Deutsche Börse

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Deutsche Börse-AktieDer deutsche Finanzmarkt

Aus Steuerspar-Gründen beschloss die Deutsche Börse den Umzug von Frankfurt am Main ins benachbarte Eschborn. Seitdem verbleiben in der hessischen Metropole nur noch das Rechenzentrum sowie die Wertpapier-Verwahrstelle. Frankfurt bleibt jedoch offizieller Hauptsitz. > Mehr...

Deutsche Börse Schriftzug RED_shutterstock_193174712_travelview© travelview / shutterstock.com
Kurzprofil Die Deutsche Börse entstand 1992 aus der erst 2 Jahre alten Frankfurter Wertpapierbörse AG. Sie betreibt die Handelsplattform Xetra für den Kassamarkt und mit dem Eurex eine der größten Terminbörsen der Welt. Daneben ist sie Eigentümerin des internationalen Wertpapier-Abwicklers Clearstream. Außerdem bietet die Deutsche Börse AG Echtzeitkurse für Wertpapiere sowie Aktienindizes und Referenzdaten. Inzwischen werden an der Frankfurter Börse rund 1 Mio. unterschiedlicher Finanzinstrumente gehandelt.

Die Deutsche Börse AG ist seit 2002 am DAX notiert (WKN 581005).
Deutsche Börse AG
135,60 €
-0,60-0,44 %
  • ISIN: DE0005810055
  • WKN: 581005
Chart
  • 1T
  • 1M
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  • 6M
  • 1J
  • 3J
  • 5J
Kurs (Daten der Börse Stuttgart)
Letzter135,6 €
Zeitpunkt13.11.2019 12:45
Tief135,55 €
Hoch136,69 €
Eröffnung136,15 €
Briefkurs135,6 €
Geldkurs135,6 €
Kennzahlen
Dividenden Rendite1,99 %
KGV22,98
Performanz
Hoch 52 Wochen146,15 €
Tief 52 Wochen99,66 €
1 Jahr24,83 %
3 Jahre100,91 %
5 Jahre179,33 %

An der Börse auf die Börse setzen – die Aktie der Deutschen Börse bietet auch langfristig Potenzial. In den 20 Jahren nach 2000 konnte sie um rund 500 % zulegen. Allerdings ist sie ein zyklisches Papier, das den Gesetzmäßigkeiten der Finanzplätze folgt. Entsprechend stürzte sie in der Finanzkrise von ihrem Rekordwert jäh ab, und zwar erheblich stärker als der Dax. Dafür konnte sie sich nach der folgenden jahrelangen Hausse in der schwierigeren Phase 2018 besser entwickeln als ihr Leitindex.

Denn anders als während der großen Panik und Massenflucht nach der Finanzkrise, profitierte die Aktie der Deutschen Börse von den Kursschwankungen, ausgelöst durch Handelskonflikte, Krisen und Unsicherheiten. Im Auf und Ab der Kurse stieg der Handel mit Wertpapieren und Absicherungsgeschäften. Im Ergebnis kam die Deutsche Börse auf ein Handelsvolumen von über 1,8 Bio. US-Dollar. Das entspricht der Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts und macht sie beim Aktienhandel zur Nummer zwölf unter den Börsen der Welt.

Großfusion geplatzt – Aktie trotzdem mit guter Entwicklung

Dabei ist der Abstand zur Weltspitze gewachsen. Zum Vergleich: Spitzenreiter NYSE in New York ist in Sachen Handelsvolumen gut zehnmal größer. Und in Europa liegen die London Stock Exchange (LSE) sowie die Mehrländerbörse Euronext mit Sitz in Amsterdam vorn. Orientiert man sich jedoch am gesamten Umsatz, also inklusive Anleihen, Devisen, Derivate, Indexgeschäfte etc., so ist die Deutsche Börse Marktführer in Europa. Gleiches gilt übrigens in Bezug auf die Marktkapitalisierung der Deutsche Börse-Aktie.

Die insgesamt gute Kursentwicklung, auch nach 2016, bestätigt das Vertrauen der Investoren in die Strategie und Perspektiven. Immerhin war in dem Jahr die geplante Fusion mit der LSE gescheitert. Auch ohne Großfusion wächst die Deutsche Börse mit Zukäufen verschiedenster Handelsplattformen. Die Umsätze sind nach den schlechteren Jahren 2013 und davor stets gewachsen, auch wenn sich dies nicht durchgehend im Betriebsergebnis spiegelte. Dafür wurden die Dividenden meistens angehoben, bei einer Rendite von über 2,5% seit 2016.

