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Aktien statt Bardividende: Auch in Deutschland immer beliebter

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Was im Ausland – insbesondere im angelsächsischen Raum – schon weit verbreitet ist, wird nun vermehrt auch hierzulande angeboten: die sogenannte Aktiendividende.

Vorreiter bei diesem Thema war in Deutschland die Telekom AG, die im Jahr 2013 erstmals ihren Aktionären wahlweise eine Aktiendividende anbot. Die Telekom-Aktionäre konnten also wählen, ob sie ihre Dividende in bar oder zum Teil in Aktien erhalten wollten.

Aktuelles Beispiel: Encavis

Ein aktuelles Beispiel ist der Wind- und Solarparkbetreiber Encavis. Ein großer Teil der Encavis-Aktionäre hat sich kürzlich für den Bezug neuer Aktien und gegen eine Bardividende entschieden.

Die Annahmequote für die Aktiendividende lag bei exakt 42,9%. Insgesamt werden somit 814.031 neue Aktien emittiert, und es wird eine Bardividende in Höhe von rund 26,9 Mio. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet.

„Wir freuen uns sehr, dass sich erneut ein Großteil unserer Aktionäre für die Aktiendividende entschieden hat – ein erneuter Vertrauensbeweis in das Potenzial unserer profitablen Wachstumsstrategie, der zugleich Liquidität für weitere Investitionen im Unternehmen belässt. Selbstverständlich werden wir unsere Aktionäre auch zukünftig am Erfolg der Encavis AG teilhaben lassen“, so Encavis-Finanzchef Christoph Husmann.

Sowohl die Bardividende als auch die neuen Aktien werden den Encavis-Aktionären unter Ihren in den nächsten Tagen gutgeschrieben. Im nächsten Schritt blicken wir allgemein auf die Vor- und Nachteile von Aktiendividenden.

Vor- und Nachteile von Aktiendividenden

Aus Unternehmens-Sicht erfordert die Gewährung einer Aktiendividende einen höheren Aufwand als eine reine Bardividende; insbesondere im 1. Jahr des wahlweisen Angebots.

Dieser Mehraufwand wird im Falle einer einmaligen Aktiendividende nicht selten unangemessen sein.

Unter dem Strich bedeutet das, dass sich Unternehmen die Frage stellen sollten, ob sie ihren Aktionären das Wahlrecht zwischen Bar- und Aktiendividende dauerhaft einräumen wollen. Für eine einmalige Aktion ist der Aufwand zu groß.

Ein Vorteil für die Konzerne, die eine Aktiendividende ausschütten, ist, dass dabei die Liquidität geschont wird, da im Falle der Aktiendividende kein Abfluss von Barmitteln ansteht. Daher ist eine Aktiendividende insbesondere für die Firmen interessant, die eine hohe Ausschüttungs-Quote aufweisen.

Unter der Ausschüttungs-Quote ist Folgendes zu verstehen: Sie zeigt das Verhältnis zwischen Gewinn und Ausschüttung. Wenn etwa die Hälfte des Jahresgewinns ausgeschüttet wird, liegt die Quote bei 50%.

Steuerlich ergibt sich für Sie als Aktionäre durch die Wahl einer Aktiendividende kein Vorteil, da eine Aktiendividende genauso versteuert wird wie eine Bardividende.

Meine abschließende Empfehlung an Sie: Nehmen Sie die Aktiendividende vor allem dann in Anspruch, wenn Sie die entsprechende Aktienposition ohnehin aufstocken wollen!