Deutsche Lufthansa plant Kapitalerhöhung

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Die Corona-gebeutelte Deutsche Lufthansa hat angekündigt, eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 2,1 Mrd. Euro durchführen zu wollen. (Foto: Dawid Lech / Shutterstock.com)

Der seit heute von 30 auf 40 Mitglieder angewachsene DAX legte an seinem ersten Tag mit den neuen Mitgliedern eine Bauchlandung hin. Im oft schwachen Börsenmonat September reagieren viele Anleger empfindlich auf negative Nachrichten oder Gerüchte. Aktuell belasten negative China-Meldungen, Budget-Streitigkeiten in den USA, die Bundestagswahl am Sonntag und allgemeine Zins-Ängste die Stimmung. Hoffnung ist aber in Sicht: Im vierten Quartal folgt die statistisch stärkste Phase des Jahres am Aktienmarkt.

Zurück zu den Sorgenkindern der Börse: Eine Bauchlandung hat in diesem Jahr die Aktie der Deutschen Lufthansa hingelegt, die aktuell deutlich unterhalb des Niveaus von Jahresanfang notiert. Heute konnte die Aktie jedoch gegen den negativen Gesamttrend deutlich zulegen.

Die Fluggesellschaft gehört zu den Unternehmen, die aufgrund der Reisebeschränkungen besonders stark unter den Folgen der Corona-Pandemie litt und noch leidet. Um die Folgen der Pandemie beherrschbar zu machen, will sich der Konzern nun mit Hilfe einer Kapitalerhöhung frisches Kapital besorgen.

Die Lufthansa hat am gestrigen Sonntag mitgeteilt, eine Bezugsrechtskapitalerhöhung mit einem voraussichtlichen Bruttoemissionserlös von 2,14 Mrd. Euro durchführen zu wollen.

Weitere Details zur Kapitalerhöhung

Der Bezugspreis soll bei 3,58 Euro je neuer Aktie liegen und das Bezugsverhältnis bei 1:1. Damit beinhaltet der Bezugspreis einen deutlichen Abschlag zum Schlusskurs zum Zeitpunkt vor der Ankündigung der Kapitalerhöhung.

Die Lufthansa will knapp 600 Mio. neue Aktien an den Mann bzw. die Frau bringen. Die neuen Aktien sollen den Lufthansa-Aktionären während der Bezugsfrist voraussichtlich vom 22. September bis zum 5. Oktober angeboten werden.

Der Bezugsrechtshandel beginnt voraussichtlich am 22. September 2021 und endet am 30. September 2021. Die anstehende Kapitalerhöhung der Lufthansa dient nach Unternehmensangaben der Stärkung der Eigenkapitalbasis des Konzerns.

Was Sie allgemein zu Kapitalerhöhungen wissen sollten

Unter Kapitalerhöhung werden sämtliche Kapitalmaßnahmen verstanden, die auf eine Erhöhung des Eigenkapitals von Unternehmen abzielen und sowohl als Innenfinanzierung (durch einbehaltene Gewinne) als auch im Wege der Außenfinanzierung (durch externe Mittel -> z.B. durch neue Aktien wie jetzt bei der Lufthansa) durchgeführt werden können.

Kapitalerhöhungen beruhen zumeist auf betriebswirtschaftlichen Ursachen und betreffen überwiegend Kapitalgesellschaften, weil deren Kapitalbedarf hoch ist und deren Haftungsmasse im Regelfall auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt ist.

Warum führen Unternehmen Kapitalerhöhungen durch

Kapitalerhöhungen sind aus betriebswirtschaftlichen Gründen erforderlich, wenn Investitionen geplant sind (Sachinvestitionen oder Beteiligungserwerb) und deren bisherige Deckungsquote durch Eigenkapital erhalten bleiben soll.

Ohne besondere Investitionspläne kommt es zu Erhöhungen des Eigenkapitals, wenn aus Bonitätsgründen (hier zur Steigerung der Kreditwürdigkeit) eine Steigerung der Eigenkapitalquote zur Verbesserung der Bilanzstruktur erforderlich ist, oder der Anteil des Fremdkapitals gesenkt werden soll, um die Zinsbelastungen zu reduzieren.

Bei der Lufthansa wird – wie schon geschrieben – frisches Kapital benötigt, um die aufgrund der Corona-Pandemie geschwächte Bilanz wieder zu stärken. Eine kurze Einschätzung für Lufthansa-Aktionäre unter Ihnen: Wenn Sie bei der Lufthansa an bessere Zeiten nach der Corona-Pandemie glauben, könnte es sich anbieten, an der Kapitalerhöhung teilzunehmen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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