Was folgt auf den Absturz?

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Das Geschäft mit Leasing und Factoring zieht wieder an. Für ein Unternehmen aus Baden-Baden könnte das ein Comeback bedeuten. (Foto: Phongphan / Shutterstock.com)

Was war das für eine Aufregung, als rund um das Baden-Badener Unternehmen Grenke Vorwürfe wegen undurchsichtiger Bilanzen laut wurden. Inzwischen hat das Unternehmen Konsequenzen gezogen und einige Dinge neu ausgerichtet. Zweifel bleiben aber am Markt. Grund genug, das Unternehmen einmal völlig ohne Vorurteile und anhand des reinen Zahlenwerks zu beleuchten. Da gerade Privatanlegern diese Fleißarbeit in der Regel wenig Spaß macht, übernehmen wir den Job für Sie!

Lesen Sie unsere Analyse. Vorab gibt’s aber ein paar Eckdaten zum Unternehmen aus Mittelbaden. GRENKE ist Marktführer im Bereich Small-Ticket-IT-Leasing, d. h. in der Finanzierung von Produkten der Informations- Technologie (IT) wie PCs, Notebooks, Kopierer, Drucker und Software per Geschäft und Internet bis zu einem Anschaffungswert von 25.000 Euro. Das Unternehmen ist in 33 Ländern und mit 153 Standorten präsent. Zudem betreibt die Gruppe auch Autoleasing und Factoring.

Bessere Stimmung im Jahresverlauf

Das wirtschaftliche Umfeld war insbesondere im 1. Quartal von den Auswirkungen der Pandemie geprägt. Es bestanden in den meisten für GRENKE wichtigen Märkten Restriktionen des wirtschaftlichen Lebens. Vor diesem Hintergrund schrumpfte das Neugeschäft im 1. Halbjahr um 24% auf 1,12 Mrd €. Das Leasingneugeschäft – das ist die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände – nahm aufgrund des konjunkturbedingten starken Rückgangs um 46,3% im 1. Quartal und auf Halbjahressicht um 29,5% auf 764,5 Mio € ab. Alle Regionen verzeichneten eine rückläufige Entwicklung.

Im 2. Quartal sah es schon wieder besser aus. Das Leasingneugeschäft erreichte mit 398,6 Mio € annähernd den Vorjahreswert. Die Anzahl der Neuverträge stieg um 11,3% auf 56.078, was einer gestiegenen Umwandlungsquote (Anfragen in Verträge) von 47,8% entsprach, und lag erstmals seit Ausbruch der Pandemie wieder über dem Niveau des Vorjahresquartals.

Belebung der Märkte erwartet

Der Fokus des Neugeschäfts auf Small-Ticket-Finanzierungslösungen für Unternehmen mit guter bis sehr guter Bonitäts- und Branchenbewertung führte zu einem Rückgang des mittleren Werts pro Leasingvertragsabschluss von 7.985 auf 7.108 €. Das Neugeschäft Factoring – die Summe der angekauften Forderungen – erhöhte sich um 23,7% auf 175,2 Mio €. Der starke Zuwachs beruhte insbesondere auf der Entwicklung in Deutschland.

Der Vorstand rechnet im weiteren Jahresverlauf mit einer Belebung der Märkte und einem stärkeren Geschäft als im 1. Halbjahr. Die Aktie könnte sich in den nächsten Monaten stabilisieren. Die magere Dividende ist aber kein Grund für ein Investment.

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Grenke: Leasing-Spezialist mit deutlichem WachstumDie Grenke Gruppe hat schon wenige Tage nach dem Jahreswechsel erste Zahlen veröffentlicht. Gestern folgte die Vorlage der endgültigen Zahlen. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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