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Hermle: Prognose rauf; Aktie runter

Hermle: Prognose rauf; Aktie runter
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Inhaltsverzeichnis

Seitdem wir wissen, dass es mit Omikron eine neue, deutlich ansteckendere Corona-Variante gibt, schwächeln viele Aktien aus zyklischen Branchen wie der Chemiebranche, dem Automobilbau oder dem Maschinen- und Anlagenbau. Bei Übertreibungen nach unten können Sie auf Schnäppchenjagd gehen.

Eine Aktie, die zu dieser Kategorie zählt, ist die des mittelständischen deutschen Maschinenbauers Hermle. Obwohl das Unternehmen grundsolide Zahlen vorgelegt und sogar die Jahresprognose angehoben hat, schwächelt die Hermle-Aktie seit Wochen. Das könnte Anlegern mit einem etwas längeren Anlagehorizont eine günstige antizyklische Einstiegsgelegenheit bieten. Mehr dazu gleich. Zunächst ein kurzes Portrait:

Die Berthold Hermle Maschinenfabrik AG ist ein Hersteller von technisch hochwertigen Fräsmaschinen. Bei diesem Unternehmen dreht sich nach eigenen Angaben alles ums Fräsen. Das Unternehmen wurde im Jahr 1938 von Berthold Hermle gegründet und ist im schwäbischen Gosheim ansässig.

Im Jahr 1957 begann die Produktion von Fräsmaschinen. 1990 erfolgte die Umfirmierung zur Maschinenfabrik Berthold Hermle und am 10. April 1990 der Gang an die Börse. Hermle gehört seit Jahren zu den profitabelsten deutschen Maschinenbauern.

Das Unternehmen ist netto schuldenfrei und konnte seinen Aktionären sogar in den Konjunkturkrisen Dividenden ausschütten. Und apropos Dividende: Hermle schüttet seit Jahren hohe Dividenden aus und beschert seinen Aktionären regelmäßig überdurchschnittliche Dividendenrenditen von 3 bis 6%.

Dynamische Nachfrage im 3. Quartal und höhere Prognose

Hermle verzeichnete im 3. Quartal dieses Jahres eine nach eigenen Angaben überraschend dynamische Nachfrage. Vor diesem Hintergrund hebt das Hermle-Management auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an.

Man rechnet nun mit einem Umsatzplus von 20 bis 25% und einer fast proportionalen Ergebnisverbesserung. Heißt: Das Betriebsergebnis soll um annähernd 20 bis 25% vorankommen. Die Prognose steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass sich die Lieferkettenprobleme weiterhin durch interne Maßnahmen ausgleichen lassen.

Die alte Prognose sah übrigens „nur“ ein Umsatzwachstum von mindestens 10% und eine dazu unterproportionale Ergebnisentwicklung vor. Insofern hat Hermle bei der Prognose für 2021 eine ordentliche Schippe draufgepackt.

9-Monats-Zahlen im Fokus

Schauen wir zum Schluss noch auf die 9-Monate-Zahlen: Der Hermle-Auftragseingang erhöhte sich in den Monaten Januar bis September um satte 75,1% auf 309,9 Mio. Euro. Der Auftragsbestand lag per Ende September bei 128,4 Mio. Euro und damit erheblich über dem Corona-bedingt niedrigen Vorjahreswert von 62,6 Mio. Euro.

Der Umsatz legte im 3. Quartal dynamisch zu und stieg in Summe in den ersten 9 Monaten dieses Jahres um 6% auf 226,4 Mio. Euro. Durch die höhere Auslastung verbesserte sich auch das Ergebnis zuletzt deutlich, lag per Ende September aber noch unter dem Vergleichswert aus 2020.

Wird die angehobene Prognose erreicht, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass die Hermle-Aktie auf dem aktuell vergleichsweise günstigen Kursniveau verharrt. Allerdings kann die neue Corona-Variante auch zu weiteren Lieferkettenproblemen führen. Dann brauchen Hermle-Aktionäre noch etwas mehr Geduld.