Schalke 04 mit schwachen Zahlen und neuer Anleihe

Bayer Logo RED_shutterstock_520111798_ricochet64

Der Fußball-Bundesligist Schalke 04, der voraussichtlich in der kommenden Saison in Liga 2 antreten wird, bringt eine neue Anleihe auf den Weg und legt Zahlen vor. (Foto: ricochet64 / shutterstock.com)

Der Fußball-Bundesligist Schalke 04 ist sportlich so gut wie abgestiegen. Nicht erst seit der 1:2-Niederlage am Osterwochenende gegen Bayer 04 Leverkusen glaubt wohl niemand mehr an den Klassenerhalt von Schalke. Die sportlichen Planungen für die 2. Liga dürften auf Schalke bereits begonnen haben.

Allerdings ist nicht nur die sportliche Situation bei den Gelsenkirchenern schlecht, sondern auch die finanzielle Lage. Deshalb hat der FC Schalke 04 gestern beschlossen, eine neue Unternehmensanleihe mit einem Zielvolumen von knapp 15,9 Mio. Euro zur Refinanzierung der im Jahr 2016 emittierten und in diesem Jahr auslaufenden Anleihe zu begeben.

Das ausstehende Emissionsvolumen der börsennotierten Anleihe 2016/2021, die im Juli zur Rückzahlung fällig wird, beträgt ebenfalls knapp 15,9 Mio. Euro. Daher werden sich die Anleiheverbindlichkeiten der Schalker nicht erhöhen. Es wird – wenn Sie so wollen – lediglich die Begleichung der Schulden weiter nach hinten verschoben.

Die Gläubiger der alten Anleihe erhalten ein entsprechendes Umtauschangebot. Weitere Details und die Konditionen der neuen Anleihe will der FC Schalke in den nächsten Wochen bekanntgeben.

Deutliche Umsatz- und Ergebnisrückgänge im Pandemiejahr 2020

Blicken wir nun auf die ebenfalls gestern veröffentlichten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr: Der FC Schalke 04 hat 2020 einen Umsatz von 174,7 Mio. Euro erlöst (im Vorjahr: 275,0 Mio. Euro).

Für die sogenannten Königsblauen bedeuteten die Unterbrechung des Spielbetriebs und der Corona-bedingte Ausschluss der Fans, dass ein wesentlicher Teil der Erlösquellen zeitweise komplett ausgefallen ist und bis zum Ende des Geschäftsjahres nur eingeschränkt realisiert werden konnte.

Der Jahresfehlbetrag lag bei 52,6 Mio. Euro, was ebenfalls eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahresminus von 26,1 Mio. Euro bedeutete. Durch umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen konnte ein noch größeres Minus verhindert werden.

Auch die Schuldensituation des Vereins hat sich weiter verschlechtert: Im Geschäftsjahr 2020 erhöhten sich die Verbindlichkeiten um 19,0 Mio. Euro auf 217,0 Mio. Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten erhöhten sich von 120,4 auf 148,1 Mio. Euro.

Meine Einschätzung zu Fußball-Investments

Abschließend möchte ich noch einmal meine grundsätzliche Einschätzung zu Fußball-Investments betonen: Für mich ist Fußball ein schönes Hobby, allerdings kein Investment wert. Eine schwere Verletzung eines Schlüsselspielers oder ein fehlerhafter Schiedsrichter-Pfiff reichen unter Umständen, um die Saisonziele zu gefährden. Da ist zu viel Glück und Zufall im Spiel.

Ich halte daher weder von Fußball-Aktien noch von Fußball-Anleihen viel. Wenn Sie diese Wertpapiere als Fan erwerben, ist das okay, als strategisch denkender Investor sollten Sie davon meines Erachtens die Finger lassen.

Bayer Logo RED_shutterstock_520111798_ricochet64

Monday.com: Anleger fliegen auf Börsenneuling und treiben Kurs nach den Zahlen massiv in die HöheKurs des Börsenneulings Monday.com geht nach starken Zahlen durch die Decke: Immer mehr Großkunden setzen auf die Workflow-Software des israelischen Start-ups › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz