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Lufthansa: Drohen Warnstreiks in den Sommerferien?

Lufthansa: Drohen Warnstreiks in den Sommerferien?
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Inhaltsverzeichnis

Die Inflationsdynamik, die seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar vergangenen Jahres die Verbraucherpreise in die Höhe schießen lässt, weckt Begehrlichkeiten. Privathaushalte ächzen unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten und realen Kaufkraftverlusten.

Tarifverhandlungen bei Bahn und Lufthansa

Kein Wunder also, dass Arbeitnehmervertretungen in harte Verhandlungen mit den Arbeitgebern treten, um für die Beschäftigten bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. In einigen Branchen konnten bereits Abschlüsse mit hohen Lohnzuwächsen und Einmalzahlungen zum Abfedern der Preissteigerungen erreicht werden, in anderen wird noch verhandelt.

Aktuell laufen Gespräche zwischen der Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, aber auch zwischen der Lufthansa und den Piloten der Kernmarke Lufthansa sowie der Frachttochter Lufthansa Cargo. Die Verhandlungen werden nicht nur von den jeweiligen Arbeitnehmern genau beobachtet, sondern auch von den vielen Reisewilligen, die um ihre Urlaubspläne bangen: Gelingt in den Tarifverhandlungen keine Einigung, drohen Streiks ausgerechnet in der Sommerreisesaison, und das schlimmstenfalls auch noch sowohl bei der Bahn als auch bei der Lufthansa.

Droht der nächste Chaos-Sommer?

Bereits im vergangenen Jahr sahen sich viele Fluggäste mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert: Stundenlanges Warten an den Sicherheitsschleusen, tausendfach verlorene Gepäckstücke, etliche annullierte Flüge – all das waren Resultate der Personalpolitik von Airlines und Flughafenbetreibern während der Pandemie.

Die Luftfahrt- und Touristikbranche war damals besonders hart von den Lockdown-Maßnahmen betroffen, ihr Geschäft kam monatelang praktisch vollständig zum Erliegen. Massenhafte Personalentlassungen waren die Konsequenz – doch mit der Entspannung der Pandemiesituation erfolgte keine rechtzeitige Aufstockung der Belegschaft. So waren es vor allem Personalengpässe, die im vergangenen Sommer zum maximalen Reisechaos führten.

Experten warnen bereits vor ähnlichen Zuständen an deutschen Flughäfen auch in dieser Urlaubssaison. Die Ticketnachfrage ist gegenüber dem Vorjahr noch einmal gestiegen, die Reiselust groß. Warnstreiks kann dabei niemand gebrauchen.

Lufthansa legt neues Angebot vor

Am Freitag nun hat die Lufthansa einer Konzernsprecherin zufolge ihren Piloten ein neues Angebot vorgelegt. Darin enthalten ist unter anderem die Aussicht auf eine Lohnsteigerung um insgesamt stolze 18,5 Prozent, gestaffelt über einen Zeitraum bis 2025. Wie die Gewerkschaftsseite das Angebot aufnimmt, muss sich noch zeigen.

Die Friedenspflicht, während der nicht gestreikt werden darf, endet bei der Lufthansa am 30. Juni – danach wären Arbeitsniederlegungen möglich und denkbar, ausgerechnet in den Juli-Wochen, in denen überall die Sommerferien und damit die Hauptreisezeit anstehen.

Lufthansa Aktie im Plus: Anleger zuversichtlich

Sollte es in diesem Sommer erneut zu Streiks, Personalmangel und Flugausfällen kommen, dürfte sich das auch negativ auf die Lufthansa Aktie auswirken. Das Papier hatte sich seit dem vergangenen Herbst merklich erholt, in den vergangenen Wochen aber an Auftrieb verloren. Seit Jahresbeginn notiert der Kurs knapp 20 Prozent fester.

Anleger reagierten optimistisch auf das nun vorgelegte neue Angebot der Airline: Die seit der Pandemie im MDax gelistete Lufthansa Aktie legte am Freitag bis zum frühen Nachmittag um 0,5 Prozent zu.