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Startet jetzt die Weihnachtsrally?

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Omikron ist erst einmal in den Hintergrund gerückt. Und eigentlich sah es gestern nach einem sehr erfreulichen Wochenauftakt aus. Der DAX kletterte am Vormittag bis auf fast 15.800 Punkte. Und auch die Wall Street startete zunächst mit Gewinnen in den Handel, drehte aber schnell wieder nach unten und tauchte in die Verlustzone ab. Der DAX gab sämtliche Aufschläge wieder ab und ging marginal unter dem Vortagesschluss in den Feierabend.

Das bestätigt, was Ihnen mein Kollege Maximilian Ritter gestern schrieb: Die jüngste Erholung steht (noch) auf tönernen Füßen. Die Verunsicherung unter den Anlegern ist mit Händen zu greifen. Dennoch spricht unverändert viel für eine baldige Wiederaufnahme des übergeordneten Aufwärtstrends. Möglicherweise startet jetzt die Weihnachtsrally.

Weihnachtsrally steht in den Startlöchern

Dafür spricht die Saisonalität. Wie ich Ihnen hier schon mehrfach geschrieben habe, ist das Schlussquartal das mit Abstand stärkste Quartal des Kalenderjahres. Besonders ausgeprägt ist dieses Muster beim DAX. Seit 1988 hat sich der deutsche Leitindex im Schnitt um 8,4% pro Jahr verbessert. Ungefähr drei Viertel dieser Gewinne erwirtschaftet er dabei allein im vierten Quartal. Auf lange Sicht beträgt der durchschnittliche Zuwachs im Schlussquartal 6,3%.

Schaut man sich die Entwicklung im Verlauf des vierten Quartals noch etwas genauer an, stellt man fest, dass nach einem kurzen Durchatmen Anfang Dezember Mitte des Monats die Weihnachtsrally startet. Im langjährigen Mittel erreicht der DAX sein Zwischentief am 14. Dezember und klettert dann ohne große Pausen bis zum 04. Januar. Der durchschnittliche Zuwachs in diesen knapp drei Wochen beläuft sich im Schnitt auf 3,2%.

Ähnlich sieht es bei den US-Indizes aus. Auch der S&P 500 und der Nasdaq 100 markieren am 14. Dezember nochmals ein kleines Zwischentief, bevor sie bis ins neue Jahr hinein durchstarten. Besonders gut entwickeln sich dabei vor allem Technologiewerte. Der Nasdaq 100 legt von Mitte Dezember bis Mitte Januar im Schnitt um 3,8% zu.

Moderat steigende Zinsen werden den Aufwärtstrend nicht ausbremsen

Momentan sind vor allem die Zinsängste für die Unsicherheit unter den Anlegern verantwortlich. Morgen tagt die US-Notenbank Fed, einen Tag später die EZB. Von der Fed erwarten die Märkte, dass sie ihre Anleihekäufe möglicherweise schon bis Ende März komplett zurückfährt, nicht – wie bislang anvisiert – bis Mitte 2022. Dann könnte schon im zweiten Quartal der erste Zinsschritt anstehen.

Aktuell geht man am Markt von drei Zinserhöhungen bis Ende 2022 aus. Die Angst, dass der US-Leitzins, der aktuell bei 0 bis 0,25% liegt, im nächsten Jahr auf 0,75 bis 1,00%, steigen könnte, ist vollkommen absurd. Moderate Zinsanhebungen sind Ausdruck einer starken Wirtschaft und werden den Aufwärtstrend an den Aktienmärkten nicht beeinträchtigen. Dies zeigt auch die Erfahrung: Nach dem ersten Zinsschritt stiegen die Kurse in der Vergangenheit meist noch über längere Zeit weiter.

Fakt ist: Am Umfeld niedriger Zinsen wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Aktien bleiben erste Wahl. Ernsthafte Alternativen gibt es nicht. Deshalb sind zwischenzeitliche Schwächephasen, wie wir sie zurzeit erleben, gute Gelegenheiten, um bei dem einen oder anderen aussichtsreichen Titel zu etwas günstigeren Kursen zuzugreifen.