+++ NEU: Die kostenlosen Online Live Webinare 2022 - Trading, Finanzen, Geldanlage & Vermögen +++

Unternehmens-Insider haben niedrige Kurse zum Kauf genutzt

Inhaltsverzeichnis

Diese Einschätzung dürften auch Sie teilen: das Börsenjahr 2022 ist nichts für schwache Nerven! Die großen Aktienindizes liegen auf Jahressicht alle zweistellig im Minus – teilweise sogar sehr deutlich. Während zuletzt viele Privatanleger, Fondsmanager und Vermögensverwalter im großen Stil Aktien verkauft haben, standen jedoch die sogenannten Unternehmensinsider zuletzt stark auf der Käuferseite.

Dabei handelt es sich um die Top-Manager und Aufsichtsräte der börsennotierten Unternehmen sowie um deren engere Angehörige. Das ist ein klar positives Zeichen! Denn die Insider würden sicherlich nicht viel Geld investieren, wenn sie nicht von den guten Perspektiven der Unternehmen überzeugt wären.

Bevor ich Ihnen gleich ein paar allgemeine Sätze zum Thema Insiderkäufe schreibe, möchte ich für Sie zunächst auf einige Insiderkäufe aus den vergangenen Tagen eingehen.

Einige der jüngsten Insiderkäufe im Überblick

Besonders kräftig zugegriffen haben die sogenannten Unternehmens-Insider in den vergangenen Tagen bei dem Softwareriesen SAP. Hier kaufte zum Beispiel der Unternehmensgründer Hasso Plattner für gut 5,7 Mio. Euro Aktien. Darüber hinaus gab es Insider-Käufe bei dem Energienetz-Spezialisten Eon und bei der Online-Apotheke Shop Apotheke.

Auch bei dem Immobilien-Spezialisten DIC Asset, dem Software- und Cloud-Anbieter EQS Group, bei HeidelbergCement und bei der deutschen Beteiligungsgesellschaft Indus Holding haben die Insider zugegriffen.

Bei dem Medienkonzern ProsiebenSat1, dem Pharmakonzern Merck und dem Online-Broker FlatexDegiro gab es zuletzt ebenfalls einige Insiderkäufe. Ich hätte diese Liste auch noch fortführen können. Das hätte hier jedoch den Rahmen gesprengt.

So sind Insider-Transaktionen zu bewerten

Abschließend noch ein paar Sätze dazu, wie Insider-Transaktionen grundsätzlich einzuordnen sind: Meines Erachtens ist es in vielen Fällen sinnvoll, sich beim Aktienkauf an Personen zu orientieren, die Informationen aus 1. Hand haben und direkt an der Quelle sitzen (das ist bei den Insidern der Fall, da es sich dabei – wie schon geschrieben – beispielsweise um Vorstände und Aufsichtsräte und deren Angehörige handelt).

Allerdings sollten Sie beachten, dass es nicht automatisch ein gutes Zeichen sein muss, wenn ein Insider Aktien des eigenen Konzerns kauft und nicht automatisch ein schlechtes Zeichen, wenn Insider Aktien verkaufen.

Denn nicht immer kaufen Insider Aktien, weil sie diese für unterbewertet halten (wenn sie zum Beispiel nur kleine Summen investieren) und nicht immer verkaufen Insider Aktien, weil sie diese für überbewertet halten (die Insider können zum Beispiel Cash für die Steuer benötigen). Sie sollten daher niemals nur auf die Insiderkäufe und -Verkäufe achten, sondern stets auch einen Fundamental-Check vornehmen.

Abschließender Praxistipp für Sie

Die Insiderkäufe- und Verkäufe finden Sie auf der Internetseite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Suchen Sie dort nach „Mitteilungen über Eigengeschäfte von Führungskräften“. Sie finden dann eine Datenbank, in der Sie nach den Unternehmen suchen können, die Sie interessieren.