Der Zulieferer und die Dividende

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Was bringt die Mobilitätswende für Anleger? Wir haben den Check bei Valeo gemacht. (Foto: andriano.cz / shutterstock.com)

Wie aussichtsreich könne Autozulieferer noch sein, wenn ihre Kunden vor der Mobilitätswende stehen? Einerseits investieren Autobauer kräftig in die Zukunft, andererseits vernachlässigen sie zunehmend die Verbrenner. Zulieferer, die viele Produkte rund um klassische Verbrennungsmotoren anbieten, könnten ein Problem bekommen. Wir haben für Sie die Aktie von Valeo unter  die Lupe genommen.

Bevor wir erklären, wie es um das Unternehmen steht, zeigen wir auf, was Valeo konkret macht. Valeo wurde 1923 gegründet und ist Frankreichs viertgrößter Automobilzulieferer. Dazu gehören Scheibenwischer, Kupplungen, Schaltungen, Beleuchtung, Sicherheitssysteme, Motorenkühlsysteme, Lichtmaschinen und Starter sowie Heizungen und Klimaanlagen. Mit rund 140 Produktionsstätten, 19 Forschungszentren, 35 Entwicklungszentren, 15 Vertriebszentren ist Valeo in 32 Ländern tätig.

Valeo erwartet Wachstum

Valeo hat 2020 mit einem hohen Verlust von 1,1 Mrd € abgeschlossen. Das operative Ergebnis betrug -372 Mio €. Der Umsatz ging um 15,6% auf 16,4 Mrd € zurück. Aufgrund der Umsatzzahlen für das 1. Quartal rechnet Valeo im laufenden Jahr mit besseren Zahlen. In allen Regionen und in allen Bereichen erzielte der Konzern eine starke Outperformance im Vergleich zu 2019 (dem Jahr vor der Covid-19-Krise). Im Vergleich zum 1. Quartal 2020 stieg der Umsatz um 4%, auf vergleichbarer Basis waren es 8%. Der Umsatz mit Erstausrüstungen legte um 7% zu, was auf das Umsatzwachstum in Asien, insbesondere in China, zurückzuführen ist.

Der Aftermarket- Umsatz stieg um 8%. Sonstige Verkäufe stiegen um 15%, was den Aufschwung des Geschäfts und die bevorstehenden Produktionsstarts der Kunden bestätigt. Valeo plant auch mit steigenden Umsätzen aus dem Geschäft im Bereich Elektromobilität. So soll das Wachstum des Joint Ventures Valeo Siemens eAutomotive beschleunigt werden. Bis 2030 will Valeo die Emissionen in seiner Wertschöpfungskette, einschließlich der Emissionen seiner Lieferanten, um 45% senken. Um das zu erreichen, sollen 400 Mio € investiert werden. 2021 geht Valeo von einem Wachstum der weltweiten Automobilproduktion von 10% aus.

Dividende ist kaum ein Thema

Dabei rechnet der Zulieferer damit, dass die durch den Mangel an Mikroelektronik ausgelösten Produktionsausfälle im 1. Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte ausgeglichen werden. In diesem Zusammenhang strebt Valeo einen Umsatz von 18 Mrd € an. Auch Valeo arbeitet an der Mobilitätswende. Da diese Investitionen aber teuer sind und es einiger Anstrengung bedarf, sollten Anleger nicht auf eine höhere Dividende hoffen. Mit 0,8% ist diese ohnehin zu vernachlässigen. Die Aktie ist für Sie bestenfalls mittelprächtig interessant.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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