Osram: Das Comeback der ehemaligen Siemens-Tochter

Die im MDax notierte ehemalige Siemens-Tochter Osram zählte in den vergangenen Tagen zu den größten Gewinnern an der deutschen Börse.

Nach positiven Analysteneinstufungen kletterte die Aktie seit Anfang dieser Woche von rund 37 Euro auf in der Spitze fast 41 Euro. Das bedeutete ein Plus von rund 10%.

Damit setzt sich die turbulente Entwicklung des auf Lichttechnik spezialisierten Unternehmens seit dem Börsengang im Juli 2013 fort.

Osram und die Berg- und Talfahrt seit dem Börsengang

Die Osram-Aktie startete ihr Börsendasein im Juli 2013 mit einem Emissionspreis von 24 Euro. Im März 2014 – also nur 8 Monate später – konnten sich die Anleger, die seit dem Börsengang dabei waren, bereits über mehr als 100% Gewinn freuen. Denn die Aktie markierte zu diesem Zeitpunkt Höchststände von über 50 Euro.

In der Folge stürzte die Osram-Aktie dann allerdings wieder um etwa 50% ab und markierte im Oktober 2014 – also nur 7 Monate später – Tiefststände von nur noch knapp über 25 Euro. Zusammenfassend könnte man sagen: Von Null auf Hundert und zurück.

Ursächlich für den Absturz waren rasante Veränderungen auf dem Lichtmarkt und dementsprechend enttäuschende Zahlen. Eine der Antworten, die das Unternehmen darauf fand, war die Streichung von fast 8.000 Stellen über einen Zeitraum von 3 Jahren.

Doch warum erholte sich die Osram-Aktie danach wieder und notiert derzeit bei rund 40 Euro? Und was sorgte dafür, dass Analysten sich jetzt positiv zu Osram äußerten? Diese Fragen werde ich Ihnen jetzt beantworten.

Das steckt hinter dem Comeback von Osram

Ein Grund für den neuen Aufschwung der Osram-Aktie ist ein Bericht der niederländischen Zeitung „Het Financieele Dagblad“. Demnach sollen die Beteiligungsgesellschaften KKR und CVC Interesse an der Lichtsparte von Philips haben. Dessen Wert sieht die Wirtschaftszeitung bei 9,5 Mrd. Euro.

Bereits im vergangenen November hatte die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf Insider berichtet, dass KKR, CVC und weitere Finanzinvestoren ein Auge auf die Philips-Sparte geworfen hätten. Das neue Aufflammen dieser Übernahmegerüchte hievte auch die Philips-Papiere in Amsterdam nach oben.

Durch die Gerüchte um einen möglichen Verkauf der Lichtsparte von Phillips scheinen jetzt auch Übernahmephantasien rund um Osram zu entstehen. Offenbar könnten sich  einige Börsianer gut vorstellen, dass auch Unternehmensteile von Osram bald zum Verkauf stehen  und womöglich ein neuer Licht-Gigant heranwachsen könnte.

Ein weiterer Grund, warum sich Analysten positiv zu Osram äußerten ist, dass die Aussichten des Lichtspezialisten für das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014/2015 optimistisch eingeschätzt werden. Dies wird mit einer starken Nachfrage aus dem Automobilsektor und einer hohen Dynamik im LED-Geschäft begründet.

Meine Einschätzung: Sie sollten bei Interesse die Zahlen abwarten

Am 4. Februar veröffentlicht Osram die Vorabzahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015, welches am 1. Oktober 2014 begonnen hat.

Sie sollten, wenn Sie an der Osram-Aktie interessiert sind, die Vorabzahlen abwarten und prüfen, ob der derzeitige Optimismus einiger Analysten begründet ist. Sollte dies der Fall sein, können Sie zuschlagen.

21. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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