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Baubranche blickt optimistisch nach vorn

Baubranche blickt optimistisch nach vorn
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Inhaltsverzeichnis

Mit 143,5 Mrd. € hat die deutsche Bauwirtschaft im vergangenen Jahr 0,5% mehr umgesetzt als 2020.

Auch für das laufende Jahr ist die Branche optimistisch gestimmt und rechnet angesichts der guten Auftragslage mit einem Umsatzanstieg auf 151 Mrd. €. Wachstumstreiber Nummer 1 dürfte der Wohnungsbau werden. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie rechnet mit einem Umsatzwachstum von 7% auf 59,3 Mrd. €. Um das Ziel zu erreichen, müssen zum einen die personellen Kapazitäten erweitert und zum anderen neue Konzepte und Methoden wie das serielle und modulare Bauen umgesetzt werden.

Zudem muss ein neues Förderprogramm verabschiedet werden, das klimafreundliches Bauen belohnt. Denn der plötzliche Förderstopp Ende Januar aus finanziellen Gründen ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Bundesregierung ihr Jahresziel von 400.000 neuen Wohnungen erneut verfehlen wird.

Der Wirtschaftsbau wird angesichts des boomenden Online-Handels weiterhin von der hohen Nachfrage nach Lagerhallen profitieren. Aber auch die Investitionen der Bundesregierung in die Bundesbahn sollten den Wirtschaftsbau beflügeln. Die Branche rechnet mit einem Umsatzwachstum von 6% auf 53,3 Mrd. €. Aber auch die Preise für alle Bauvorhaben werden weiter steigen. Nach einem Anstieg um 6% im vergangenen Jahr rechnet die Bauwirtschaft im laufenden Jahr mit einer Verteuerung um 4% (Stand Anfang Februar 2022).

Auch welt- und europaweit stehen die Zeichen auf Wachstum. Denn die in vielen Ländern verabschiedeten Investitions- und Konjunkturprogramme setzen verstärkt Impulse, um die Nachfrage nach Bauleistungen anzukurbeln. Auf EU-Ebene unterstützen beispielsweise die Recovery and Resilience Facility sowie der European Green Deal den Ausbau der Infrastruktur und den Wandel zur Klimaneutralität.

Auswirkungen des Ukraine-Konflikts

Hinter dem erwarteten Branchenwachstum und der prognostizierten Verteuerung steht allerdings ein Fragezeichen. Denn die Auswirkungen des von Russland geführten Krieges gegen die Ukraine werden auch die Baustellen in Deutschland treffen. Es ist mit erheblichen Preissteigerungen bei Baumaterialien und mit Lieferproblemen zu rechnen. Zudem sehen sich die Bauunternehmen, wie andere Teile der deutschen Wirtschaft, mit deutlich steigenden Energie- und Treibstoffpreisen, vor allem bei Dieselkraftstoffen, konfrontiert.

Die Materialpreise steigen täglich, teilweise im Stundentakt, so der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Allerdings sind die Preissteigerungen bisher noch kein Anzeichen von Materialknappheit, sondern eher von Angst vor drohenden Lieferausfällen. Inwieweit und vor allem wann es zu angebotsseitigen Materialengpässen kommen wird, lässt sich aktuell noch nicht beurteilen. Die Gefahr, dass es dazu kommt, ist aber nicht auszuschließen.

Fazit

Noch sieht es so aus, als würden von mir beobachteten Unternehmen nur geringfügig vom Ukraine-Konflikt getroffen. Forbo erwirtschaftet zusammen 3% des Umsatzes in Russland und der Ukraine, bei Geberit sind es 2% und bei Holcim, Wienerberger und Strabag jeweils 1% und weniger. Für die übrigen Unternehmen liegen noch keine Daten vor. Meine Favoriten bleiben Forbo, Holcim, Wienerberger, Geberit sowie Sto und HELMA.

Dennoch stehen unsere Umsatz- und Ergebnisschätzungen sowie Kursbandbreiten unter dem Vorbehalt, dass es aufgrund des Ukraine-Konflikts nicht zu einer noch größeren kriegerischen Eskalation kommt.