Pharmaaktien mit Potenzial: Pfizer und AbbVie

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Pfizer und AbbVie konnten nicht nur im 1 Quartal kräftig zulegen, auch die weiteren Aussichten auf das Gesamtjahr sind vielversprechend. (Foto: Production Perig / shutterstock.com)

Pfizer hatte einen exzellenten Jahresstart. Der Umsatz stieg im 1. Quartal um 44,6% und der Gewinn um 43,7%. Wachstumstreiber Nummer 1 waren die Impfstoffe, deren Umsätze sich auf 4,9 Mrd. $ mehr als verdreifachten. Allein der gemeinsam mit BioNTech entwickelte Corona-Impfstoff Comirnaty spülte fast 3,5 Mrd. $ in die Kasse. Aber auch die Krebsmedikamente konnten mit einem Wachstum von 17,5% auf 2,9 Mrd. $ überzeugen.

Angesichts der starken Geschäftsentwicklung hat das Management die Jahresprognose deutlich angehoben

Erwartet werden jetzt ein Umsatz von 70,5 bis 72,5 Mrd. $ sowie ein bereinigter Gewinn von 3,50 bis 3,65 $ pro Aktie. Den tatsächlichen Gewinn schätzen wir auf 3 $ pro Aktie. Den Umsatz mit dem Corona-Impfstoff schätzt der Konzern auf 26 Mrd. $. Die Ziele erscheinen realistisch. Im Mai haben die US-Gesundheitsbehörde FDA und das europäische Pendant EMA eine erweiterte Zulassung erteilt. Der Corona-Impfstoff darf jetzt auch Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren gespritzt werden. Getestet werden zudem die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern ab 6 Jahren. Im September könnten belastbare Daten vorliegen.

Mögliche Pille gegen Corona

Eine Pille gegen Corona befindet sich ebenfalls in der klinischen Entwicklung. Das Medikament sollen Infizierte bei ersten Krankheitssymptomen zu Hause einnehmen. Damit sollen das Fortschreiten der Krankheit gebremst und schwere Verläufe und damit Krankenhausaufenthalte vermieden werden. Die Zulassung könnte noch in diesem Jahr erteilt werden.

Unternehmensporträt

Pfizer wurde 1849 gegründet und gehört heute zu den weltweit größten Pharmakonzernen. Der Konzern konzentriert sich seit 2020 nur noch auf patentgeschützte Medikamente. Die Generika und nicht-patentgeschützten Medikamente (Upjohn) sowie die Konsumprodukte wurden ausgegliedert. Die Produktpalette umfasst 10 Blockbuster mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Mrd. $. Die wichtigsten Medikamente sind Eliquis, Prevnar und Ibrance.

AbbVie hat die Integration von Allergan erfolgreich abgeschlossen

Entsprechend erhöhte sich der Umsatz im vergangenen Jahr um 37,7% auf 45,8 Mrd. $. Der Gewinn fiel um 41,4% auf 4,6 Mrd. $, und ist auf Sondereffekte der Übernahme zurückzuführen. Die Quartalsdividende wurde aufgrund der stabilen finanziellen Lage auf 1,30 $ je Aktie erhöht. Im laufenden Jahr will AbbVie weiterwachsen. Der Umsatz wird auf 55,7 Mrd. $ prognostiziert. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 7,27 und 7,47 $ liegen.

Im 1. Quartal konnte der Umsatz um 51% auf 13 Mrd. $ gesteigert werden. Der Gewinn je Aktie blieb auf Vorjahresniveau. Unter den Sparten war der größte Gewinner der Bereich Neurologie. Mit einem Anstieg von über 100% wurden dort 1,25 Mrd. $ umgesetzt. Ein großes Wachstum verzeichnete ebenfalls die Sparte Ästhetik. Dort stieg der Umsatz um 35% auf 1,14 Mrd. $. Botox allein erzielte 477 Mio. $ oder ein Wachstum von 44,7%. Bei den Absatzmärkten stieg vor allem der Heimatmarkt in den USA. Dort stieg der Umsatz um 57,1% auf 9,7 Mrd $.

AbbVie ist finanziell hervorragend aufgestellt

Die Übernahme von Allergan macht AbbVie zu einem Pharmariesen. Finanziell steht es nach der Übernahme besser für AbbVie. Das Eigenkapital konnte aus dem negativen Bereich gehoben werden und notiert mit einer EK-Quote von 8% leicht im positiven Bereich. Das Unternehmen hat zwar massive Schulden, und die liquiden Mittel wurden unter anderem durch die Übernahme erheblich ausgedünnt. Das neue Portfolio beweist aber schon jetzt starkes Wachstum und eine gute Diversifikation.

Unternehmensporträt

AbbVie entstand am 1.1.2013 nach der Aufspaltung von Abbott Laboratories. Mit der Übernahme von Allergan im Mai 2020 entwickelte sich AbbVie zu einem der größten Pharmakonzerne weltweit. Der Pharmakonzern entwickelt Medikamente für Multiple Sklerose (MS), Krebs, Alzheimer und Parkinson. Die Übernahme von Allergan verbreiterte das Portfolio unter anderem mit Botox und der Sparte Ästhetik.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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