Trotz ihrer dominanten Stellung muss sich die Frankfurter Börse auch am heimischen Markt gegenüber Mitbewerbern, vor allem der wachsenden Börse Stuttgart, behaupten. Ein Plus im Bereich Privatanleger ist unter anderem die Mehrheitsbeteiligung am Berliner Handelsplatz Tradegate. Zudem wächst das Geschäft mit institutionellen Anlegern, nicht zuletzt durch die Übernahme von Axioma, welches das Index-Geschäft stärkt.

Vorteil für Anleger: Extrem hohe Gewinnmargen

Die Dax-Familie ist lediglich die bekannteste Indexmarke des Hauses. Über Stoxx Ltd. werden weit über 7.000 Indizes berechnet. Es ist eines von 24 Tochterunternehmen der Deutschen Börse. Von Bedeutung ist auch der internationale Wertpapierabwickler Clearstream. Eurex wiederum ist eine der weltweit größten Terminbörsen. Und der elektronische Handelsplatz Xetra wird in seiner Konstruktion an zahlreichen Börsen eingesetzt. Auf ihm beruht auch das System der Shanghai Stock Exchange.

Börsengänge, Wertpapierhandel, Verwahrung, Clearing, Abwicklung, Management, Marktdatenveröffentlichung, Indizes und spezifische Technologien – die Deutsche Börse deckt die gesamte Wertschöpfungskette im Kapitalmarkt ab und verdient an jedem Vorgang. Auffallend positiv ist dabei eine Gewinnmarge zwischen 25 % und 40 %, je nach Jahr. Ebenfalls erfreulich: eine Eigenkapitalrendite von über 18 %.

Insgesamt ist die Deutsche Börse innovativer und agiler geworden und damit international bestens aufgestellt. Was eine Herausforderung darstellen dürfte, ist das Aufkommen der Blockchain-Technologie, die in der gesamten Branche als disruptiv eingestuft wird. Geschickt integriert, kann sie jedoch eine Chance für mehr Profitabilität und Marktanteile bedeuten. Die Aktie der Deutschen Börse ist kein Garant für hohe Kurssteigerungen. Dafür ist sie zu abhängig von den Finanzmärkten. Jedoch ist sie extrem solide und besticht mit hohen Gewinnmargen. 

Unternehmensprofil der Deutsche Börse AG

Die Deutsche Börse AG ist eine deutsche Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Frankfurt am Main, obgleich die meisten Beschäftigten aus steuerlichen Gründen seit dem Jahr 2008 im benachbarten Eschborn tätig sind.

Insgesamt ist die Deutsche Börse weltweit mit mehr als 20 Standorten vertreten und beschäftigt knapp 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2018 erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von knapp 2,8 Milliarden Euro.

Deutsche Börse AG: Mutter der Dax-Familie

Die Deutsche Börse entwickelt und betreibt Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerke und Abwicklungssysteme für Börsen. Darüber hinaus ist sie Träger der öffentlich-rechtlichen Frankfurter Wertpapierbörse und Herausgeberin verschiedener Aktienindizes, darunter der Dax-Indexfamilie.

Die Aktie der Deutschen Börse AG ist seit 2002 selbst im Dax vertreten. Rund 72,5 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. Größter Anteilseigner ist der US-Investmentfonds BlackRock mit einem Anteil von 5,74 Prozent. Der Anteil institutioneller Investoren liegt bei mindestens 93 Prozent.

Die Deutsche Börse untergliedert ihre Geschäftsfelder in die Bereiche Pre-Trading (Index, Daten), Trading & Clearing (Finanzderivate, Commodities, Devisenhandel, Wertpapierhandel) und Post-Trading (Abwicklung und Verwahrung, Investment Fund Services, Sicherheitenmanagement) sowie Information Technology. 

Personal

Die Deutsche Börse beschäftigt in ihren weltweit mehr als 20 Niederlassungen insgesamt knapp 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein Großteil der Belegschaft arbeitet in Deutschland (46 Prozent), weitere 19 Prozent entfallen auf Luxemburg, 15 Prozent auf die Tschechische Republik und 6 Prozent auf Irland. 14 Prozent der Beschäftigten sind an anderen als den genannten Standorten tätig.

