Hella-Aktie: Lichtspezialist fährt mit Knorr nicht in den Hafen der Ehe ein

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Hella-Aktie kratzt trotz Rückzieher von Knorr Bremse am Rekordhoch: Alternative Bieter stehen in den Startlöchern (Foto: SergeyP / Shutterstock.com)

Die Meldung war ein Paukenschlag. Kaum eine Woche ist es her, als der Automobilzulieferer Knorr Bremse offiziell sein Interesse an dem Lichtspezialisten Hella bekundete und nun folgt bereits die Kehrtwende. Die Übernahme des 60%-igen Mehrheitsanteils ist schon wieder vom Tisch. Nach sorgfältiger Analyse scheint ein Zusammenschluss nicht die gewünschten Synergien zu liefern, so die Argumentation des Herstellers von Lkw- und Zugbremsen.

Der Hella-Anleger scheint der Rückzug nicht zu stören. Die Aktie notiert quasi unverändert und beim Kurs von 57 Euro nur minimal unter dem bisherigen Rekordhoch.

Hella – alles rund um Lichttechnik

Bevor wir auf die vereitelte Übernahme kommen, möchte ich Ihnen das Objekt der Begierde erst einmal näher vorstellen: Hella ist ein global tätiger Zulieferer mit Produktionsstandorten in Europa, Asien und Amerika. Spezialisiert hat sich der Konzern auf Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik. Das Unternehmen agiert in den drei Geschäftsbereichen Automotive (rd. 75% Umsatzbeitrag), Aftermarket (rd. 20% Umsatzbeitrag) und Special Applications (rund 5% Umsatzbeitrag).

Im Bereich „Automotive“ entwickelt, produziert und vertreibt Hella verschiedene Artikel für die Lichttechnik und Elektronik für Fahrzeughersteller und Zulieferbetriebe. Zum Angebot zählen dabei Batteriesensoren, radarbasierte Fahrerassistenz-Systeme oder adaptive Licht-Systeme.

Im „Aftermarket“-Bereich bietet Hella für unabhängige Werkstätten mehr als 40.000 eigene und konzernfremde Teile und Diagnosegeräte an. Im Segment „Special Applications“ konzentriert sich die Firma hingegen auf die Bedürfnisse von Baumaschinen- und Bootsherstellern sowie Kommunen und Energieversorgern.

Führende Position im Nischenmarkt

Die Marktposition des Konzerns ist durchaus beeindruckend. Hella zählt weltweit zu den größten 4 Zulieferern für Lichtsysteme (Europa: Top1-2). Bei LED-Scheinwerfern ist Hella sogar Marktführer.

Im Bereich der Elektronikbauteile hat das Unternehmen als weltweite Nummer 2-3 beziehungsweise als Nummer 1-2 in Europa eine ähnlich starke Position. Als KFZ-Teilehändler zählt der Konzern in Europa ebenfalls zu den Top 3. Dabei profitiert die Firma von der internationalen Präsenz und hohen Entwicklungsaufwendungen, die eine schwierige Markteintrittsbarriere für neue Wettbewerber darstellen.

Auf der Suche nach einem Käufer

Vor gut einer Woche hatte Hella offiziell bestätigt, dass die Hella-Mehrheitseigentümer auf der Suche nach einem Käufer für ihre Anteile sind. Zum Hintergrund: Die rund 60 Familiengesellschafter von Hella haben ihre Aktienpakete gebündelt. Die dafür geschlossene Poolvereinbarung gilt nach Angaben des Unternehmens mindestens bis 2024.

Neben dem abgesprungenen Investor Knorr-Bremse sind laut Medienberichten auch der französische Rivale Faurecia und Plastic Omnium an dem Anteil interessiert. Durchaus denkbar, dass sich auch Finanzinvestoren das Familienunternehmen näher anschauen. Derzeit ist die Investmentbank Rothschild damit beauftragt, den Verkaufsprozess zu begleiten.

Hella steigert nach neun Monaten operativen Gewinn

Operativ konnte sich Hella zuletzt trotz einem herausfordernden Umfeld wacker behaupten. Im Zeitraum von 01. Juni 2020 bis zum 28. Februar sanken die Umsätze nur marginal um 0,3% auf 4,74 Milliarden Euro. Zugleich konnte der Lichtspezialist das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern deutlich um 10,1% auf 373 Millionen Euro steigern.

Für das Gesamtjahr peilt Hella jeweils die obere Bandbreite der Prognose an: Beim Umsatz lag die Range zwischen 6,1 bis 6,6 Milliarden Euro. Bei der operativen Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT) liegt die Prognosespanne zwischen 6 bis 8%.

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Hella legt Zahlen vor und streicht Prognose zusammenDer Autozulieferer Hella leidet unter der Chipkrise und muss deshalb seine Prognose für das laufende Jahr kürzen.  › mehr lesen


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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