Unternehmen nutzen günstige Kurse für Aktienrückkäufe

Unternehmen nutzen günstige Kurse für Aktienrückkäufe
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Hinter uns liegt der schwächste Börsenmonat Juni in der gesamten DAX-Geschichte. Darüber hinaus blicken wir hinsichtlich des wichtigen und marktbreiten US-Index S&P 500 auf das schlechteste 1. Börsenhalbjahr seit über 50 Jahren! Der DAX und der wichtige europäische Index Euro Stoxx 50 kommen per Ende Juni auf ein Minus von rund 20%.

Viele Anleger haben zuletzt geradezu panikartig alles verkauft, was sich zu Geld machen lässt. Dabei sind die Perspektiven viel besser als die augenblickliche Stimmung. Das sehen offensichtlich auch viele Top-Manager so, die zuletzt Aktienrückkaufprogramme ihrer Unternehmen angekündigt oder ausgeweitet haben.

So zum Beispiel bei der Deutschen Post, wo das Rückkaufprogramm im laufenden Jahr von 500 auf 800 Mio. Euro ausgeweitet wurde. Daneben hat der Premium-Autobauer BMW angekündigt, für bis zu 2 Mrd. Euro eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Der deutsche Schmiermittel-Spezialist Fuchs Petrolub will bis zu 10% der eigenen Aktien zurückkaufen.

Anlässlich dieser Aktienrückkaufprogramme möchte ich Ihnen nun noch erläutern, was die Auswirkungen von Aktienrückkäufen sind, welche Gründe dafür sprechen und worauf Sie achten sollten.

Wie sich Aktienrückkäufe auswirken

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsen-Sprache sagt man weniger brutal: „einzieht“), hat das mehrere positive Auswirkungen:

  1. Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmens-Gewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss. Selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie.
  2. Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die  Dividendenrendite.
  3. Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.
  4. Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

 Die wichtigsten Gründe für Aktienrückkäufe

  1. Das Unternehmen will den eigenen Aktienkurs aufpolieren und zeigen, dass man die eigene Aktie für unterbewertet hält.
  2. Der Konzern, der eigene Aktien zurückkauft, will damit die Aktionäre bei Laune halten, da es sich dabei gewissermaßen um eine zusätzliche Ausschüttung (neben den Dividenden) handelt.
  3. Ein „reifes“ Unternehmen kann mit Aktienrückkäufen dafür sorgen, dass trotz Gewinn-Stagnation der Gewinn je Aktie steigt und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sinkt. So wird die Aktie wieder attraktiver.

Achten Sie auch auf andere Faktoren

Die Gründe, warum ein börsennotierter Konzern eigene Aktien kauft, sind in vielen Fällen positiv zu werten. Doch auch Aktienrückkäufe bergen Gefahren: So kann auch ein Aktienrückkauf-Programm „missbraucht“ werden – oder zumindest die Risiken erhöhen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Unternehmen knapp bei Kasse ist. Dann sollte das Geld im Konzern bleiben.

Wählen Sie daher Aktien von Unternehmen aus, die den Spagat schaffen zwischen Aktienrückkäufen, der Ausschüttung von Dividenden, der Schaffung von ausreichend Eigenkapital und Investitionen in neue Geschäftsfelder. Dann steht einer guten Gesamtrendite nichts im Wege.