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In dieser Aktie steckt Energie

In dieser Aktie steckt Energie
HENADZY / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Fragt man Ingenieure und Techniker rund um Batterien und Akkus, fällt schnell der Name Varta. Das deutsche Unternehmen hat rund um Knopfzellen einen guten Ruf. Da wäre es doch logisch, dass das Unternehmen auch mit Batterien für E-Autos ein gutes Geschäft macht. Oder? Doch genau hier liegt bei Varta der Hund begraben! Seit Monaten geht es für die Aktie nach unten. Die Vorschusslorbeeren nach Bekanntgabe der E-Auto-Strategie waren einfach zu viel.

Wir erklären Ihnen, was in der Aktie steckt. Zuvor aber ein paar Worte zum Unternehmen an sich. VARTA wurde 1887 gegründet und gehört heute zu den weltweit bedeutendsten Anbietern von Batterien (Microbatteries) und Energiespeicher-Lösungen (Power & Energy) für eine Vielzahl von Anwendungen. Die Batterien kommen unter anderem in Hörgeräten, Werkzeugen und Kopfhörern sowie weiteren Produkten der Unterhaltungselektronik zum Einsatz. Der Konzern notiert seit Oktober 2017 wieder an der Börse.

Gute Zahlen, aber…

VARTA hat zwar das Jahr mit Rekordergebnissen abgeschlossen, das eigene Umsatzziel allerdings verfehlt. Die viel beachtete bereinigte operative Marge vor Abschreibungen (EBITDA-Marge) verbesserte sich dagegen von 27,7 auf 31,3% und übertraf damit den Zielwert von 30%. Beide Sparten haben besser abgeschnitten, regional überzeugte aber nur der europäische Markt. Für das laufende Jahr hat das Management einen Umsatz von 950 Mio € bis 1 Mrd € sowie ein bereinigtes EBITDA von 260 bis 280 Mio € in Aussicht gestellt.

Den Gewinn schätzen wir auf 120 Mio €. Die Profitabilität wird sich also verschlechtern. Denn die Folgen der Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und steigende Rohstoffpreise werden nicht spurlos an VARTA vorbeigehen. Insbesondere die hohen operativen Kosten wird der Konzern kaum vollständig an die Kunden weitergeben können. Hinzu kommt, dass Großkunde Apple angekündigt hat, die Produktion von Kopfhörern zu drosseln. Dies wird die Umsatzentwicklung in der Sparte Microbatteries bremsen.

…auch Gegenwind

Die langfristigen Aussichten sind jedoch gut. Hohes Wachstumspotenzial bieten vor allem die von der EU geförderten großformatigen Lithium-Ionen-Hochleistungsrundzellen für E-Autos. Die Produktion am Standort Ellwangen läuft wie geplant. Ein Kunde wird bereits aus der Pilotproduktion beliefert. Und mit weiteren potenziellen Abnehmern laufen derzeit Verhandlungen.

Trotz der insgesamt soliden Jahreszahlen und der langfristig guten Perspektiven hinkt die Aktie den Vergleichsindizes hinterher. Der schwache Jahresausblick und die immer noch hohe Bewertung bremsen die Kursentwicklung. Hier ist die Luft raus, die Dividendenrendite von 2,8% ist aber in Ordnung. Warten Sie ab!