Neue Regierung – wie reagiert der DAX?

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Lassen Sie sich von der Wahl und möglichen Farbkombinationen nicht verunsichern, was Ihr Depot angeht. Das wird jetzt alles viel heißer gekocht, als es gegessen wird. (Foto: Deutsche Börse AG)

Meine Risikowette auf Söder als Kanzler ging nach hinten los. Hätte ja sein können. Jetzt hat die Union die Quittung bekommen und muss darauf hoffen, dass Grüne und FDP sich für Schwarz als Koalitionspartner entscheiden. So sieht es aktuell wohl aus: Grün und Gelb werden regieren, die Frage ist nur mit wem: Rot oder Schwarz.

Wäre vermutlich einfacher gewesen kurz in den sauren Apfel zu beißen und Laschet vom Stuhl zu nehmen und Söder hinzusetzen. Aber was weiß ich schon. Darum geht es auch gar nicht. Oftmals wirkt sich die Regierung nämlich viel weniger auf den Aktienmarkt aus, als viele denken mögen.

Klar, wenn Grün viel mitbestimmen darf, kann es schon sein, dass einige Branchen eher gefördert werden und deshalb boomen können. Andere bekommen dafür einen auf den Deckel. Aber selbst das müssen erstmal abwarten. Als die FDP das letzte Mal mitspielen durfte, hatte sich deren Letztes Jahr war es übrigens völlig egal, welche Regierung wo im Amt war. Corona hatte Vorfahrt und die Börse bestimmt.

Insofern ist das jetzt bei vielen Agenturen trotzdem eine Nachrichtenmeldung wert, wie wohl der DAX auf welche Konstellation reagieren wird. Aber das ist Kaffeesatzleserei. Vor allem, weil wir jetzt auch erst einmal ein paar Tage, Wochen oder sogar Monate ohne neue Regierung dastehen können. Das war letztes Mal auch so, als die SPD unbedingt in die Opposition wollte. Das Leben ging trotzdem weiter – auch ohne Regierung. Die Börse übrigens auch.

DAX im 4-Stunden-Chart

Kerzen im Chart sagen mehr als tausend hohle Wahlversprechen. Werfen wir einfach einen Blick auf den nackten DAX in Form des Xetra. Mit reichlich Kurslücken, wie wir das vom DAX so kennen.

Die Tendenz ist offenbar leicht südlich. Zumindest ergibt sich da ein kleiner Trend. Das Kaufsignal aus Kombination von blauen Punkt und höherem RSI hat auch hier voll getroffen. Ich hatte es ja im Dow Jones mitgenommen. Wer jetzt noch long ist, sollte sich überlegen, Gewinne mitzunehmen. Momentan ist die Trendlinie der Deckel im DAX. Höher geht es erst einmal nicht. Wenn, dann vermutlich wie immer per Gap.

Übergeordnetes Bild für die Märkte

Ich hatte Ihnen ja schon einmal geschrieben, dass mir noch die letzte richtige Rallye fehlt. Wer also auf fallende Kurse setzen möchte, wurde letztens enttäuscht. Da haben einige schon den großen Crash herbeigeredet. Natürlich bleibt der dann aus. Ich bin aber auch der Meinung, dass wir in den meisten Fällen bald das finale Hoch sehen werden. Eine Runde Bärenmarkt oder größere Bereinigung ist mehr als realistisch. Die Frage bleibt eben nur wann.

Von mir aus darf es also jetzt noch einmal nach oben anziehen. Idealerweise mit einer kleinen Kaufpanik. Die kann auch dadurch gefüttert werden, dass die zu früh losgelaufenen Bären ihre Shorts schließen müssen. Ein geschlossener Short ist immer noch ein Kauf und somit steigen die Kurse dadurch. Zeitlich ist das natürlich utopisch einzuordnen, wann es denn jetzt wirklich vorbei ist mit der Rallye. Vielleicht im Frühjahr 2022, wenn die xten Corona-Maßnahmen wieder zurückgeschraubt werden. Vielleicht gibt es aber auch noch irgendwann ein anderes Thema. Wir haben immer noch den chinesischen Immobilienmarkt als Ass im Ärmel. Das darf auch jederzeit stechen.

Also, lassen Sie sich von der Wahl und möglichen Farbkombinationen nicht verunsichern, was Ihr Depot angeht. Das wird jetzt alles viel heißer gekocht, als es gegessen wird. Der DAX ist an den Tagen und Wochen zuvor auch an der Trendlinie umgedreht. Das hat nichts mit der Wahl zu tun. Vielleicht wissen wir ja schon vor Weihnachten, wer die neue Regierung stellt. Keine Hektik.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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