HelloFresh: Aktie des Kochboxversenders nach erhöhter Prognose mit neuem Schwung

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Die Aktie des Kochboxversenders HelloFresh konnte nach starken Zahlen und angehobener Prognose einen 20% Kurssprung hinlegen. Wie geht es weiter? (Foto: FOOTAGE VECTOR PHOTO / shutterstock.com)

Mit einem kräftigen Kursplus reagierte die Aktie des Kochboxversender HelloFresh auf die gerade angehobene Prognose. Zudem konnten die Berliner im abgelaufenen dritten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen. Die Papiere zogen daraufhin am gestrigen Handelstag deutlich um 20% auf 84 Euro an. Damit könnte die jüngste Konsolidierungsbewegung, die die Aktie von 95 auf zeitweilig 70 Euro drückte, ein Ende gefunden haben.

HelloFresh – Lebensmittelboxen für Kochmuffel

Bevor ich Ihnen die aktuellen Zahlen im Detail vorstelle, möchte ich Ihnen erst noch auf das Geschäftsmodell der Firma eingehen: HelloFresh ist ein Lieferservice für Lebensmittel. Das Unternehmen liefert die passenden Zutaten und die Rezepte für Gerichte zum selber Kochen an die Haustür. Die Lieferungen können individuell abgestimmt werden und die Essensplanung mit wöchentlich neuen Gerichtideen wird von HelloFresh übernommen.

Abonnenten des Services können jede Woche aus abwechslungsreichen Gerichten auswählen und sparen sich den Weg zum Supermarkt. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und ist in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Australien und Kanada aktiv. Der Unternehmenssitz befindet sich in Berlin und HelloFresh unterhält weitere Büros in New York, London, Amsterdam, Zürich, Sydney und Toronto.

Corona spielt dem Unternehmen in die Karten

Zuletzt hatte der Kochboxversender durch die Coronakrise enormen Rückenwind erhalten. Die vorübergehenden Schließungen zahlreicher Restaurants sorgten für eine Art Hochkonjunktur bei HelloFresh. Die einfache Art der Bestellung und Zubereitung gewann vor allem in Homeoffice-Zeiten bei den Kunden an Beliebtheit. So konnte der Berliner Konzern im zurückliegenden Jahr die Umsätze deutlich um 107% auf 3,75 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich erreichte HelloFresh erstmals auf Jahresbasis die Gewinnzone. Mit einem Nettogewinn von 369 Millionen Euro lag die Gewinnmarge bei 9,84%.

Wachstumsdynamik hält an

Trotz der sinkenden Homeoffice-Quoten hält auch in diesem Jahr die hohe Wachstumsdynamik weiter an. Im dritten Quartal kletterte der Konzernumsatz um 45% auf 1,41 Milliarden Euro. Damit wurden die Erwartungen deutlich geschlagen. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld der Zahlen lediglich von 1,31 Milliarden Euro Umsatz ausgegangen.

Das starke Umsatzwachstum lag neben einer dynamischen Neukundengewinnung auch in einer weiterhin hohe Bestellrate und hohen durchschnittlichen Bestellwerte begründet.

In Zahlen: Die Anzahl der aktiven Kunden erhöhte sich im Jahresvergleich um 38,8% auf 6,94 Millionen. Bei den Bestellungen verzeichnete HelloFresh sogar einen Anstieg um  41,6% auf 27,59 Millionen Dollar. Der durchschnittliche Bestellwert kletterte leicht auf 51,3 Euro (+3,2%).

Prognose wird abermals angehoben

Für die Zukunft zeigt sich HelloFresh ebenfalls optimistisch. Der Essenslieferdienst hat seine Wachstumsprognose angehoben und die Margenschätzung bestätigt: Für das Gesamtjahr stellt der Konzern nun ein Umsatzwachstum zwischen 57 und 62% in Aussicht. Bisher lag die Prognosespanne bei 45 bis 55%. Die Analysten hatten im Durchschnitt bislang mit „nur“ 53% gerechnet.

Die Prognose für die bereinigte operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bestätigte HelloFresh, sie wird weiterhin zwischen 8,25 und 10,25% erwartet.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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