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W&W-Gruppe mit positivem Neugeschäft

Inhaltsverzeichnis

Trotz des schwierigen Marktumfelds fallen die aktuell veröffentlichten Quartalszahlen vieler deutscher Mittelständler (noch) recht positiv aus. Dies gilt mit Abstrichen auch für die Wüstenrot & Württembergische AG (W&W), die nach eigenen Angaben einen operativ starken Start ins Geschäftsjahr 2022 hingelegt hat.

So konnte der Finanzdienstleister, der sich selbst gerne als „Vorsorgekonzern“ bezeichnet, im 1. Quartal 2022 deutliche Zuwächse im Neugeschäft verzeichnen. Beim Überschuss musste die W&W-Gruppe – nach einem überdurchschnittlich guten Ergebnis im 1. Quartal 2021 – im Vorjahresvergleich jedoch deutliche Abschläge hinnehmen.

Wüstenrot & Württembergische-Gruppe im Kurzporträt

Für diejenigen unter Ihnen, die die in Stuttgart ansässige W&W-Gruppe nicht kennen, möchte ich das Unternehmen kurz vorstellen. W&W entstand im Jahr 1999 durch die Fusion der ältesten deutschen Bausparkasse Wüstenrot mit der Württembergischen Versicherung. Seit 2005 zählt auch die Karlsruher Versicherung zum Konzern.

Das konservativ geführte Unternehmen ist schwerpunktmäßig in den Sparten Versicherung, Baufinanzierung und Altersvorsorge tätig. Als unabhängiger Finanzdienstleister bietet W&W seinen Kunden Leistungen im Bereich Wohneigentum, Vermögensbildung, Zukunftssicherung und Risikoschutz aus einer Hand an.

Die Aktien der W&W AG sind an den Börsen in Stuttgart und Frankfurt/Main sowie in Xetra notiert. Die Wüstenrot Stiftung hält über zwei Holdinggesellschaften gut 66% der Anteile. Rund 16,5% der Anteile sind im Besitz institutioneller Investoren und die restlichen gut 17,5% befinden sich im Streubesitz.

Geschäftszahlen des 1. Quartals 2022

In den ersten 3 Monaten des laufenden Jahres betrug der Überschuss des Vorsorgekonzerns 56,7 Mio. Euro. Der Rückgang gegenüber dem hohen Vorjahresquartalswert von 104,4 Mio. Euro ist laut W&W in erster Linie auf ein schwächeres Bewertungsergebnis nach IFRS-Rechnungslegung zurückzuführen.

Besonders erfreulich fiel die Neugeschäftsentwicklung der W&W-Gruppe im 1. Quartal des laufenden Jahres aus. Im Geschäftsfeld Versichern stiegen die Bruttobeiträge der Schaden-/Unfallversicherung um 7,4% auf 1,12 Mrd. Euro (1. Quartal 2021: 1,04 Mrd. Euro). Getragen wurde dieser Zuwachs vor allem durch das Firmenkundengeschäft.

Im Bereich Personenversicherung lagen die im 1. Quartal 2022 erzielten Bruttobeiträge nur noch bei 609,7 Mio. Euro nach 653,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Grund hierfür war laut W&W, dass die Einmalbeiträge bewusst gedrosselt wurden. Die Krankenversicherung konnte um 5% auf 75,8 Mio. Euro zulegen. Im Vorjahresquartal hatte dieser Wert noch bei 72,2 Mio. Euro gelegen.

Auch im Geschäftsfeld Wohnen wurde im 1. Quartal 2022 ein erfreuliches Neugeschäftsvolumen erzielt. Allein in der Baufinanzierung betrug der Zuwachs des Neugeschäfts 13,3% auf 1,9 Mrd. Euro (Vorjahresquartal: 1,67 Mrd. Euro).

Das Neugeschäft nach Brutto-Bausparsumme legte um 17% auf 3,48 Mrd. Euro zu – ein Wachstum deutlich über Marktniveau. Auch die Immobilienaktivitäten der Wüstenrot Haus- und Städtebau und Wüstenrot Immobilien entwickelten sich anhaltend positiv.

Konzern hält an Prognosen fest

Die W&W-Gruppe rechnet für das laufende Jahr mit steigenden Marktunsicherheiten durch das fragile gesamtwirtschaftliche und politische Umfeld. Trotzdem geht das Unternehmen aufgrund der guten operativen Geschäftsentwicklung für das Gesamtjahr 2022 unverändert von einem Überschuss in Höhe von rund 250 Mio. Euro aus.

Vorausgesetzt wird dabei, dass es zu keinen zusätzlichen Kapitalmarktverwerfungen, konjunkturellen Einbrüchen und unvorhergesehenen großen Schadensereignissen kommt. Die W&W-Aktie ist mit einem für 2022 erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 7 recht günstig zu haben. Allerdings sollten Sie keinesfalls nur auf ein günstiges KGV achten.