,1 Prozent und einen Schlusskurs von 3.213 Zählern.

Wall Street verbucht erneut verlustreiche Handelswoche

Auch jenseits von Frankfurt sah es zuletzt nicht besser aus: Der EuroStoxx 50 gab am Freitag um 1 Prozent nach und verbucht auf Wochensicht einen Rückgang um 1,2 Prozent auf unter 4.100 Punkte.  An der Wall Street herrscht ebenfalls Ausverkaufsstimmung: Der Dow Jones schloss am Freitag 0,7 Prozent leichter, die Technologiebörse Nasdaq verbuchte einen Tagesverlust von 1,2 Prozent und der breiter gefasste S&P 500 gab um 0,7 Prozent nach.

Im Gegensatz zu den meisten Frankfurter Indizes landeten die US-Börsen zudem auch auf Wochensicht allesamt in der Verlustzone und gaben im Verlauf der zurückliegenden Handelswoche zwischen 1,4 und 1,8 Prozent nach.

Schlechtes Jahr für Anleger

Damit setzt sich der Trend fort, der bereits seit Beginn des Jahres die Börsen rund um den Globus dominiert: Es herrscht eine hohe Volatilität, ein nervöses auf und ab, mit klarer Tendenz nach unten. Der Dax hat seit Jahresbeginn mehr als 6 Prozent oder fast 1.000 Punkte verloren, für den Dow Jones ging es fast 7 Prozentpunkte bergab.

Der EuroStoxx 50 hat seit Jahresbeginn knapp 6 Prozent eingebüßt und kommt damit noch deutlich glimpflicher davon als der S&P 500, bei dem sich das Minus 2022 bis dato auf knapp 10 Prozent summiert. Die schwächste Bilanz verzeichnen ausgerechnet die sonst erfolgsverwöhnten US-Technologiewerte: Der Nasdaq verliert seit Jahresanfang fast 15 Prozent.

Genug Probleme – auch ohne Ukraine-Krieg

Insgesamt haben Anleger also in den vergangenen Wochen etliche Milliarden an Börsenkapital verloren. Der Abwärtstrend hatte sich jedoch schon vor der rhetorischen Eskalation im Ukraine-Konflikt festgesetzt: Die anhaltende Inflation, explodierende Preise für Energie und Rohstoffe, Materialmangel und Lieferengpässe sowie die Sorge mit Blick auf die Geld- und Zinspolitik der Notenbanken haben – gemeinsam mit der noch immer nicht ausgestandenen Corona-Pandemie – bereits genug Grund zur Sorge geliefert.

Ein Krieg in der Ukraine ist dementsprechend das Letzte, was man an der Börse zurzeit gebrauchen kann – und nicht nur dort.