Autozulieferer Schäffler setzt Einkaufstour fort

Autozulieferer Schäffler setzt Einkaufstour fort
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Das Übernahmekarussell dreht sich weiter. Gerade hat der deutsche Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler einen großen Zukauf bekanntgegeben. Der Herzogenauracher Konzern will das schwedische Unternehmen Ewellix für mehr als eine halbe Milliarde Euro schlucken und damit sein Industriegeschäft weiter ausbauen.

Für Schaeffler ist es nicht die erste Übernahme in diesem Jahr: Anfang 2022 hatte der Konzern bereits den Roboterspezialisten Melior Motion geschluckt. Zuletzt hatte die Schaeffler-Familie zudem ihren Anteil an der Vitesco-Gruppe auf knapp 50% erhöht.

Schäffler ist einer der führenden Automobilzulieferer

Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender integrierter Automobil- und Industriezulieferer. Zum Produktportfolio des Unternehmens gehören Präzisionskomponenten und Systeme für Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen für eine Vielzahl von Industrieanwendungen. Als Zulieferer für die Automobilindustrie bietet Schaeffler unter anderem Ventilspielausgleichselemente, Wälzlagerungen für Motorwellen, Kupplungen und Doppelkupplungssysteme, Radlager oder Servolenkungen.

Für die Industrie ist der Konzern in den Sparten Mobilität, Erneuerbare Energien sowie als Systempartner bei der Entwicklung von Produktionsmaschinen oder Lagersystemen für die Luft- und Raumfahrt tätig. Abgerundet wird das Angebot durch umfassende Serviceleistungen und die Bereitstellung von Ersatzteilen. Das Unternehmen hält seinen Hauptsitz in Herzogenaurach bei Erlangen und ist mit rund 170 Standorten in 50 Ländern vertreten. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte Schaeffler einen Umsatz von 13,85 Milliarden Euro.

Schäffler streckt Fühler nach Schweden aus….

Nun expandiert der fränkische Konzern nach Schweden und streckt die Fühler nach Ewellix aus. Für 582 Millionen Euro soll das Objekt der Begierde den Besitzer wechseln. Bislang gehörte Ewellix dem Private-Equity-Investor Triton. Bei dem Kaufpreis sind die zu übernehmende Nettoverschuldung in Höhe von rund 120 Millionen Euro sowie Transaktionskosten noch nicht eingeschlossen.

Der Kauf soll nach Zustimmung der Behörden bis zum Jahresende vollzogen sein. Finanziert wird der Deal Angaben zufolge aus internen und externen Mitteln, wobei zum genauen Verhältnis keine Details genannt wurden.

…..und will Industriegeschäft stärken

Der Antriebshersteller mit Sitz im schwedischen Göteborg gehörte früher zur SKF-Gruppe und stellt unter anderem elektromechanische industrielle Aktuatoren und Hubsäulen sowie Rollengewindetrieben her. Die Kunden kommen aus den Bereichen Robotik, Medizintechnik und mobile Maschinen. Für dieses Jahr rechnet der Antriebshersteller mit einem Umsatz von 250 Millionen Euro. Das läge rund 16% über dem Vorjahresniveau.

Positiver Gewinnbeitrag ab 2024 erwartet

Das Schaeffler-Management begründet den Deal vor allem mit der komplementären Produktpalette von Ewellix. Die Marktposition soll durch die Transaktion weiter gestärkt werden. Ab 2024 soll sich die Übernahme dann im mittleren einstelligen Prozentbereich positiv auf den Gewinn je Aktie auswirken. Dazu sollen vor allem auch Synergien im Vertrieb beitragen.

Schaeffler rudert bei Prognose zurück

Dabei spürte Schaeffler selbst zuletzt ordentlichen Gegenwind. Im Mai dieses Jahres veröffentlichte der Konzern wegen des Ukraine-Kriegs eine gekappte Prognose. Beim Umsatz plant Schaeffler nun mit einem Plus von 6 bis 8% und die Vorsteuergewinnmarge (Ebit) vor Sondereffekten soll zwischen 5 und 7% liegen. Zuvor war Schaeffler von einem Umsatz von 7 bis 9% und einer Ebit-Marge vor Sondereffekten zwischen 6 und 8% ausgegangen.