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Kein Zeichen von Ruhe: Gold startet durch und DAX am Scheidepunkt

Kein Zeichen von Ruhe: Gold startet durch und DAX am Scheidepunkt
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Inhaltsverzeichnis

Es rasseln die Säbel am rauschenden Dnepr. So heißt der größte Fluss der Ukraine. 2.201km lang. Jetzt haben Sie das auch einmal gelesen. Dnepr, Schlepper, Bauernfänger. Was wird da eigentlich gespielt? Putin zieht seine Truppen teilweise ab. Heute kommen dann wieder Meldungen, dass Russland Atomraketen testen will.

Währenddessen wird hierzulande über die Semantik diskutiert. Sollte es nicht lieber Russland-Krise anstatt Ukraine-Krise heißen? Da sehen Sie einmal, wie wir involviert sind. Wir haben Zeit uns über so etwas Gedanken zu machen, während die Ukraine sich auf einen Luftangriff vorbereitet und 5.000 Luftschutzräume einrichtet. Schon wieder diese Zahl…

Dementsprechend ist auch Ende dieser Woche noch keine Ruhe oder Entscheidung zu sehen. Die Börsen quittieren das mit eindeutigen Wegen. Die Indizes laufen etwas nach unten – Gold steigt weiter.

Gold im Tageschart

Das Dreieck wird nach oben verlassen. Wir können somit – wenn wir keinen Fehlausbruch der politischen Art erleben – in den meisten Fällen mit Kursen Richtung 2.000 US-Dollar rechnen. Allerdings sollte jetzt dazu das letzte Hoch bei 1.916 US-Dollar geknackt werden. Dann könnte es richtig Auftrieb geben.

(Quelle: Tradingview.com)

Im Tageschart gibt es keine Übertreibungen auf der Kauf- oder Verkaufsseite. Die sehen wir erst im 4-Stunden-Chart. Aktuell haben wir in diesem kleineren Zeitfenster bereits 2 Kaufübertreibungen hinter uns. Das war in der Vergangenheit bei Gold allerdings selten ein Signal für fallende Kurse.

In nur 4 von etwa 16 Fällen seit 2020, markierte eine derartige Kaufübertreibung im 4-Stunden-Chart ein Hoch. Insofern können wir davon ausgehen, dass dies alleine nicht reichen wird, um die Kurse aktuell einzubremsen. Dazu müsste sich die geopolitische Lage entspannen. Danach sieht es derzeit leider (noch) nicht aus.

DAX im Tageschart

Besser hätte ich es nicht planen können. Der Bereich um die 15.000 Punkte dient dem DAX als Sicherheitszone. Fallen wir hier runter, kann es schnell ungemütlich werden. Aber weil in der Russland-Krise noch nichts passiert ist, dass die Börsen wirklich in Panik versetzt, notieren wir über dieser Marke. Oder zumindest nicht wesentlich darunter.

(Quelle: Tradingview.com)

Deshalb müssen wir jetzt einfach weiter warten. Die Kurse werden nicht auf 16.000 Punkte steigen, solange die Ukraine-Krise nicht geklärt ist. Es gibt allerdings auch wenig Gründe für einen starken Abverkauf, wenn wir noch die Hoffnung haben können, dass dort eh nichts passiert.

Ist das Putins Plan? Die Aktienmärkte lahmzulegen und den West schachmatt zu setzen? Würde mich wundern, wenn die Preise von Amazon und Apple seine größten Sorgen sind.

Aber warum in die Ferne schweifen, wenn die Probleme liegen so nah?

Gerade kam noch die Eilmeldung rein, dass gegen unseren Kanzler Strafanzeige erstattet wurde. Konkret geht es natürlich um das Thema Steuerhinterziehung im Cum-Ex-Skandal. Ihm wird dazu noch falsche uneidliche Aussage vorgeworfen. Dann können wir unserem Kanzler nur wünschen, dass das Thema Ukraine mehr Fahrt aufnimmt. Wenn jetzt die Corona-Maßnahmen schon zurückgefahren werden, gäbe es sonst eher wenige Themen, die von der Strafanzeige ablenken können.

Aber ich gehe in diesem Fall sogar noch mehr von dem letztens beschriebenen Motto aus. „Da passiert sowieso nichts.“ Als würde sich Deutschland einen Kanzler wählen und dann nachträglich dessen Skandale aufarbeiten. Wie sieht das denn aus? Das geht doch nicht.