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Solarworld setzt Strafzölle durch – welche Firmen profitieren?

Deutschlands führender Solarkonzern Solarworld hat zwar dank einer erfolgreichen Lobbyarbeit Strafzölle in der EU und in den USA durchgesetzt, doch profitieren davon dürften vor allem andere Solarfirmen. Solarworld-Anleger könnten am Ende als die großen Verlierer dastehen.

Die US-Tochter von Solarworld hatte in den USA zuletzt weitere Strafzölle gegen chinesische Solarproduzenten durchgesetzt. Solarprodukte chinesischer Hersteller werden damit mit Strafzöllen von bis zu 35% belegt. Hintergrund für den Protektionismus waren nicht nur Dumpingpreis-Vorwürfe gegen die chinesische Billig-Konkurrenz, sondern auch Wettbewerbsvorteile aufgrund staatlicher Zuschüsse.

Während Solarworld die Entscheidung des US-Handelsministeriums als klaren Sieg für Solarworld, Anleger und die deutsche Solarindustrie reklamiert, sieht die Realität ganz anders aus.

Solarworlds Strafzölle – ein teuer erkaufter Sieg?

Die Strafzölle könnten sich als negativ herausstellen. Zum einen wird der deutsche Solarmarkt aufgrund sinkender Einspeisevergütungen und Renditen und geplanter EEG-Umlage auf den Eigenstromverbrauch zunehmend unattraktiver, zum anderen verkaufen chinesische Hersteller längst einen Großteil ihrer Solarprodukte außerhalb der USA und Europa.

Als wichtige Zukunftsmärkte gelten beispielsweise Japan, China, Indien sowie Länder in Afrika und Lateinamerika. Hier muss sich Solarworld nach wie vor gegen die Billig-Konkurrenz aus China behaupten – auch ohne Strafzölle.


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In Deutschland und in Europa könnten die höheren Preise Solarinteressierte abschrecken, sodass Investitionen in neue Solaranlagen vorerst ausbleiben. Auch einheimische Anbieter wie Solarworld haben dann das Nachsehen, was Solarworld-Aktionäre bereits zu spüren bekommen. Der Solarworld-Aktienkurs ging zuletzt deutlich in die Knie.

SolarWorld_Chart

Solarworld-Chart, Quelle: Frankfurter Börse

SunPower, SolarCity und Winaico profitieren

Bei der US-Konkurrenz in Form von SunPower und SolarCity freut man sich auf die unerwartete Schützenhilfe aus Deutschland, wird man dank Solarworld und Strafzölle die unliebsame Billig-Konkurrenz aus China los.

Der US-Solarspezialist SunPower gilt mit seinen Solarmodulen und Wirkungsgraden von bis zu 24% zu den Hauptnutznießern in den USA, was sich auch im SunPower-Aktienkurs widerspiegelt, der sich auf Jahressicht verdoppelt hat.

SunPower_Chart

SunPower-Chart, Quelle: Frankfurter Börse

Auch bei SolarCity freut man sich, ist nunmehr der Weg frei, um ein eigenes Solarmodulgeschäft aufzubauen. Der US-Solarinstallateur vertraute bislang auf chinesische Solarlieferanten. Dies scheint nun vorbei zu sein. SolarCity nutzte die Chance und übernahm den Modulhersteller Silevo Solar, um eine eigene Solarfabrik mit einer Jahresproduktionskapazität von 1 Gigawatt aufzubauen.

Auch bei Winaico dürfte die Freude groß sein. Taiwans größter Solarmodulhersteller produziert ausschließlich in Taiwan und ist von den Strafzöllen nicht betroffen.

Strafzölle werden Deutschlands Vorzeige-Solarfirma nicht retten

Solarworlds Strafzölle helfen vor allem der US-Konkurrenz in Übersee, die lästige Billig-Konkurrenz aus China in Schach zu halten. Solarworld wird hingegen kaum von den Strafzöllen auf chinesische Solarprodukte profitieren. Experten verweisen auf zahlreiche Schlumpflöcher, die sich für chinesische Anbieter durch den Import von Modulen nach Taiwan und Malaysia ergeben, wodurch sich die Strafzölle unterwandern lassen.

Dadurch könnten Solarworld-Anleger am Ende trotzdem als die großen Verlierer dastehen, insbesondere wenn der deutsche Solarkonzern weiter Marktanteile in wichtigen Wachstumsregionen wie in China oder Japan an die Konkurrenz verliert.

16. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands