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Dax startet geschwächt in verkürzte Handelswoche

Dax startet geschwächt in verkürzte Handelswoche
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Kurz vor den Osterfeiertagen ist die Stimmung am Parkett gedämpft. Zum Wochenauftakt startete der Dax im Minus. Zuvor hatte es von den asiatischen Märkten negative Impulse gegeben, dort rutschten mehrere wichtige Indizes ebenfalls deutlich ab.

Schlechte Vorzeichen aus China

In China sind es vor allem die anhaltenden und strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Ausbreitung, die Anlegern auf den Magen schlagen. So befindet sich die Wirtschafts- und Handelsmetropole Shanghai, die neben dem bedeutenden Finanzplatz auch den größten Containerhafen der Welt beheimatet, bereits seit Ende März im Lockdown – zumindest teilweise.

In zwei zeitlich getrennten Phasen soll dort die gesamte Bevölkerung durchgetestet werden. Ein Mammutunterfangen, schließlich zählt die bevölkerungsreichste Stadt Chinas rund 26 Millionen Einwohner.

Ukraine-Krieg dominiert europäisches Tagesgeschehen

In Europa hingegen ist die Pandemie in den vergangenen Wochen in den Hintergrund gerückt, stattdessen dominiert der Krieg in der Ukraine das Tagesgeschehen. Der russische Einmarsch hat schon jetzt wirtschaftliche Auswirkungen für den Rest Europas, etwa mit Blick auf die verhängten Sanktionen oder unterbrochene Lieferketten. Vielen Unternehmen mangelt es an Rohstoffen, Vorprodukten oder auch Logistikpersonal – Probleme, die schon vor Beginn des Krieges bestanden, werden nun noch einmal verschärft.

Sollte sich die politisch lauter werdende Forderung nach einem Importstopp russischer Rohstoffe zur Energiegewinnung durchsetzen, hätte das noch einmal zusätzliche, schwer absehbare Effekte zur Folge.

US-Notenbank strafft Geldpolitik deutlich

Auch aus den USA kommen aus Anlegersicht derzeit wenig erbauliche Nachrichten. Dort hat die Notenbank bekanntlich mit einer zügigen Straffung ihrer Geldpolitik begonnen. Das Anleihekaufprogramm ist vorzeitig ausgelaufen, die erste Zinserhöhung seit 2018 wurde ebenfalls bereits vollzogen. Weitere Zinsschritte wurden für den Verlauf des Jahres angekündigt.

Dadurch wird den Aktienmärkten Liquidität entzogen, zugleich werden alternative Anlageprodukte wie etwa Staatsanleihen attraktiver. Beides trägt dazu bei, die seit Jahren anhaltende Börsenrally ins Stocken zu bringen. Das bekommen an der Wall Street vor allem Technologiewerte zu spüren: Der Tech-Index Nasdaq-100 hat seit Beginn des Jahres bereits mehr als 10 Prozent verloren, auch in der zurückliegenden Handelswoche ging es abwärts.

Rezessionsangst nimmt zu

Angesichts der unsicheren Gemengelage und der drastisch anziehenden Geldpolitik seitens der Federal Reserve warnen inzwischen immer mehr Ökonomen vor einem Abgleiten der US-Wirtschaft in eine Rezession. Als erstes hatte dieses Szenario in der vergangenen Woche die Deutsche Bank für den Sommer skizziert, inzwischen sieht auch die Bank of America ein gesteigertes Risiko für eine Rezession in den Vereinigten Staaten.

Wenig Überraschendes brachte indes die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich am Sonntag. Hier zogen – wie erwartet – Präsident Emmanuel Macron und seine rechtspopulistische Kontrahentin Marine Le Pen in die Stichwahl ein. Dasselbe Duell ging vor fünf Jahren zugunsten des damaligen Newcomers aus, dessen Chancen auch jetzt als hoch gelten: Nahezu alle unterlegenen Kandidaten der ersten Wahlrunde riefen nun dazu auf, in der zweiten Runde für Macron zu stimmen.

Für den Dax sind das in der wegen Karfreitag verkürzten Handelswoche insgesamt keine sonderlich ermutigenden Vorzeichen, Anleger sollten sich gerade vor dem Hintergrund der Geschehnisse in China, den USA und der Ukraine auf weitere Kursverluste einstellen.