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Aveva-Aktie nach Komplettangebot mit Kursplus

Inhaltsverzeichnis

Bereits Ende August ließ die Aussage des Management von Schneider Electric den Aveva-Kurs in die Höhe schnellen. Der französische Elektrokonzern, der bereits knapp 60 % an dem britischen Industriesoftwareherstellers hält, gab die Prüfung einer Komplettübernahme bekannt. Schneider hatte die Kontrolle über Aveva übernommen, nachdem die Franzosen 2017 ihr eigenes Industriesoftwaregeschäft mit dem britischen Unternehmen verschmolzen hatten. Die Aktien von Aveva schnellten daraufhin im Londoner Handel um fast 30% auf 2. 810 Pence nach oben.

Gestern legte Schneider Electric dann sein finales Übernahmeangebot für die restlichen Anteile auf den Tisch. Der Kurs der Aveva-Papiere setzte daraufhin seinen Aufwärtstrend fort und notierte am Abend (17:30 Uhr) mit einem Plus von 2% bei 3.109 Pence.

Schneider Electric – Französischer Traditionskonzern….

Schneider Electric SE ist ein börsennotierter Elektrotechnik-Konzern, der in den Gebieten elektrische Energieverteilung und industrielle Automation tätig ist. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Rueil-Malmaison bei Paris und ist in ca. 115 Ländern vertreten. Dabei kann der Konzern auf eine lange Historie zurückblicken.

Adolphe und Eugène Schneider gründeten 1836 in Le Creusot, Frankreich, auf 280 Hektar Land das Stahlwerk Schneider-Creusot bzw. Schneider & Cie. und gehörten damit zu den großen Pionierunternehmen Frankreichs. Sie waren in den Bereichen Stahl- und Schwerindustrie, Schwermaschinenbau und Ausrüstungen sowie Einrichtungen für das Transport- und Verkehrswesen tätig. Nachdem Schneider bereits als Spezialist auf dem Rüstungsgebiet galt, wandte sich die Firma dem aufkommenden Elektrikmarkt zu und baute 1905 ihre erste Elektrolokomotive.

Heute gehört der Konzern mit einem Jahresumsatz von 28,9 Milliarden Euro (2021) und einem Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro (2021) zu den größten französischen Technologieunternehmen.

…..peilt Komplettübernahme von Aveva an

Nun greifen die Franzosen nach den restlichen Anteilen am britischen Softwarespezialisten Aveva. Die Offerte von 3.100 Pence je Aktie in bar bewertet den auf Maschinenbau und industrielle Software spezialisierten britischen Konzern mit 9,48 Milliarden britischen Pfund. Der Unternehmenswert (Enterprise Value) wurde mit 10,154 Milliarden Pfund angegeben.

Schneider Electric ist seit 2018 Mehrheitsaktionär des Unternehmens und hält derzeit 59,14% der Aveva-Anteile. Der Angebotspreis liegt 41% über dem Aveva-Schlusskurs von 2,192 Pence je Aktie vom 23. August. Am Tag danach hatten die Franzosen angekündigt, ein Übernahmeangebot für die ausstehenden Aveva-Anteile in Erwägung zu ziehen.

Fristablauf macht Übernahme möglich

Der Schneider-Firmenboss Jean-Pascal Tricoire trieb zuletzt die Trennung von Randbereichen voran und lenkte mehr Investitionen in Bereiche, die dem Unternehmen bei der Umstellung auf Digitalisierung helfen sollen. Mit Aveva erhält der Konzern Zugang zur Software für Versorger, Öl- und Gasproduzenten, Transportunternehmen und andere Unternehmen an. Als Konsequenz tritt Schneider damit auch in direkte Konkurrenz mit dem Technologiekonzern Siemens .

Bereits seit 2017 hatte Schneider hatte die Kontrolle über Aveva übernommen, nachdem die Franzosen 2017 ihr eigenes Industriesoftwaregeschäft mit dem britischen Unternehmen verschmolzen hatten. Seitdem hat sich Aveva durch Übernahmen vergrößert. Die ursprüngliche Vereinbarung von Aveva mit Schneider hinderte das französische Unternehmen zwei Jahre lang daran, seine Beteiligung an Aveva zu erhöhen. Die maximale Beteiligung war für weitere 18 Monate auf unter 75% begrenzt, falls bestimmte Bedingungen nicht erfüllt werden.

Den Aktionären scheint der Deal zu gefallen. Gestern notierten beide Papiere mit leichten Kursaufschlägen.