Hätten wir beinahe den Bärenmarkt beendet?

Hätten wir beinahe den Bärenmarkt beendet?
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Am Freitag hatte ich Sie noch davor gewarnt: Einige Profis sehen aktuell einen gewaltige Bullenfalle aufziehen. Sogar der Volatilitätsindex zeigte, wie sehr es Richtung Ende des Bärenmarktes ging!

VIX im Tageschart

Wir sind immer noch gefangen im Dreieck. Am Freitag lief die rote Kerze aus diesem Muster heraus. Doch heute gab es im VIX erneut einen Anstieg. 6 Prozent ging es nach oben. Und schon sind wir wieder im Dreieck drin.

(Quelle: Tradingview.com)

Der kurze Ausbruch nach unten reicht also überhaupt nicht. Wir müssen nachhaltig nach unten herausfallen. Das heißt, wir müssen mehr als einen Tag dort bleiben. Oder noch besser: Einfach einmal das Dreieck von unten anlaufen und nach unten wieder abprallen. Das wäre ein richtiges Zeichen. Dann könnten wir langsam umdenken und uns mittelfristig von fallenden Kursen verabschieden.

In Blau sehen Sie die EMA 200. Diese war selten ein Wendepunkt. An dieser prallten die Kurse ab und zu einmal wieder nach oben. Ein Garant für das Trading oder ein Anhaltspunkt ist diese Linie der letzten 200 Tage aber nicht. Zu oft rauschen die Kurse einfach durch. Vielleicht ist die Chance 50:50. Insofern für das Trading eher nutzlos.

Kommt jetzt der nächste Abverkauf?

Würde eigentlich passen, oder? Wir sind am unteren Ende des Dreiecks im VIX. Jetzt könnte die Untersicherheit wieder steigen, die Kurse des VIX steigen und damit die Aktienkurse fallen. So würde zumindest ein Schuh daraus. Wir sind ja auch schon wieder einige Zeit nach oben laufen.

Der S&P 500 ist vielleicht bei 4.160 oder 4.200 Punkten am bullischen Limit angekommen. Wie gesagt – für den Fall, dass jetzt das bärische Szenario erfüllt wird und der VIX wieder steigt.

Dann kann der S&P 500 wieder einige hundert Punkte abgeben; der DAX könnte leicht unter die 13.000 Punkte fallen.

Wir sind an einem interessanten Punkt angekommen. Wird jetzt wieder alles gut? Die Charts bei NASDAQ 100 und Bitcoin machen höhere Hochs. Zur selben Zeit fallen WTI und Brent Rohöl-Preise auf wichtige Unterstützungen.

Das bullische Szenario steht quasi vor der Tür. Wir müssen es nur reinlassen. Dann könnte Öl weiter fallen. Die Indizes weiter aufdrehen und wichtige Hürden hinter sich lassen. Das kann jetzt genauso passieren. Also „genauso“ im Sinne von „die Charts machen es möglich“. Dass wir jetzt geopolitisch Ruhe bekommen, die Inflation verpufft und überall Frieden herrscht, sehe ich in den nächsten Wochen leider nicht.

Insofern darf der Markt zwar gerne steigen, aber wir brauchen dazu noch einen Katalysator. Eine richtige Begründung, warum jetzt die Aussicht besser ist. Klar, wir haben noch Zwischenwahlen im Herbst. Vermutlich werden davor die Kurse noch einmal geschönt – das kommt beim Wähler ohne Gedächtnis immer gut an. Aber bis zum 8. November ist es noch ein wenig hin. Dann erst sind die Midterms. Die nächsten Tage sollten uns vorerst die Richtung aufzeigen.