Mercedes-Benz investiert in Weiterbildung – Daimler Truck in Ladeinfrastruktur

Mercedes-Benz investiert in Weiterbildung – Daimler Truck in Ladeinfrastruktur
Kirill Gorlov / stock.adobe.com
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Umdenken in der Autobranche: Ein Argument der Hersteller, um vor allem in der Politik Stimmung zu machen gegen die Mobilitätswende hin zum Elektroantrieb, war der damit einhergehende Arbeitsplatzverlust. Nun aber scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass das nicht so sein muss.

Mercedes-Benz steckt Milliarden in Mitarbeiterqualifizierung

Unlängst hat sich etwa VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo zuversichtlich geäußert und den Personalbedarf des Konzerns betont, der neuerdings auch selbst in die Produktion von Batteriezellen einsteigt – eine Strategie, die der Vorstand vor zehn Jahren noch verworfen hätte, so Cavallo. Nun aber entstehen dadurch tausende neue Arbeitsplätze, auch an Standorten in Deutschland.

Beim Premiumhersteller Mercedes-Benz scheint man ähnliche Wege gehen zu wollen. Anstatt die Belegschaft auszutauschen, soll massiv in interne Weiterqualifikationen investiert werden. Allein für die rund 116.000 Beschäftigten in Deutschland will der Stuttgarter Dax-Konzern bis zum Jahr 2030 insgesamt 1,3 Milliarden Euro in Aus- und Weiterbildung investieren.

Neue Online-Lernplattform vorgestellt

Gelingen soll das Vorhaben nicht zuletzt durch eine Online-Plattform, die das Unternehmen nun vorgestellt hat und den Mitarbeitern nach und nach zur Verfügung stellen will. Diese könnten sich dann ihren Interessengebieten entsprechend weiterbilden, beispielsweise um sich intern auf andere Stellen zu bewerben.

Mit der Umstellung auf elektrisch betriebene Fahrzeuge werden künftig andere Qualifikationen benötigt als bisher. Der Rückgriff auf eigenes Stammpersonal, das die internen Abläufe und Bedarfe bereits kennt, erscheint dabei nur folgerichtig und dürfte unterm Strich besser zu bewerkstelligen sein als ein kompletter Austausch der betreffenden Belegschaft.

Daimler Truck engagiert sich für europäische Ladeinfrastruktur

Hoffnungsvolle Aussichten mit Blick auf die Verkehrswende hin zur E-Mobilität gibt es indes auch von der Daimler Truck AG, die – ebenso wie Mercedes-Benz – aus der Aufspaltung des vormaligen Daimler Konzerns Ende 2021 hervorgegangen ist und deren Aktie ebenfalls zu den Dax-40 zählt.

Demnach schreitet das geplante Joint Venture mit dem schwedischen Truck-Hersteller Volvo und der Traton SE voran. Die drei Unternehmen planen gemeinsam, europaweit mindestens 1.700 Ladesäulen für Ökostrom in Autobahnnähe zu installieren und zu betreiben. Dafür sollen insgesamt 500 Millionen Euro investiert werden.

Beide Ex-Daimler-Aktien auf Monatssicht tiefrot

Nutzbar sollen die Ladesäulen für alle Lkw sein, unabhängig vom Hersteller, so das Vorhaben. Damit leisten die drei Unternehmen einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Ladeinfrastruktur, die dringend benötigt wird für ein Gelingen der Mobilitätswende – denn der Abschied vom Verbrenner betrifft nicht nur Pkw, sondern auch Nutzfahrzeuge.

Am Parkett ging es zuletzt für beide Daimler-Nachfolgeunternehmen deutlich abwärts. Auf Monatssicht büßten Anteilsscheine der Mercedes-Benz Group rund 18 Prozent ein, die Aktie der Daimler Truck AG gab um gut 15 Prozent nach.

Mercedes-Benz und Daimler Truck: Analysten sehen klares Kurspotenzial

Analysten sind jedoch für beide Konzerne positiv gestimmt und sprechen mit großer Mehrheit Kaufempfehlungen für beide Aktien aus. Mit Blick auf die Mercedes-Benz Aktie senkte die Schweizer UBS zwar das Kursziel von 90 auf 80 Euro, behielt die Kaufempfehlung aber bei. Andere Analysten, etwa vom US-Analysehaus Bernstein Research (Kursziel: 85 Euro), der US-Großbank JP Morgan (Kursziel: 90 Euro) oder der Deutschen Bank (Kursziel: 105 Euro) bestätigten sowohl ihre Kaufempfehlungen als auch die jeweiligen Kursziele. Die Aktie der Mercedes-Benz Group notierte zum Wochenwechsel bei gut 55 Euro.

Auch für die Aktie der Daimler Truck AG beließ die Deutsche Bank das Kursziel unverändert bei 50 Euro und bekräftigte die Kaufempfehlung. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hingegen kürzte das Kursziel von 39 auf 35 Euro, rät aber ebenfalls weiterhin zum Kauf. Zuletzt wurde das Papier zu einem Kurs von rund 25 Euro gehandelt.