Kobalt: Steht hier der große Crash bevor?

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Kobalt wird als Schlüsselrohstoff der Zukunft gefeiert. Tatsächlich aber könnte das Metall bald schon obsolet werden. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Die 20er Jahre werden einen Paradigmenwechsel einläuten: Die Transformation hin zur Elektromobilität ist einer der wichtigsten Grundbausteine des Klima- und Umweltschutzes, so zumindest die Beteuerung der Autobranche.

Tatsächlich aber kommen die Stromer mit einem gewaltigen Rucksack daher. Dabei geht es nicht nur um die CO2-Belastungen, die bei der Förderung von Batterierohstoffen und der Endherstellung anfallen. Sondern auch um ein weitaus unmittelbareres Problem: nämlich die Menschenrechte.

Kobalt: ein hoch umstrittener Rohstoff

Beispiel Kobalt: Ein Großteil des Batteriematerials stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Dort wird der Rohstoff oftmals unter menschenunwürdigen Bedingungen – teils mit Kinderarbeit – gefördert. Für die Autobranche, die sich, wie zuletzt auf der Messe IAA zu sehen war, ein grüneres Image verleihen will, ist das ein erhebliches Problem und stellt das ganze Unterfangen Elektromobilität infrage.

Für Sie als Anleger heißt das vor allem eines: Investitionen in Kobalt sind mit einem teils hohen Risiko verbunden. Der Grund: Die Branche sucht wegen der oben erwähnten Förderungsbedingungen händeringend nach Alternativen. Sollte das tatsächlich gelingen, wären alle hochtrabenden Prognosen zu dem Metall wohl hinfällig. Kobalt wäre dann auf einmal auf dem Abstellgleis.

Adieu Kobalt

Schauen Sie: Der E-Autopionier Tesla etwa forciert derzeit die Abkehr von Kobalt. Nach eigenen Angaben enthalten die Akkus der Kalifornier heute nur ein Viertel der bei Konkurrenten wie Volkswagen üblichen Kobaltmenge. Gleichzeitig hat Teslas Batteriepartner Panasonic angekündigt, in Nevada künftig Zellen zu produzieren, die eine höhere Energiedichte haben, obwohl sie gänzlich ohne Kobalt auskommen.

Und auch der weltgrößte Batterieproduzent für Autos, CATL aus China, hat inzwischen einen Akku präsentiert, der auf Kobalt verzichtet. Ebenso wie der Konkurrent SVolt, dessen kobaltfreie Batterien bereits jetzt auf Interesse des viertgrößten Autobauers Stellantis (Peugeot, Fiat, Chrysler, Opel) stoßen.

Umstellung wird dauern

Noch ist der Boom rund um die Elektromobilität der wichtigste Treiber der Kobaltnachfrage. Experten erwarten zwar, dass dies auch in den kommenden Jahren erst einmal so bleiben wird. Allerdings entfernt sich die Batterieforschung zunehmend von dem umstrittenen Metall. Der Bedarf könnte also langfristig einbrechen, was den Kobaltpreis schwer gen Boden drücken würde.

Klar: Auch in Zukunft wird Kobalt nicht komplett von der Bildfläche verschwinden. Gut möglich aber, dass der dann geringere Bedarf durch das Recycling gedeckt werden könnte. Neues Kobalt wäre dann mehr oder weniger obsolet.

Achtung: Reine Kobalt-Aktien bedeuten hohes Risiko

Wollen Sie als Anleger in Bergbau-Aktien investieren, empfiehlt es sich deshalb, möglichst diversifizierte Unternehmen auszusuchen, deren Hauptgeschäft nicht unbedingt in Kobalt liegt. Eine Aktie mit einem solchen hohen Risikopotenzial ist zum Beispiel Cobalt 27 Capital. Das Streaming-Unternehmen konzentriert sich bei seinen Lizenzeinkäufen ausschließlich auf Kobalt.

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Von: Marco Schnepf.

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