Der Vorstand der Deutschen Börse AG besteht aus sechs Personen, darunter eine Frau:

  • Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender
  • Christoph Böhm, Chief Information Officer / Chief Operating Officer
  • Thomas Book, Trading & Clearing
  • Stephan Leithner, Post-Trading, Data & Index
  • Gregor Pottmeyer, Chief Financial Officer
  • Hauke Stars, Cash Market, Pre-IPO & Growth Financing, Personal

Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse: Dr. Theodor Weimer

Der studierte Volkswirt begann seine Karriere in den 1980er Jahren als Management Consultant bei McKinsey in Düsseldorf, ehe er 1995 als Senior Partner zu Bain & Company in München wechselte. Nach der Jahrtausendwende durchlief Weimer mehrere Führungspositionen bei Goldman Sachs, Unicredit und der HypoVereinsbank. Seit Jahresbeginn 2018 ist Dr. Theodor Weimer als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse AG tätig.

Mit einem Jahresgehalt von 6,4 Millionen Euro bewegt sich Weimer im oberen Mittelfeld der Dax-Vorstände. 

Geschichte des Unternehmens

Die Anfänge der Frankfurter Wertpapierbörse reichen zurück bis ins Jahr 1585. Schon damals florierte der Handel in der Stadt am Main.

Deutsche Börse: Gründungsjahre rund um die deutsche Wiedervereinigung

In den 1980er Jahren revolutionierte moderne Technologie den Wertpapierhandel, der sich durch computergestützte Systeme rasant beschleunigte. Am 1. Juli 1988 geht mit dem Deutschen Aktienindex Dax das wichtigste inländische Börsenbarometer an den Start.

Die Frankfurter Wertpapierbörse AG wird am 1. August 1990 ins Handelsregister eingetragen und übernimmt die Trägerschaft der Frankfurter Wertpapierbörse von der IHK Frankfurt am Main. Im Dezember 1992 wird die Frankfurter Wertpapierbörse AG in Deutsche Börse AG umbenannt und wiederum ins Handelsregister eingetragen. Zugleich erwirbt das Unternehmen sämtliche Anteile an der Deutschen Terminbörse AG und der Deutschen Kassenverein AG.

Die Dax-Familie wächst

Nach der deutschen Wiedervereinigung boomt das Börsengeschäft in den 1990er Jahren. Weltweit stehen „New Economy“ und „E-Commerce“ im Vordergrund. 1999 wird mit dem Euro die Gemeinschaftswährung von zwölf EU-Staaten eingeführt, zunächst als Buchgeld, ehe 2002 die Umstellung des Bargelds folgt und die ersten Münzen und Scheine ausgegeben werden.

Im Jahr 1996 geht der MDax an den Start. 1997 wird das bisherige Handelssystem IBIS auf die vollelektronische Variante Xetra umgestellt, die von überall erreichbar ist. Die Gruppe Deutsche Börse eröffnet mit London und Chicago erstmals Niederlassungen im Ausland.

Europa wächst zusammen

1998 bieten die vier Partner Deutsche Börse, SBF – Bourse de Paris, Schweizer Börse und Dow Jones & Company die neuen europäischen Stoxx-Aktienindizes an. Zwei breitgefasste Benchmark-Indizes umfassen Europa als Ganzes, zwei weitere bilden Unternehmen aus Ländern der neu gegründeten Währungsunion ab. Zudem gibt es zwei Bluechip-Indizes mit jeweils 50 Titeln aus Europa beziehungsweise der Eurozone.

1999 wird die Dax-Familie um den SDax erweitert, der die Aktien kleinerer Unternehmen enthält. 2001 geht die Aktie der Deutschen Börse AG selbst an die Börse und wird noch im selben Jahr in den MDax aufgenommen. Ende 2002 folgt schließlich der Aufstieg in die Dax-30.

Gescheiterte Fusionspläne

2003 tritt die neue Segmentierung des Aktienmarktes an der Frankfurter Wertpapierbörse in Kraft. Maßgeblich sind dabei die beiden neuen Marktsegmente General Standard und Prime Standard. Im März desselben Jahres startet der TecDax, der die 30 größten Technologiewerte unterhalb des Dax abbildet.

2011 geben die Deutsche Börse AG und NYSE Euronext Fusionspläne bekannt, die jedoch Anfang 2012 von der EU-Kommission untersagt werden. 2017 scheitert zudem der dritte Versuch eines Zusammenschlusses mit der London Stock Exchange Group ebenfalls am Widerstand der europäischen Wettbewerbshüter.

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