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Mercedes-Benz rechnet mit steigender Rendite

Inhaltsverzeichnis

In Zeiten von Lieferengpässen am Halbleitermarkt hat sich die Strategie bewährt: Die wenigen Computerchips, die verfügbar waren, wurden in Stuttgart in besonders hochpreisige und margenträchtige Modelle eingebaut. Dadurch konnte Mercedes-Benz, vormals Daimler, seine Quartalsgewinne steigern – trotz rückläufiger Verkaufszahlen.

Stärkerer Fokus auf margenträchtige Luxusmodelle

Inzwischen ist klar: Mercedes hat Gefallen gefunden an der neuen Ausrichtung. Der Fokus des Premiumherstellers soll künftig noch stärker als bisher auf das Luxussegment seiner Flotte ausgerichtet werden – und damit die hohe Nachfrage auf Kundenseite bedienen.

Außerdem erhofft sich der Vorstand, durch die strategische Nachjustierung höhere Renditeziele erreichen zu können. Dies gab das Unternehmen anlässlich eines Strategie-Updates vor wenigen Tagen bekannt.

Ausblick bis 2025: Renditeziele angehoben

Bislang hatten die Stuttgarter in ihren Plänen bis 2025 angepeilt, in einem günstigen Umfeld eine zweistellige Marge zu erzielen, in normalem Umfeld war man von einer hohen einstelligen und in einem ungünstigen Umfeld von einer mittleren bis hohen einstelligen Rendite ausgegangen. Diese Ambitionen wurden nun nach oben korrigiert.

Demnach soll in einem normalen Umfeld eine Rendite von 12 Prozent erwirtschaftet werden, in einem ungünstigen Umfeld sollen noch immer 10 Prozent Rendite drin sein. Im schlimmsten Fall eines „sehr ungünstigen Szenarios“, das neu in den Ausblick aufgenommen wurde, rechnet Mercedes-Benz mit immerhin 8 Prozent Marge.

Starke Entwicklung der vergangenen Monate

Tatsächlich sind die Bedingungen derzeit alles andere als berechenbar. Geopolitische Verwerfungen in Folge des Krieges in der Ukraine, immense Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen sowie Materialknappheit und ausbleibender Nachschub von Komponenten aufgrund gestörter globaler Lieferketten machen der Branche seit Monaten zu schaffen. Diese Unsicherheiten bleiben absehbar bestehen – gemessen daran gibt sich Mercedes-Benz im aktuellen Ausblick bereits ausgesprochen optimistisch.

Doch die Bilanzen der zurückliegenden Quartale geben dem Unternehmen durchaus recht: Im Zeitraum von Januar bis Ende März war in der Pkw-Sparte sogar eine Rendite von satten 16,4 Prozent gelungen. Um diese Entwicklung zu festigen, will Mercedes-Benz verstärkt ins Luxussegment investieren und den Anteil der teuersten Modelle an den insgesamt verkauften Fahrzeugen bis zur Mitte des Jahrzehnts deutlich ausbauen.

Bernstein Research sieht Mercedes-Benz als Branchenfavoriten

Bei Analysten kommen die Pläne ausgesprochen gut an. So sieht das Analysehaus Bernstein Research die Stuttgarter sowie den Münchener Konkurrenten BMW als Favoriten in der europaweit betrachteten Automobilbranche. Bereits zuvor hatten im Zuge der Bilanzpräsentation etliche Experten ihre Kaufempfehlungen bekräftigt und die Kursziele bestätigt. Mehrheitlich trauen die Analysten der Mercedes-Benz Aktie einen kräftigen Anstieg um rund 50 Prozent zu.

So beziffert die kanadische Bank RBC das Kursziel mit 89 Euro, die Schweizer UBS, die US-Großbank JP Morgan sowie die private Berenberg Bank sehen das Ziel allesamt bei 90 Euro. Goldman Sachs geht von 93 Euro aus, die britische Barclays Bank von 95 Euro. Noch optimistischer positionierten sich die Experten der Deutschen Bank, die der Mercedes-Benz Aktie einen Anstieg auf 105 Euro zutrauen. Zuletzt war das Papier für nicht einmal 64 Euro zu haben.

Auch Daimler Truck AG punktet mit starkem Jahresauftakt

Im Schlussquartal 2021 hatte der traditionsreiche Daimler Konzern seine Aufspaltung vollzogen. Das Geschäft mit Pkw und Vans ist seither abgekoppelt vom Segment Lkw und Busse. Beide Bereiche firmieren nun getrennt voneinander als eigenständige Unternehmen. Sowohl die Mercedes-Benz Group, die das Automobilgeschäft fortführt, als auch die Daimler Truck AG, die die Nutzfahrzeuge beheimatet, sind inzwischen nebeneinander im Dax gelistet.

Ein Ziel der Konzernspaltung bestand darin, sich flexibler auf die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen ausrichten zu können. Das scheint gelungen zu sein: Nach Mercedes-Benz hat zuletzt auch Daimler Truck ein starkes Zahlenwerk für das Auftaktquartal präsentiert.

Analysten raten auch bei Lkw-Bauer zum Aktienkauf

So stieg der Umsatz im Vierteljahr bis Ende März um 17 Prozent und damit stärker als von Analysten im Schnitt erwartet worden war. Das bereinigte operative Ergebnis legte um 11 Prozent zu. Daraufhin korrigierte der Vorstand der Daimler Truck AG den Ausblick für das Gesamtjahr nach oben: Anstelle eines Jahresumsatzes von 45,5 bis 47,5 Milliarden Euro rechnet man nunmehr mit einer Steigerung auf 48 bis 50 Milliarden Euro.

Bei den Anlegern kam das Zahlenwerk sowie der verbesserte Ausblick gut an: Auf Monatssicht notiert die Daimler Truck Aktie rund 10 Prozent fester. Auch Analysten sind voll des Lobes und raten zum Kauf des Papiers. Die Kursziele bewegten sich dabei zuletzt zwischen 35 Euro (Goldman Sachs) und 50 Euro (Deutsche Bank).