Gerresheimer: Aktie nach Quartalsbericht im Plus

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Bald geht die neue Quartalsberichtssaison richtig los. Schon im Vorfeld gibt es einige Unternehmensergebnisse. So veröffentlichte gestern der deutsche Verpackungsspezialist Gerresheimer seinen Rechenschaftsbericht, der gar nicht schlecht ausfiel.

Unternehmensportrait

Das Unternehmen Gerresheimer ist einer der weltweiten Marktführer im Bereich Herstellung und Vertrieb von Verpackungen aus Glas und Plastik. Dabei machen Plastikverpackungen und Verpackungsanlagen in Form von Verpackungen (Tablettenflakons, PET-Flaschen, Pipetten für Augentropfen, Sprühgeräte für die Nase und Zerstäuber) sowie Systeme (Inhalatoren, Vorrichtungen zur Abgabe von Medikamenten, chirurgische Systeme, Wegwerf-Produkte für Laboratorien, usw.) mehr als die Hälfte des Umsatzes aus.

Mehr als 43% des Umsatzes werden durch Verpackungen aus Pressglas (Sirupflaschen, Pipettenflakons, Pillendosen, Cremetiegel, Injektionsgefäße, Transfusionsgefäße, usw.) und aus Röhrenglas (Tuben, Phiolen, Ampullen, Spritzen, Insulinpatronen, usw.) erwirtschaftet.

Gasversorgung gesichert

Waren es früher anlässlich der Quartalszahlen Aussagen über das abgelaufene Vierteljahr und vor allem die Prognosen für das begonnene Quartal oder das Gesamtjahr, so scheint es in diesem Jahr eine Veränderung zu geben. Denn jetzt sorgen die Aussagen über die Energiesicherheit für Kursbewegung. So geschehen bei dem Verpackungsspezialisten.

Der Geschäftsbericht an sich sorgte nicht für hektische Bewegung oder gar für ein sprunghaftes Ansteigen der Aktienkurse. Als der Konzernchef Dietmar Siemssen nach der Bekanntgabe der Ergebnisse während einer Telefonkonferenz mit Analysten betonte, dass Gerresheimer in wesentlichen Bereichen langfristige Gaslieferverträge und Absicherungsgeschäfte getätigt hat, die dazu führen, dass diese auch bei einer Gaspreisumlage Bestand haben, zogen die Kurse an. Analysten sehen in diesem Fall sogar einen Wettbewerbsvorteil des Unternehmens.

Zahlen mit wenig Überraschung

Ansonsten fielen die Zahlen innerhalb der Erwartungen aus: Der MDAX- Konzern steigerte den Umsatz im zweiten Geschäftsquartal (bis Ende Mai) im Jahresvergleich um knapp 18% auf 444,6 Mio. Euro. Zu diesem Plus trug die gute Nachfrage nach Spezialglas etwa für Medikamentenampullen, nach Kunststoffverpackungen sowie Inhalatoren bei.

Dieser Umsatzschub wirkte sich auch auf das Ergebnis aus. So legte der operative Gewinn um 10% auf 90,1 Mio. Euro zu. Höhere Kosten für Energie und Vertrieb, die zufolge teils nur mit Verzug auf die Kunden umgelegt werden können, waren dafür verantwortlich, dass unter dem Strich mit 25,2 Mio. Euro knapp 11% weniger Ergebnis erzielt werden konnte, was zudem mit höheren Zinsaufwendungen und Steuern begründet wurde. Immerhin wurde der Jahresausblick bestätigt.

Für das kommende Geschäftsjahr ergibt sich derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12 verbunden mit einer Dividendenrendite von rund 2,6%. Allerdings ist die Aktie seit Beginn des Jahres um rund ein Viertel gefallen. Doch die gestern veröffentlichten Quartalszahlen geben Hoffnung, dass nun die Trendumkehr einsetzt – zumal ja die Geschäftsfähigkeit auch bei weiter steigenden Gaspreisen offenbar gesichert ist.