Hypoport: Joint Venture mit TeamBank

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

Hypoport und TeamBank wollen im Bereich Ratenkredit kooperieren. Das Joint Venture Genoflex soll seine Geschäfte im Herbst 2021 aufnehmen. (Foto: Björn Wylezich / Adobe Stock)

Die Lübecker Hypoport SE und die TeamBank AG aus Nürnberg haben gestern angekündigt, dass sie ein Gemeinschaftsunternehmen gründen wollen. Das Joint Venture soll unter dem Namen Genoflex firmieren und die Vertriebseffizienz der genossenschaftlichen Banken im Ratenkreditgeschäft stärken.

In das neue Gemeinschaftsunternehmen werden beide Unternehmen ihre jeweiligen Stärken einbringen: Die TeamBank verfügt mit Vertragsbeziehungen zu 90% aller genossenschaftlichen Banken in Deutschland über ein breites Vertriebsnetzwerk. Die börsennotierte Hypoport SE bringt seine Erfahrung im Plattformgeschäft ein.

TeamBank wird Mehrheitseigentümer

Die mit ihrem Ratenkreditprodukt „easyCredit“ stark am Markt vertretene TeamBank AG wird 70% der Anteile am Joint Venture Genoflex halten, Hypoport die restlichen 30%. Die Gründung des Joint Ventures steht noch unter dem Vorbehalt der Prüfung durch die zuständigen Behörden.

Über das Gemeinschaftsunternehmen können teilnehmende genossenschaftliche Banken (z.B. Volksbanken, Raiffeisen- und Sparda-Banken) zukünftig ihren Kunden – sofern kein passendes easyCredit Angebot vorliegt – ein Alternativangebot unterbreiten. Dabei stammen diese Angebote sowohl von anderen genossenschaftlichen Banken als auch von Finanzinstituten außerhalb des genossenschaftlichen Bankensektors.

Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll seine Geschäfte ab Herbst 2021 im Rahmen einer Pilotphase mit den ersten genossenschaftlichen Instituten aufnehmen. Die Pilotphase soll voraussichtlich bis Mitte 2022 andauern.

Die beteiligten Unternehmen im Kurzporträt

Die Hypoport SE mit Sitz in Lübeck ist Muttergesellschaft der Hypoport-Gruppe. Mit ihren über 2.200 Mitarbeitern ist die Hypoport-Gruppe ein Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit- & Immobilien- sowie Versicherungswirtschaft. Sie gruppiert sich in vier Segmente: Kreditplattform, Privatkunden, Immobilienplattform und Versicherungsplattform.

Im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete das Lübecker Technologieunternehmen einen Umsatz von 387,7 Mio. Euro. Der Erlös vor Zinsen und Steuern belief sich im Vorjahr auf 36,2 Mio. Euro. Im 1. Quartal 2021 erzielte Hypoport einen Umsatz von 108 Mio. Euro, eine Steigerung von 7% im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Die in Nürnberg ansässige TeamBank ist ein Finanzinstitut, das unter der Marke easyCredit Ratenkredite sowie eine Ratenkreditfunktion für Kreditkarten vertreibt. Seit 2003 ist das Unternehmen Mitglied der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken.

In der Unternehmenszentrale in Nürnberg beschäftigt TeamBank rund 850 Mitarbeiter. Weitere 250 Mitarbeiter sind im Vertrieb in Deutschland und Österreich tätig. In 2020 erzielte das Unternehmen ein Betriebsergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 153,6 Mio. Euro (Vorjahr: 151,7 Mio. Euro).

Zum 31. Dezember 2020 lag der Ratenkreditbestand der TeamBank mit 8,8 Mrd. Euro annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Die Zahl der Kunden konnte im vergangenen Jahr um 1,9% auf 962.000 (+18.000) gesteigert werden.

Da die TeamBank nicht börsennotiert ist, folgt nun nur eine kurze Einschätzung zu Hypoport: Die Hypoport-Aktie ist eine der erfolgreichsten deutschen Aktien der vergangenen Jahre. Wenn die gute operative Entwicklung fortgesetzt wird, dürfte auch der Aktienkurs noch Luft nach oben haben. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau ist das Papier aber kein Schnäppchen.

hochtief

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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