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Ist das Schlimmste schon wieder vorbei?

Inhaltsverzeichnis

Die russischen Truppen sind in Kiew angekommen. Die Börse feiert. Wie passt das zusammen? Putin hat inzwischen eingelenkt und gesagt, er sei jetzt verhandlungsbereit mit der Ukraine. Dann können wenige Tage Krieg gereicht haben, um jetzt wieder Frieden herzustellen? Das wird uns Putin beweisen müssen. Nach Verhandlungen sieht das bisher noch nicht aus.

Dennoch springt der DAX heute um 3 Prozent nach oben! Die US-Indizes sind etwas verhaltener: Hier stiegen die Kurse um rund 1 Prozent. Gold stürzt massiv ab. Gestern standen wir kurz über der 1.970er Marke. Aktuell kostet eine Unze Gold nur noch 1.886 US-Dollar! Hier deutet also vieles in Richtung Entspannung der Lage.

Ob das die Leute in der Ukraine auch so sehen, dürfen wir wohl bezweifeln. Da hängen Schicksale in der Luft und entschieden ist noch überhaupt nichts. Nur weil die Börse einen Tag Party macht, weil kein 3. Weltkrieg im Raum steht, ist die humanitäre Lage vor Ort weiterhin kritisch.

Deshalb sollten Sie jetzt keine Gazprom-Aktien kaufen

Schauen wir uns den Tageschart an, gibt es offensichtlich gute Gründe, jetzt hier einzusteigen. Wir haben endlich die Verkaufsübertreibung gehabt und heute ihr Ende. Deshalb der blaue Punkt im Chart. Auch war das alles in einem Bereich, der regelmäßig das Tief von Gazprom markierte. Doch was nützt uns das schönste Trading-Setup, wenn uns am Ende ein Riegel davorgeschoben wird?

(Quelle: Tradingview.com)

Welcher Riegel? Nun, das ist jetzt reine Spekulation von mir, aber die Sanktionen für Russland sind allgegenwärtig. Wir haben den Regler noch nicht auf Maximum geschoben, damit noch ein wenig Verhandlungsspielraum mit Russland bleibt. Stichwort: SWIFT. Russland darf noch Geld transferieren. Aber es könnte durchaus sein, dass wir in Zukunft die russischen Aktien nicht mehr handeln können.

Wenn der Westen den russischen Banken den Zugang zum internationalen Währungsmarkt verweigert – warum sollten wir dann russische Aktien handeln dürfen? Das ist wie gesagt nicht fix, aber meiner Meinung nach auch nicht unmöglich.

Schließlich sollen jetzt auch Unternehmen darunter leiden, die mit Russland Geschäfte machen. Wenn dann kein Geld mehr aus Russland fließt und die Rechnungen offen bleiben – warum sollten wir dann russische Aktien handeln dürfen? Ich bin gespannt, ob das in diese Richtung verläuft. Oder ob das überhaupt ein Thema wird. Schließlich können Sie sich jetzt auch die Frage stellen, ob Sie staatliche russischen Unternehmen finanzieren wollen? Profite auf Teufel komm raus?

Aber selbst dann. Schauen wir uns den Chart noch einmal an. Wir standen jetzt bei etwa 3,70 Euro im Tief und aktuell bei 4,80 Euro. Wenn die üblichen Hochs der letzten Jahre wieder erreicht würden, stünde die Aktie dann bei 8 Euro. Das sind nicht einmal 100 Prozent Gewinn. Wenn die Kurse überhaupt demnächst wieder so hoch steigen werden. Dazu das Risiko, dass Sie vielleicht die Aktie nicht mehr handeln können. Das schreit alles nicht nach einer guten Handelsidee.

Warten wir das Wochenende ab. Was die nächsten 72 Stunden passiert, kann die Börse am Montag schon wieder durcheinanderwirbeln. Heute gibt es wenig Gründe sein Geld zu investieren. Noch ist die Situation viel zu unklar. Klar ist bislang nur, dass sich die NATO aus der Ukraine heraushalten wird.