Eutelsat-Aktie nach Fusion mit Oneweb schwächer

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Jetzt haben sich die Gerüchte bestätigt. Der französische Satellitenbetreiber Eutelsat will mit dem britischen Konkurrenten One Web zusammengehen. Die Fusion hat es in sich. Immerhin entsteht neben Starlink und Kuiper Gas eines der weltweit führenden Unternehmen für Sateliteninternet. ,

Die Eutelsat-Anleger reagierten aber erst einmal skeptisch. Der Aktienkurs des an der Pariser Börse notierten Unternehmens rauschte direkt nach der Meldung um 16% in den Keller. Seit die Gerüchte vor ein paar Tagen verstärkt die Runde machten, haben die Eutelsat-Papiere sogar beinahe ein Drittel an Wert verloren.

Wer hinter Eutelsat Communications steckt

Eutelsat Communications ist die Holdinggesellschaft der Eutelsat S.A., einem der weltweit führenden Satellitenbetreiber. Produkte und Dienstleistungen umfassen die Bereiche TV-Übertragungsdienste, Breitbanddienste, Telekommunikations- und Datendienste und Mobile und maritime Kommunikation.

Mit 36 Satelliten erreicht das Unternehmen ihre Kunden in 150 Ländern in Europa, Afrika, Asien und Amerika. Eutelsat wurde 1977 gegründet und startete 1983 den ersten Satelliten. Der Hauptsitz der Gesellschaft ist in Paris, Frankreich. Für das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr 2021/22 (endete am 30. Juni) peilt der Konzern bei einem Umsatz von 1,15 Milliarden Euro einen Nettogewinn von 231 Millionen Euro an. Damit liegt der Umsatz leicht unter (-6,8%), der Gewinn jedoch über dem Vorjahresniveau (+7,9%).

Deal mit politischer Tragweite

Jetzt plant Eutelsat den Zusammenschluss mit dem britischen Unternehmen Oneweb. In dem Deal wird Oneweb mit 3,3 Milliarden Euro bewertet. Dabei hat der Deal auch eine politische Tragweite: Hinter Eutelsat steht Frankreich als Haupteigner und China als viertgrößter Teilhaber, während an Oneweb der britische Staat und der indische Unternehmer Sunil Bharti Mittal beteiligt sind. Eutelsat selbst hält seit vergangenem Jahr ebenfalls 23% der Oneweb-Papiere.

Die britische Regierung besitzt zudem eine Goldene Aktie, die sie auch nach der geplanten Fusion behalten soll. Allerdings soll sich das Recht nach dem Zusammenschluss nur auf Oneweb beziehen und nicht Eutelsat betreffen.

Neuer Spieler auf dem Satelitenmarkt

Eine Übernahme von OneWeb könnte Eutelsat im internationalen Rennen um den Ausbau kommerzieller Satellitennetze entscheidend stärken. Eutelsat verfügt über eine Flotte von 36 Satelliten im geostationären Orbit. Diese werden den Plänen nach mit OneWebs Satelliten in der niedrigen Erdumlaufbahn kombiniert, die den Internetzugang aus dem Orbit ermöglichen. OneWeb verfügt derzeit über 428 Satelliten in der Umlaufbahn.

Wichtige Rivalen sind der Unternehmer Elon Musk mit seiner Firma SpaceX und deren Satellitennetz Starlink und die Amazon-Tochter Kuiper. Während Starlink und Kuiper zuletzt sehr präsent waren, ist ein weiter Player, die russische Raumfahrtindustrie, auf Grund der Sanktionen ins Abseits geraten.

Milliardenschwere Synergien erwartet

Neben der Stärkung der Marktposition rechnen beide Firmen auch mit erheblichen Einsparungen. Der Pressemitteilung zufolge sollen auf Grund von Synergieeffekten 1,5 Milliarden Euro eingespart werden. Beide Unternehmen sollen ihren Firmensitz in Großbritannien und Frankreich behalten. Gemeinsam erwarten die beiden Konzerne für das Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 700 Millionen Euro. Die Fusion, die noch der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und der Eutelsat-Aktionäre bedarf, soll bis Mitte 2023 abgeschlossen sein.