DAX kämpft mit der 200-Tage-Linie

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Die neue Corona-Mutation hat für einen deutlichen Rücksetzer gesorgt. Ich nehme die Charttechnik des DAX für Sie unter die Lupe. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Am “Black Friday” hatte der DAX mit einem Minus von über 4% den größten Tagesverlust seit mehr als einem Jahr hinnehmen müssen. Die neue Omikron-Variante, die die ohnehin dramatische Corona-Lage weiter verschärft, hatte vor allem bei den deutschen Anlegern für eine kleine Panikattacke gesorgt.

An der Wall Street fiel die Reaktion dagegen recht moderat aus. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die deutschen Anleger hypernervös sind, wenn es an den Börsen mal etwas holprig wird. Ich möchte heute für Sie einen Blick auf die charttechnische Lage des DAX werfen.

Inflationszahlen belasten

Auf den Kursrutsch am Freitag folgte zum Wochenauftakt zunächst eine Gegenbewegung. Der DAX startete mit einem Aufschlag von mehr als 1% bei über 15.400 Punkten in den Handel. Die Erholung kam aber schnell ins Stocken und der DAX drehte wieder nach unten ab.

Dafür verantwortlich waren auch die aktuellen Inflationszahlen. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts ist die Inflationsrate im November von 4,5 auf 5,2% geklettert. Dies ist der höchste Stand seit Mitte 1992, also seit fast drei Jahrzehnten. Der Anstieg war zwar keine große Überraschung, trug aber natürlich nicht gerade zur Stimmungsaufhellung unter den Anlegern bei.

DAX kämpft mit der 200-Tage-Linie

Zum Handelsende lag der DAX nur noch 0,2% über dem Schlussstand vom Freitag. Damit schloss der Index wieder unter der 200-Tage-Linie, die am Freitag bereits unterschritten und im gestrigen Handelsverlauf zeitweise wieder zurückerobert worden war.

Die Tatsache, dass der Gleitende Durchschnitt, der den mittelfristigen Trend anzeigt, leicht unterschritten wurde, ist noch kein Grund zur Sorge. Eine ähnliche Situation hatten wir schon Anfang Oktober wie auch Ende Oktober/Anfang November 2020. Auch da fiel der DAX zeitweise unter die 200-Tage-Linie zurück, um alsbald nach oben zu drehen und seinen Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Im Chart habe ich dies für Sie eingekreist.

Positiv stimmt mich auch die Tatsache, dass der DAX bislang als einziger ein wenig aus dem Rahmen fällt. Der MDAX schloss gestern – wenn auch nur knapp – über der Durchschnittslinie und zeigt sich auch heute robust. Der TecDAX liegt – ebenso wie die US-Indizes – weiterhin sehr deutlich über der 200-Tage-Linie.

Die Chancen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bleiben gut

Selbst wenn der DAX es nicht schaffen sollte, den Gleitenden Durchschnitt umgehend zurückzuerobern, wäre das kein Beinbruch. Denn die nächsten charttechnischen Unterstützungen sind nicht weit. Neben der 15.000er-Marke, die im heutigen Handel erst einmal gehalten hat, befindet sich vor allem bei rund 14.800 Punkten eine sehr solide Haltezone.

Ich sehe gute Chancen, dass der aktuelle Rücksetzer spätestens in dieser Region sein Ende findet. Insgesamt ist die Korrektur für den Aktienmarkt sogar positiv. Denn nachdem die Stimmung zuletzt etwas zu gut war, schafft der kleine Dämpfer wieder Luft für weitere Kurssteigerungen. Alles in allem sehe ich gute Chancen, dass der übergeordnete Aufwärtstrend nach einem kurzen Luftholen bald seine Fortsetzung findet.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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