Medien als Investment?

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Die Medienbranche hat eine jahrelange Transformation hinter sich. Inzwischen sind die Geschäftsmodelle digital. Wir schauen uns einen spannenden Wert an. (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Irgendwas mit Medien. Dieser legendäre Berufswunsch vieler junger Leute ist inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden. Während der Einstieg in die Branche motiviert von jugendlichem Leichtsinn zahlreiche (unbezahlte) Praktika nach sich ziehen kann, lohnt sich der Einstieg als Aktionär bei einem Medienkonzern schon eher. Doch auch dort gibt es spezialisierte Spieler und bunte Gemischtwarenläden.

Wir analysieren Vivendi für Sie und erklären, ob die Aktie eine Überlegung wert ist. Vivendi S.A. war an Marken wie SFR – zweitgrößter französischer Telekommunikationsanbieter (zu 100%) – Maroc Telecom Group (zu 53%), GVT, Canal+ Group und Zaoza (alle zu 100%) beteiligt und ist seit der Umstrukturierung (seit 2011) vor allem im französischen Pay-TV-Markt aktiv. Der Umbauprozess ist aber noch nicht abgeschlossen.

Solide Zahlen von Vivendi

Vivendi hat im 1. Halbjahr mehr umgesetzt, aber weniger verdient. Der Umsatz legte um 8,5% auf 8,2 Mrd € zu. Unterm Strich ging der Gewinn um knapp ein Drittel auf 0,45 € je Aktie zurück. Besonders gut lief es bei der Havas-Tochter, die ihr operatives Ergebnis fast verdoppelt hat. Aber auch Universal und Canal+ konnten hier zweistellig zulegen. Angesichts der weitreichenden Umstrukturierung sind die Zahlen überraschend solide. Vivendi möchte seine einzelnen Geschäftsbereiche strategisch stärker miteinander verknüpfen. Der Konzern soll sich zu einem Content- und Entertainment- Produzenten weiterentwickeln.

Neben TVund Musik-Formaten möchte der Medien- Konzern dann auch im Werbemarkt eine größere Rolle spielen. Hier liegt der Fokus auf dem digitalen Geschäft. Neben klassischen Platzierungen für Werbeanzeigen im Internet geht es auch um digitales Provisionsgeschäft (Affiliate-Werbung). Hierbei werden Links zu fremden Webseiten mit redaktionellen Inhalten verzahnt, um so Kunden auf andere Verkaufsseiten zu locken. Der Betreiber der Ausgangsseite erhält für jeden Klick eine Provision. Dieses Geschäftsmodell steht und fällt mit der Reichweite im Internet. Da Vivendi aber unterschiedlichste Inhalte anbieten kann und über entsprechende Reichweiten verfügt, ist es eine Goldgrube.

So sollten Sie besser investieren!

Vivendi hat solide Zahlen vorgelegt, blieb aber im Rahmen der Umstrukturierung etwas hinter unseren Erwartungen zurück. Der Konzern ist derzeit fair bewertet. Uns fehlt es an wichtigen Impulsen. Bleiben Sie der Aktie besser fern und suchen Sie sich Alternativen. Die Dividendenrendite von 1,9% kann auch nicht begeistern. Bevor Sie in „irgendwas mit Medien“ investieren, suchen Sie sich besser eine andere Aktie.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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