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US-Pharmabereich: BMS schluckt Turning Point Therapeutics

US-Pharmabereich: BMS schluckt Turning Point Therapeutics
Freedomz / shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Vielleicht ist es Ihnen schon einmal aufgefallen: Ich berichte im Übernahme-Sensor gerne über Deals aus den Bereichen Pharma, Bio- und Medizintechnik. Hier sind die Übernahmeprämien besonders hoch und ein gezieltes Investment in innovative Startups aus diesen Sektoren bietet Ihnen ein hohes Gewinnpotenzial.

Auch der Deal, von dem ich Ihnen heute berichten möchte, bringt den Investoren eine Übernahmeprämie im dreistelligen Bereich. So hat der US-amerikanische Pharmakonzern Bristol Myers Squibb kurz vor dem Pfingstwochenende angekündigt, dass er den Krebsmittelspezialisten Turning Point Therapeutics Inc. übernehmen möchte.

Die beteiligten Unternehmen im Kurzüberblick

Die in San Diego/Kalifornien ansässige Turning Point Therapeutics entwickelt Medikamente bzw. Anwendungen im Bereich der Präzisionsonkologie. Das Biotech-Unternehmen hat innovative Präparate in der klinischen Entwicklung, die auf die wichtigsten Einschränkungen bestehender Krebstherapien abzielen.

Die aktuell 248 Turning Point-Mitarbeiter erzielten im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 30,8 Mio. US-Dollar (USD). Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich im gleichen Jahr auf -238 Mio. USD. Hierzu müssen Sie wissen: Negative EBITs sind bei innovativen Biotech-Unternehmen, die sich auf Forschung und Entwicklung konzentrieren, nichts Ungewöhnliches.

Bristol Myers Squibb ist nach eigenen Angaben ein weltweit tätiges biopharmazeutisches Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, innovative Medikamente zu entdecken, zu entwickeln und bereitzustellen, die Patienten helfen, schwere Krankheiten zu besiegen.

Das Unternehmen kann bereits auf eine weit über 100-jährige Geschichte zurückschauen und hat seinen Hauptsitz in New York City. Die gut 32.000 Mitarbeiter von Bristol Myers Squibb erwirtschafteten in 2021 einen Umsatz von 46,39 Mrd. USD. Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich auf 9,43 Mrd. USD.

Bristol Myers Squibb bietet Übernahmeprämie von gut 120%

Die Übernahme lässt sich Bristol Myers Squibb eine Stange Geld kosten. Satte 76,00 USD in bar will der New Yorker Pharmakonzern für jede Turning Point Therapeutics-Aktie auf den Tisch legen. Damit bewertet der Pharmariese den Krebsspezialisten mit einem Gesamtwert von 4,1 Mrd. USD.

Bezogen auf den Schlusskurs der Turning Point-Aktie vom vergangenen Donnerstag, dem Tag vor Bekanntgabe der Übernahme, beinhalten die von Bristol Myers Squibb 76,00 USD einen satten Übernahmeaufschlag von etwas mehr als 120%.

So reagierten die Anleger

Wie nicht anders zu erwarten machte die Turning Point-Aktie nach Veröffentlichung des Übernahmeangebots am Freitag einen wahren Kurssprung. Der Kurs kletterte am Freitag an der US-Technologiebörse NASDAQ um knapp 116% auf 74,59 USD.

Damit lag er nur noch gering unter den von Bristol Myers Squibb gebotenen 76,00 USD. Es spricht also vieles dafür, dass die Investoren von einem reibungslosen Ablauf des Deals ausgehen.

Der Kurs der Bristol Myers Squibb-Aktie blieb am vergangenen Freitag, dem Tag der Verkündigung der Übernahme, an der New Yorker Börse (NYSE) nahezu unverändert bei etwas über 75 USD.

Bristol Myers Squibb will sein Krebsportfolio ausbauen

Durch die Übernahme des innovativen Biotech-Unternehmens aus San Diego will der Pharmariese aus New York sein Portfolio im Bereich der Krebsbekämpfung weiter ausbauen. Dabei hat Bristol Myers Squibb insbesondere das von Turning Point entwickelte Krebsmedikament Repotrectinib im Auge, das aller Voraussicht nach in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 in den USA zugelassen werden wird.

Dies bestätigt auch der Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer von Bristol Myers Squibb, Dr. Giovanni Caforio, in seinem Statement zur Übernahme: „Die Übernahme von Turning Point Therapeutics erweitert unsere führende Onkologie-Franchise um ein erstklassiges Präzisions-Onkologieprodukt im Spätstadium.“

Wie es weitergeht

Die Transaktion wurde von den Verwaltungsräten von Bristol Myers Squibb und Turning Point Therapeutics einstimmig genehmigt und wird voraussichtlich im dritten Quartal 2022 abgeschlossen werden. Zuvor müssen noch die Turning Point-Aktionäre und die zuständigen Aufsichtsbehörden dem Deal zustimmen.