Vorsicht bei sogenannten Megatrends

Wasserstoff – shu petrmalinak

Wasserstoff-Aktien haben massiv verloren. Doch Sie können auch als konservativer Anleger vom Zukunftsthema Wasserstoff profitieren. (Foto: petrmalinak / Shutterstock.com)

3D-Druck, Seltene Erden, Cannabis und zuletzt Wasserstoff. An den Finanzmärkten wird alle paar Monate eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Immer wieder geht es um irgendwelche “Megatrends”, die man als Anleger auf gar keinen Fall verpassen sollte.

Vorsicht: Dem Höhenflug folgt meist der Sturzflug

Ich sage Ihnen ganz offen, ich bin bei solchen Hypes immer etwas skeptisch. Bei den hochgejubelten Aktien aus den angesagten Branchen ist der Höhenflug irgendwann vorüber und die Highflyer gehen in den Sturzflug über.

Bestes Beispiel waren die Cannabis-Aktien. Eine Zeitlang kannten die Kurse nur eine Richtung: steil nach oben. Als es jedoch vorbei war mit der Herrlichkeit, ging es mit den Aktienkursen genauso schnell wieder nach unten. Gegenüber ihren Höchstständen verloren die Cannabis-Aktien innerhalb weniger Monate zwischen 85 und 99%.

Auch Wasserstoff-Aktien haben nach unten gedreht

Keine Frage, wenn so ein Trend an der Börse “gespielt” wird, lässt sich da durchaus Geld verdienen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie rechtzeitig auf den Zug aufspringen und – ebenso rechtzeitig – wieder den Absprung schaffen.

Der jüngste “Megatrend” sind Wasserstoff-Aktien. Oder sollte ich besser “waren” sagen? Ein Highflyer wie die norwegische Nel hat sich gegenüber dem Höchstkurs bereits halbiert. Die amerikanische Plug Power hat vom Hoch sogar schon satte 73% eingebüßt.

Auch hier sieht es aus, als sei die Blase geplatzt. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Mir geht es nicht darum, eine Technologie schlechtzureden. Auch ich bin der Meinung, dass Wasserstoff eine Zukunft hat. Das Problem ist, dass reine Wasserstoff-Aktien extrem hochgejubelt wurden und astronomisch bewertet sind – und das selbst nach den jüngsten Kursrückgängen.

Um in solche Bewertungen hineinzuwachsen, dauert es Jahre. Und dabei ist keineswegs sicher, ob die Unternehmen dies überhaupt schaffen und nicht vorher von der Bildfläche verschwinden. Bei solchen Hypes mitzumachen, hat mit seriöser Geldanlage jedenfalls wenig zu tun.

Eine konservative Alternative: Linde

Es gibt aber auch die Möglichkeit, auf konservative Art und Weise von Zukunftstrends zu profitieren. Indem Sie in etablierte Unternehmen investieren, die in diesen Bereichen vertreten sind. Beim Thema Wasserstoff beispielsweise ist der DAX-Konzern Linde eine interessante Möglichkeit.

Durch die Fusion mit Praxair wurde Linde vor gut zwei Jahren zum führenden Industriegase-Hersteller. Damit profitiert das Unternehmen besonders von der konjunkturellen Erholung, die jetzt einsetzt. Erst kürzlich hat das Management seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben und rechnet jetzt mit einem Gewinnanstieg von bis zu 19%.

Darüber hinaus besitzt die Linde-Aktie eine ordentliche Portion Wasserstoff-Fantasie. Bisher erzielt der Konzern etwas mehr als 2 Mrd. Dollar Umsatz mit Produktion, Vertrieb, Speicherung und Anwendung von Wasserstoff. In den nächsten Jahren will Vorstandschef Steve Angel das Wasserstoff-Geschäft vervierfachen.

Die Linde-Aktie ist für Sie als Anleger eine interessante Möglichkeit, beim Zukunftsthema Wasserstoff dabei zu sein, ohne dabei Mega-Risiken einzugehen. Der DAX-Titel bewegt sich in einem stabilen Aufwärtstrend und bietet gute Chancen auf weitere Kurssteigerungen.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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