+++ Die kostenlosen Online Live Webinare 2022 - Trading, Finanzen, Geldanlage & Vermögen +++

Pfizer im Kaufrausch – dritte Megaübernahme in wenigen Monaten: Biohaven-Aktie schießt um beinahe 70% in die Höhe

Inhaltsverzeichnis

Momentan geht es Schlag auf Schlag. Vor allem im Biotechnologiesektor jagt eine Übernahme die nächste. Jetzt hat der Pharma-Gigant Pfizer wieder zugeschlagen. Im letzten Jahr hatte der Biontech-Partner Trillium Therapeutics für 2,26 Milliarden Dollar und Arena Pharmaceuticals für 6,7 Milliarden Dollar auf der Einkaufsliste. Nun nimmt der Pharma-Riese den Migränespezialisten Biohaven ins Visier. Mit 11,6 Milliarden Dollar ist der Deal die größte Übernahme im Pharmasektor in diesem Jahr. 

Die Reaktion der Anleger fiel eindeutig aus. Auf Grund der hohen Prämie ging der Biohaven-Kurs nach der Übernahmemeldung mit einem massiven Kursplus von 68% aus dem Handel.

Pfizer – weltweit führender Pharmakonzern…

Pfizer zählt zu den weltweit größten Pharmakonzernen. Das Unternehmen konzentriert sich primär auf die Entwicklung und Produktion von verschreibungspflichtigen Medikamenten und bietet Arzneimittel in vielen Therapiegebieten an: Die Kompetenzfelder sind in erster Linie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Rheuma und Schmerzen, Infektionen und HIV-Erkrankungen, urogenitale Erkrankungen, Atemwegsbeschwerden, Augen- und Stoffwechselleiden sowie Krebserkrankungen. Die Produkte des Unternehmens sind in über 150 Ländern rund um den Globus erhältlich.

….legt für Hersteller von Migränemittel Milliardenofferte auf den Tisch

Im Rahmen der Wachstumspläne spielen bei Pfizer auch Übernahmen eine zentrale Rolle. Mit dem Kauf der Firma Biohaven für 11,6 Milliarden Dollar will der Konzern sein Produktangebot im Bereich der Allgemeinmedizin zu stärken. Geld hat der Konzern auf Grund der sprudelnden Einnahmen aus dem Verkauf von Covid-Impfstoffen und -Medikamenten derzeit genug.

Konkret bietet Pfizer 148,50 Dollar je Biohaven-Aktie. Die Offerte entspricht einem Aufpreis von 33% auf den volumengewichteten Durchschnittspreis der Aktie der vergangenen drei Monaten beziehungsweise einem Aufschlag von 78% auf den Schlusskurs vor der Übernahmemeldung.

Hauptprodukt hat Zulassung bereits erhalten

Die US-Firma Biohaven arbeitet aktuell vor allem an Mitteln gegen neurologische Krankheiten. Hauptprodukt ist das Migräne-Medikament Nurtec, das im vergangenen Jahr in den USA und Ende April auch in Europa zugelassen wurde. Beide Firmen kennen sich bereits. Im letzten Jahr erwarb Pfizer 2,6% der Biohaven-Papiere für 350 Millionen Dollar und beide Unternehmen schlossen eine Kooperation. Pfizer hatte im Rahmen der Allianz bereits die Vertriebsrecht für das Migränepräparat außerhalb der USA übernommen.

Nasenspray in der Entwicklung

Die Erwartungen sind hoch. Zusätzlich zu dem von der FDA zugelassenen Migränemittel Nurtec erhält Pfizer durch die Übernahme Zugang zu Zavegepant, einem Nasenspray, das in einer Phase-3-Studie für Migräne und in einer Phase-2-Studie für COVID-induzierte Lungenentzündungen getestet wird. Die erstgenannte Indikation wurde im März bei der FDA zur Zulassung eingereicht, eine Entscheidung wird für das zweite Quartal erwartet. Das Medikament wird auch als orales Mittel zur Vorbeugung von Migräne getestet.

Bis zu 900 Millionen Dollar Umsatz

Das bereits zugelassene Medikament Nurtec ist sowohl für die akute Behandlung als auch für die Prävention von Migräne bei Erwachsenen zugelassen. Das Mittel gehört zu einer neuen Klasse von Migränemedikamenten und verfügt aus Sicht des Pfizer-Managements über erhebliches Potenzial. Für das laufende Jahr erwartet Biohaven bis zu 900 Millionen Dollar Umsatz mit dem Medikament. Als Hauptkonkurrenten gelten Firmen wie Novartis und Abbvie, die Migränemittel mit ähnlichem Wirkmechanismus einführten.

Weitere Deals könnten in den Startlöchern stehen

Auch wenn die Übernahme eine richtige Hausnummer ist, der letzte Zukauf dürfte es nicht gewesen sein. Zuletzt deutete der Chief Buisiness Innovation Officer Aamir Malik an, dass sich durch die Ausrichtung der M&A-Strategie des Unternehmens auf Diversifizierung weitere verlockende Deals ergeben könnten. Die Anleger können sich also auf weitere spannende Übernahmen im Pharmasektor einstellen.