Dexcom: Aktie des Glukose-Monitoring-Spezialist nimmt wieder Fahrt auf

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Dexcom-Aktie: Glucose-Monitoring-Spezialist schlägt Erwartungen und passt Prognose an. Demographische Entwicklung spielt US-Konzern in die Karten (Foto: Production Perig / shutterstock.com)

In konjunkturell unsicheren Zeiten suchen die Anleger oft nach stabilen Geschäftsmodellen, die weniger stark von der Wirtschaftsentwicklung abhängen. Dass aber auch diese Aktien stark schwanken können, ist am Beispiel der Dexcom-Aktie eindrucksvoll zu sehen. Ende April sackten die Papiere im Zuge einer etwas schwächeren Gesamtjahresprognose beinahe um ein Viertel in den Keller. Wer den Rücksetzer zum Kauf genutzt hat, wird sich inzwischen die Hände reiben. Seither haben die Papiere wieder deutlich um beinahe 50% angezogen und zwischenzeitlich sogar ein neues Rekordhoch erreicht.

Blutzuckerspiegel ständig im Blick

Bevor wir auf die aktuelle Geschäftsentwicklung im Detail kommen, möchte ich Ihnen die Firma Dexcom erst einmal näher vorstellen. Denn hierzulande dürfte das Unternehmen den wenigsten Anlegern bekannt sein. DexCom spezialisiert sich auf die Entwicklung und Vermarktung von CGM-Systemen (Continuous Glucose Monitoring), die den Blutzuckerspiegel bei Patienten mit Diabetes kontinuierlich überwachen. Das Hauptprodukt von DexCom ist das G6 CGM.

Der G6-Sensor wird unter die Haut eines Patienten implantiert, oft auf der Rückseite des Arms. Ein Sender verbindet sich mit dem Sensor und sendet Echtzeitdaten über den Insulinspiegel an einen Empfänger oder ein Smartphone. Diese Informationen können auch an andere Personen weitergegeben werden, z.B. an Ärzte oder an Eltern von Kindern, die das Gerät benutzen. Der G6 CGM-Sensor kann bis zu 10 Tage getragen werden, bis man ihn austauschen muss.

Enorme Vorteile für den Patienten

Im Gegensatz zu den meisten Glukose-Messsystemen benötigt das G6 von DexCom keine Piekser in die Fingerkuppen und bietet dem Patienten einen enormen Mehrwert. Durch die kontinuierliche automatische Überwachung des Blutzuckerspiegels müssen die Patienten nicht mehr selbst daran denken.

Dexcom adressiert riesigen Markt….

Weniger als 25% der Insulinverbraucher in den USA verwenden derzeit CGM-Systeme. DexCom hat bislang weniger als 20% des gesamten adressierbaren Marktes erobert. Dieser Kernmarkt bietet DexCom ein erhebliches Wachstumspotenzial. Das Unternehmen plant zudem, seinen Markt zu erweitern, indem man nach Möglichkeiten sucht, CGM im Diabetes-Screening und im intermittierenden Monitoring (geplantes Monitoring in bestimmten Zeitabständen im Gegensatz zum kontinuierlichen Monitoring) für Schwangere, Krankenhauspatienten und Patienten mit Typ-2-Diabetes sowie im Diabetes-Screening für Prädiabetespatienten einzusetzen.

….und erreicht beeindruckendes Wachstum

Ein Blick in die zurückliegenden Jahre zeigt, wie erfolgreich der Konzern mit seinen Produkten expandiert hat: Seit 2006 explodierten die Umsätze von 2 Millionen Dollar auf 1,92 Milliarden Dollar in 2020. Seit 2019 ist Dexcom profitabel und erzielte im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 494 Millionen Dollar.

Zweites Quartal über den Erwartungen

Im zurückliegenden zweiten Quartal konnte der US-Konzern die Analystenerwartungen übertreffen: Der Umsatz kletterte um 31,7% auf 595,1 Millionen Dollar, was immerhin 43,4 Millionen Dollar über den Prognosen lag. Die Anleger haben die Zahlen deutlich positiv aufgefasst. Zumal sich die Wachstumsdynamik zum Vorquartal (+25%) wieder verbessert hat. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn lag bei 76 Cent pro Aktie. Auch das lag über den Erwartungen. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten in den Banken hatten lediglich mit einem Gewinn von 44 Cent je Anteilschein gerechnet.

Management schraubt Prognose nach oben

Für den restlichen Jahresverlauf zeigt sich die Konzernführung ebenfalls wieder zuversichtlich und hat die vormals revidierte Prognose wieder nach oben angepasst. Der Umsatz wird nun mit 2,36 bis 2,4 Milliarden Dollar erwartet (vorher: 2,26 bis 2,36 Mrd. Dollar). Das entspricht einem Wachstum zwischen 22 und 25% zum Vorjahr. Dabei soll eine bereinigte operative Gewinnmarge (EBITDA) von 24% erreicht werden. Damit wurde die alte Prognose um einen Prozentpunkt nach oben geschraubt.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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