Apple-Aktie auf Rekordhoch: Diese Risiken sollten Anleger kennen

Apple ist das erste Unternehmen, das an der Börse mit über 1 Billion US-$ bewertet wird. Doch das Risiko für Anleger steigt. (Foto: Lester Balajadia / shutterstock.com)

Anleger, die vor 10 Jahren (August 2008) 1.000 US-$ in die Apple-Aktie investiert haben, können sich über eine Ver-Neunfachung ihres Investments (über 9.200 US-$) freuen. Keine Frage, die Apple-Aktie war eines der erfolgreichsten Investments in den letzten Jahren.

Dieser Erfolg hat dazu geführt, dass Apple als erstes Unternehmen überhaupt die Marke von 1 Billion US-$ beim Börsenwert überschritten hat – ein neuer Rekord. Ein Ende der Erfolgsstory scheint zunächst nicht in Sicht, denn die Apple-Aktie markierte jüngst erst ein neues Rekordhoch bei knapp 218 US-$.

Viele Anleger fragen sich nun, ob bei dieser Börsenbewertung noch Luft nach oben ist oder ob das Risiko vielleicht nicht doch zu hoch ist, jetzt noch bei der Apple-Aktie einzusteigen?

Apple-Aktie: Risiken, die Anleger kennen sollten

Nach wie vor hängt der Erfolg von Apple stark vom iPhone ab – jenem disruptiven Mobiltelefon, mit dem Apple den Markt im Jahr 2007 aufgerollt hat. Inzwischen verkauft Apple jedes Jahr mehr als 200 Mio. iPhones, allein im jüngsten Quartal wurden wieder 41,3 Mio. Apple-Telefone an die Kunden ausgeliefert. Und das, obwohl das iPhone X als eines der teuersten Telefone (1.149 Euro) im Marktsegment gilt.

1. Risiko: Hohe Abhängigkeit vom iPhone

Doch genau hier liegt auch das Problem: Zwar hat Apple die Abhängigkeit vom iPhone-Geschäft in den letzten Jahren durch sein wachsendes Service-Geschäft (Apple Pay, iTunes, Apple Music etc.) verringern können, doch nach wie vor erzielt Apple etwa 68 % seines Umsatzes durch das iPhone.

Apple-Aktie: Neues iPhone zündet nichtTrieb das iPhone die Apple-Aktie seit Jahren in die Höhe, zeigt sich nun die gefährliche Abhängigkeit von dem Produkt am gesättigten Markt. › mehr lesen

2. Risiko: Technische Deflation

Das iPhone ist jedoch ein Hardware-Produkt, das wie jedes andere Verbraucherprodukt der technischen Inflation unterliegt. Dies bedeutet: Hardware wie Computer, TV-Fernseher, Digitalkameras, Blu-ray-Player und andere IT-Produkte werden immer besser, aber auch günstiger. Apple hat sich diesem Preisverfall bislang entziehen können, da Apple eine Art geschlossenes Ökosystem aufgebaut hat. Wer iOS-Anwendungen nutzen will, benötigt ein Apple-Produkt. Dies hat dazu geführt, dass Apple für sein iPhone den vierfachen Preis gegenüber dem Preis herkömmlicher Smartphones im Weltmarkt durchsetzen kann.

3. Risiko: Apple muss innovativ bleiben

Damit Apple die hohen Preise gegenüber anderen Konkurrenzprodukten aufrechterhalten kann, muss Apple jedes Jahr mit neuen Innovationen glänzen, um Konsumenten weiter bei der Stange zu halten. Gelingt dies nicht, droht ein schnelles Ende der Erfolgstory. Anleger müssen stets bedenken, dass es sich beim iPhone nur um ein Mobiltelefon handelt. Auch Nokia und BlackBerry hatten mit ihren Mobile-Geräten einst dominiert, eine neue Technik und andere Nutzergewohnheiten haben jedoch die Erfolgsstory dieser Hersteller jäh beendet.

Fazit: Apple ist noch bestens aufgestellt, doch die Geschichte zeigt ein anderes Bild

Apple hat seit der Markteinführung inzwischen mehr als 1,3 Mrd. iPhones weltweit verkauft und eine entsprechend große Nutzerbasis. Auch viele nicht technikversierte Konsumenten nutzen das iPhone aufgrund der einfachen Bedienbarkeit, wodurch Apple den Nerv der Zeit getroffen hat.

Ferner warten auch im Servicemarkt zahlreiche Chancen auf Apple, zumal der Mac-Hersteller mit Servicediensten wie Apple Pay und Apple Music in weitere Länder expandiert. Dennoch sollten Anleger die Risiken nicht unterschätzen, die mit einem Investment in die Apple-Aktie einhergehen.

Zwar scheint derzeit noch kein Ende der Wachstumsstory in Sicht, doch die Geschichte zeigt uns ein anderes Bild. In 100% der Fälle (!) tritt irgendwann eine gewisse Marktsättigung ein, die technische Deflation fordert ihren Tribut und die Gewinnmargen von Hardware-Produkten brechen ein. Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis sich auch Apple diesen Fakten stellen muss – dies sollten Anleger stets bedenken, wenn es um ein Investment in die Apple-Aktie geht.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands