Was schwant uns nächste Woche nach dem Verfall?

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Ich habe auf seasonax.com nachgeschaut. Wenn wir die zweite Dezemberhälfte nehmen, kommen wir in den letzten 10 Jahren zu folgenden Ergebnissen. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Schiebemarkt im DAX. Das war fast langweilig mit Ansage. Wir bewegen uns seit 10 Tagen in einer Zone von knapp 400 Punkten im DAX. Abgerechnet wurde übrigens knapp unter der Marke von 15.600 Punkten. Wie angedeutet, hatten sich die Stillhalter offensichtlich vorher schon so platziert, dass zum heutigen Verfall keine Hektik aufkam.

Nachdem diese Woche besonders sparsam mit Überraschungen war – was kommt in der Woche vor Weihnachten auf uns zu?

Die Saisonalität bis Ende des Jahres

Ich habe auf seasonax.com einmal für Sie nachgeschaut. Wenn wir die zweite Dezemberhälfte nehmen, kommen wir in den letzten 10 Jahren zu folgenden Ergebnissen.

Nur in 60 Prozent der Fälle steht der DAX am Ende höher als Mitte Dezember. Die Anstiege sind allerdings deutlich größer als die Verluste. In der Übersicht sieht es im Detail dann so aus.

Der DAX steigt somit eher zwischen 200 und 400 Punkten, als dass er zwischen 20 und 200 Punkten fällt. Das sehen wir in der Spalte „Profit“. Selbst in positiven Jahren ging es zum Teil aber sogar ins Minus. Das bedeutet also, dass wir einen fiktiven Stopp durchaus über 1 Prozent unter die aktuellen Kurse setzen müssten.

Natürlich können wir so nicht „blind“ traden. Das sind auch nur Daten aus 10 Jahren und die verraten uns rein gar nichts über dieses Jahr. Keines dieser Jahre ist Jahr Nummer 2 in einer Pandemie. Keines dieser Jahre ist ein Jahr, indem Merkel den Hut bzw. Hosenanzug genommen hat.

Insofern sind das alles nette Spielereien, aber die Zukunft verrät diese Version des Kaffeesatzlesens natürlich auch nicht. Wir lernen aber trotzdem etwas daraus: Es passiert nicht nichts zwischen den Jahren. 430 Punkte Plus, wie im Jahr 2014 sind schon sehr ordentlich. Nicht vom „End Date“ irritieren lassen – das zeigt nur an, wann die jeweilige Berechnung des Zeitraums vorbei war. Oder das Jahr 2011 mit seinem Plus von 6 Prozent in den letzten 2 Wochen des Jahres. Das Positive überwiegt offenbar.

Und eins lesen wir auch daraus: In dieser Zeit gab es nie einen Crash in den letzten 10 Jahren. Maximal ging es 3,6 Prozent nach unten, um am Ende dieses Minus wieder zu halbieren. Das war im Jahr 2018. Der letzte Handelstag hier war der 2.1.2019. Das sehen Sie oben in der Tabelle.

Fazit:

Stille Nacht. Die nächsten 2 Wochen im DAX können tatsächlich eher ruhiger Natur werden. Wenn der DAX jetzt wieder an das obere Ende seiner Seitwärtszone der letzten 10 Tagen laufen würde, wäre das ein Plus von 350 Punkten. Das würde zur obigen Statistik passen und am Ende wäre nicht wirklich viel passiert.

Tendenziell können wir also die Börse jetzt Börse sein lassen. Das stimmt aber nur fast. Denn es gibt einen Wecker, den wir uns stellen müssen. Fällt der DAX unter die 15.400 Punkte, ist es vorbei mit der stillen Nacht. Denn dann erwachen die Bären aus dem Winterschlaf und könnten den DAX schnell weitere 400 Punkte nach unten drücken. Wenn die 15.000 nicht halten sollte, haben Sie hoffentlich an Weihnachten schon ausreichend gefeiert. Denn dann könnte es ein rabenschwarzer Start in das Jahr werden.

Doch das ist nur für den Fall der Fälle. Die Börse ist keine Einbahnstraße. Sie sollten beide Seiten kennen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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