Kündigt sich hier ein neuer Crash an? Verdächtiger Chart des S&P500

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Nehmen Sie ruhig die Strecke nach oben weiterhin mit. Doch sichern Sie sich Ihre Gewinne mit Stops ab, damit Sie geschützt sind. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.“ Das hat der Kollege Twain schon vor einiger Zeit festgestellt. Bestätigt jetzt der S&P500 diese Aussage?

Was wir hier sehen, ist ein sich verdächtig reimendes Chartbild. Wenn der Index diesem Muster folgt, erleben wir bald einen Crash von 25 Prozent – vielleicht sogar noch mehr.

S&P500 im Tageschart

Wir befinden uns schon wieder in einem Aufwärtskanal. Aus so einem sind wir Anfang 2020 nach unten ausgebrochen und haben deutlich korrigiert.

Die grüne EMA-200 im Tageschart hat damals nicht gehalten. Drei Tage notierte der S&P500 unter der gewichteten Durchschnittslinie. Falls wir jetzt nur bis zur Linie fallen sollten, wären das aus jetziger Sicht bereits 25 Prozent. Da muss nicht Schluss sein. Das hat der März letzten Jahres gezeigt.

Es könnten also auch mehr also 30 Prozent sein, die wir jetzt bei einem Crash von den Kursen abziehen müssen. Die gute Nachricht: Es gibt noch keine Anzeichen für fallende Kurse.

Bullischer Trend bleibt intakt

Solange wir immer wieder neue Allzeithochs machen, ist der obige Chart aber nur Wunschdenken von den Anlegern, die gerne einen Crash sehen würden. Klar, wir sind schon wieder eine schöne Strecke nach oben gelaufen. Eine Korrektur würde dem Markt gut tun. Günstig nachkaufen, ist immer attraktiv.

Doch wir brauchen schon übergeordnet einen Grund, warum es jetzt derart nach unten rauschen sollte. Covid-19 ist eingepreist. Die neuen Mutationen des Virus klingen in den Nachrichten teils gefährlich. Nur offenbar fehlt die wirkliche Bedrohung. Der Markt wird nicht in die Knie gehen, wenn wir noch eine Welle spielen. Das sind wir inzwischen gewohnt. Die Profiteure der Krise sind bereits gut gestiegen. Der Rest hat sich bisschen erholt, ist aber von starken Kursen weit entfernt.

Dazu kommt die unveränderte Politik der Notenbanken. Es wird gestützt, wo es nur geht. Dass die Rohstoffpreise jetzt anziehen, ist eine Chance für fallende Kurse. Aber nur weil die Inflation durch höhere Kosten bei Benzin, Metallen und Nahrung steigt, wird der S&P500 nicht gleich 25 Prozent nachgeben.

Schwarzer Schwan im Anmarsch?

Es ist also nicht offensichtlich, warum es zu einem Crash kommen sollte. Das ist oft so. Es geht immer weiter nach oben. Wir erinnern uns auch an die Dot-Com-Blase 1999/2000. Dort sind auch jede Menge neue Anleger in den Markt gezogen worden und waren massiv long positioniert. Eine ähnliche Phase haben wir aktuell auch.

Der Gag ist dabei allerdings, dass das momentane Geschehen noch eine ganze Weile so weitergehen kann. Wann der Stecker gezogen wird, ist dabei selten punktgenau zu bestimmen. Für Sie als Faustregel sollte jetzt jedoch gelten: Nehmen Sie ruhig die Strecke nach oben weiterhin mit. Doch sichern Sie sich Ihre Gewinne mit Stops ab, damit Sie geschützt sind. Sollte es tatsächlich einen ähnlichen Crash geben, wie oben im Chart zu sehen, sind Sie jetzt darauf eingestellt.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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