Schaltbau: Spektakuläres Übernahme-Angebot

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

Die Schaltbau-Aktie hat am Montag dieser Woche um 38% zugelegt. Hintergrund war die Ankündigung eines Übernahmeangebots durch den US-Finanzinvestor Carlyle. (Foto: Björn Wylezich / Adobe Stock)

Es war die Meldung der Woche in der deutschen Börsenlandschaft: Der große US-amerikanische Finanzinvestor Carlyle will den deutschen Nebenwert Schaltbau übernehmen. Aus einer am vergangenen Samstag veröffentlichten Mitteilung geht hervor, dass Carlyle 53,50 Euro je Schaltbau-Aktie bietet.

Das ist ein Aufschlag von satten 32% gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom letzten Handelstag vor Bekanntwerden des Übernahmeangebots und ein Aufschlag von 44% auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 3 Monate.

Die Schaltbau-Aktie legte daraufhin am Montag in der Spitze um 38% zu und ging mit 56 Euro aus dem Xetra-Handel. Damit lag der Kurs sogar einige Prozentpunkte über den von Carlyle gebotenen 53,50 Euro je Aktie. Einen derart hohen Kurssprung bei einem deutschen Nebenwert an nur einem einzigen Tag erlebt man an der Börse extrem selten (wie der Zufall es will: heute schafft die Zooplus-Aktie ebenfalls nach einem Übernahmeangebot das gleiche Kunststück).

Weitere Details zur geplanten Übernahme

Das Angebot von Carlyle ist aus meiner Sicht fair. Der Angebotspreis beinhaltet – wie schon geschrieben – eine deutliche Prämie gegenüber dem vorherigen Kurs. Und weil das Angebot gut ist, hat Carlyle unwiderrufliche Zusagen von Schaltbau-Aktionären erhalten, die rund 69% des gesamten Aktienkapitals von Schaltbau repräsentieren und ihre Aktien im Zuge des Angebots andienen werden.

Auch der Schaltbau-Vorstand hält das Angebot für gut und hat angekündigt, vorbehaltlich einer Überprüfung der Angebotsunterlage und der Wahrung organschaftlicher Pflichten, das Angebot zu unterstützen. „Carlyle hat sich mit einer Reihe erfolgreicher Investitionen auch im deutschen Markt als sehr verlässlicher, verantwortungsvoller und starker Partner erwiesen”, so Schaltbau-Chef Jürgen Brandes.

Und weiter: „Das Angebot wie es sich derzeit darstellt, ist eine große Chance für alle unsere Stakeholder. Mit der zusätzlichen finanziellen Unterstützung, dem globalen Branchenzugang und Netzwerk von Carlyle können wir unsere Wachstumspläne, die wir in unserer Strategie 2023 dargelegt haben, deutlich beschleunigen.”

Gute Halbjahreszahlen von Schaltbau

Wenige Tage vor dem von Carlyle angekündigten Übernahmeangebot hatte Schaltbau gute Zahlen für das 1. Halbjahr 2021 vorgelegt. Der Umsatz stieg um 6% auf 253,3 Mio. Euro. Der operative Gewinn (EBIT) legte deutlich überproportional zum Umsatz um 42% auf 13,6 Mio. Euro zu.

Damit lag die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) im 1. Halbjahr bei guten 5,4% (nach 4,0% im Vorjahr). Ebenfalls erfreulich ist, dass Schaltbau beim Auftragseingang mit +3% auf 279,5 Mio. Euro noch einmal eine Schippe drauflegen konnte. Hohe Dynamik gewinnt die Nachfrage nach Angaben des Schaltbau-Managements aus den wachstumsstarken Märkten New Energy / New Industry.

Im Zuge der Vorlage der Halbjahreszahlen wurde auch noch einmal die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Diese sieht einen Auftragseingang von 550 bis 580 Mio. Euro, einen Umsatz von 520 bis 540 Mio. Euro und eine operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) von ca. 5% vor.

Ein Einstieg bietet sich bei Schaltbau nach dem spektakulären Kurssprung von Montag dieser Woche und angesichts der Tatsache, dass die Aktie derzeit über dem Angebotspreis notiert, nicht mehr an.

Wall Street – shutterstock_267083465 Matej Kastelic

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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