DB Schenker mit Offerte für Logistikspezialist USA Truck

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Die Bahn-Logistiktochter DB Schenker hat in den USA zugeschlagen und einen massiven Kurssprung der USA Truck-Aktie ausgelöst. Mit einer satten Prämie sorgte der Logistik-Riese dafür, dass die USA Truck-Aktie um 112% in die Höhe schoss. Der Schlusskurs von 31 Dollar lag am Freitag nur noch minimal unter dem Angebotsniveau. Mit der Übernahme soll die Position in Nordamerika ausgebaut und die Platz als einer der weltweit führenden Logistikkonzerne zementiert werden.

DB Schenker bietet Aufschlag von 118%

DB Schenker bietet 31,72 Dollar je USA Truck-Aktie. Das entspricht einem hohen Aufschlag von 118% auf den Schlusskurs vor der Übernahme. Bezogen auf den Unternehmenswert legt die Bahn-Tochter 435 Millionen Dollar inklusive Verbindlichkeiten auf den Tisch. Mit dem Abschluss der Transaktion ist nach Angaben der beiden Unternehmen bis Ende 2022 zu rechnen.

Geschäft in Nordamerika im Fokus

Mit der Übernahme von USA Truck will DB Schenker die Marktposition in Nordamerika ausbauen. Zudem will man damit das weltweite Logistik-Netzwerk stärken. Die Entscheidung für den Deal ist Teil einer Portfoliooptimierung bei Schenker, die den Konzern auf das Kerngeschäft fokussieren soll.

In diesem Zusammenhang hatte sich das Unternehmen zuletzt von Randaktivitäten wie der Handelsgruppe MTS Group getrennt und das Geschäft mit Komplettladungen mit der Offenbacher Spedition Transa an die Schwester DB Cargo weitergereicht. Mit diesen Verkaufserlösen könne der Konzern laut Beobachtern den Zukauf von USA Truck fast komplett finanzieren.

Geschäft in Nordamerika im Fokus

Das 1983 gegründete Unternehmen USA Truck hat den Angaben zufolge rund 2100 Mitarbeiter und eine Flotte von rund 1900 LKW. Damit stärkt DB Schenker seine Position im Landverkehr in den USA. USA Truck arbeitet in den USA mit 36.000 aktiven Vertragstransporteuren zusammen und bietet Logistikdienstleistungen an.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete USA Truck einen Umsatz von 710 Millionen Dollar. Das lag 28% über dem Vorjahresniveau. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 24,8 Millionen Dollar nach 4,7 Millionen Dollar in 2020 übrig.

Zum Jahresstart hielt die hohe Wachstumsdynamik an: Der Umsatz kletterte um 26,8% auf 201,1 Millionen Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich sogar um 260% auf 13,1 Millionen Euro.

Größte Übernahme seit Jahren

Auch wenn Schenker (Umsatz 2021: 23 Mrd. Euro; Bereinigtes Vorsteuerergebnis: 1,2 Mrd. Euro) deutlich größer ist, die Übernahme ist eine der größten des Konzerns der vergangenen Jahre. Heute ist der Schenker in Nord-, Mittel- und Südamerika mit mehr als 10 000 Beschäftigten an 123 Standorten aktiv. Jetzt kommen noch einmal 2 000 Beschäftigte von USA Truck hinzu. Weltweit beschäftigt Schenker mehr als 76 000 Mitarbeiter an 1 850 Standorten.

Marktkonsolidierung dürfte sich weiter fortsetzen

Die Übernahme von USA Truck dürfte nicht der letzte Deal gewesen sein. Auch die Aktivitäten in Südamerika sollen laut Aussagen der Konzernführung ausgebaut werden. Davon abgesehen steht auch DB Schenker seit längerem zur Disposition, auch wenn die Bahn selbst keine konkreten Verkaufsabsichten bestätigt. Laut Analysten könnte ein möglicher Verkauf bis zu 20 Milliarden Euro in die Kassen spülen.