Hella legt Zahlen vor und streicht Prognose zusammen

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Der Autozulieferer Hella leidet unter der Chipkrise und muss deshalb seine Prognose für das laufende Jahr kürzen. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

In diesem Jahr müssen wir speziell bei elektronischen Waren noch zittern, ob die Regale in den Elektronikmärkten in der Weihnachtszeit so gut gefüllt sind wie wir es gewohnt sind. Bei einigen Neuwagen müssen Sie sogar mit mehrmonatigen Wartezeiten rechnen.

Aber auch in den jüngsten Quartalsberichten einiger Unternehmen haben die gestörten Lieferketten und der Chip-Mangel deutliche Spuren hinterlassen. So auch bei dem deutschen Autozulieferer Hella, der gestern vorläufige Zahlen für das 2. Quartal 2021/2022 (bis Ende August) vorgelegt hat.

Das schwächere 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat auch zur Folge, dass Hella die Prognose für das laufende Jahr zusammenstreichen muss. Bevor ich gleich im Detail auf die vorläufigen Zahlen und die neue Prognose eingehe, zunächst ein kurzes Portrait:

Hella: Traditionsunternehmen im Portrait

Der Lippstädter Automobilzulieferer wurde bereits 1899 als Lampen- und Hupenbauer für Kutschen gegründet. 1923 übernahm die Fabrikantenfamilie Hueck die Aktienmehrheit der Hella. Heute produziert Hella Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik für die Automobilindustrie sowie Autowerkstätten.

Darüber hinaus entwickelt, fertigt und vertreibt Hella im Segment Special Applications Licht- und Elektronikprodukte für Spezialfahrzeuge. Das Familienunternehmen ist an mehr als 125 Standorten in rund 35 Ländern aktiv.

Mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatz von 6,5 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2020/2021 sowie über 36.000 Mitarbeitern zählt Hella zu den weltweit führenden Automobilzulieferern.

Zahlen zum 2. Quartal deutlich unter Vorjahr

Gemäß vorläufiger Zahlen ist der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz von Hella im abgelaufenen Quartal aufgrund andauernder Lieferengpässe bei Halbleitern sowie anderen Komponenten um etwa 13% auf rund 1,5 Mrd. Euro zurückgegangen.

Die vorläufige bereinigte operative Gewinnmarge (bereinigte EBIT-Marge) ging im 2. Quartal infolge steigender Material- und Logistikkosten sowie erhöhter Produktionsineffizienzen aufgrund der Engpasssituation auf in etwa 4% zurück. Im Vorjahr lag der Wert mit 12,1% noch deutlich darüber.

In den ersten 6 Monaten des laufenden Geschäftsjahres ging der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz um etwa 3% auf rund 3,0 Mrd. Euro zurück. Nach Angaben des Unternehmens wirkt sich das „herausfordernde Marktumfeld“ vor allem auf die Automobil-Sparte von Hella aus.

Neue (niedrigere) Prognose für 2021/2022

Aufgrund des bisherigen (schwächeren) Geschäftsverlaufs im laufenden Jahr, der Tatsache, dass eine schnelle Markterholung im 2. Halbjahr nicht erwartet wird, sowie steigender Kostenbelastungen, streicht das Hella-Management die ursprüngliche Prognose für 2021/2022 zusammen.

Es wird stattdessen ein bereinigter Umsatz in einer Bandbreite von rund 5,9 bis 6,2 Mrd. Euro erwartet (zuvor: 6,0 bis 6,5 Mrd. Euro). Darüber hinaus sieht die neue Prognose eine bereinigte operative Gewinnmarge (bereinigte EBIT-Marge) von etwa 3,5 bis 5,0% vor (vorher: 5,0 bis 7,0%).

Vor allem für das laufende 3. Quartal sieht das Hella-Management größere Herausforderungen. Das bedeutet nach meiner Einschätzung aber auch, dass die Talsohle dann durchschritten sein sollte. Ein Einstieg in die Hella-Aktie drängt sich hier aus meiner Sicht aktuell aber nicht auf.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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