Haben Sie Ihren Stromzähler schon abgelesen?

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Die EEG-Umlage fällt seit diesem Monat weg und dadurch wird Strom günstiger. Da werden direkt Erinnerungen an den Tankrabatt wach. Beim Strom klappt das dagegen wohl wirklich. Warum Sie jetzt Ihrem Stromlieferanten Ihren aktuellen Zählerstand mitteilen sollten? Damit auch alles richtig berechnet werden – ohne der Umlage. Sonst kann der nämlich Ihren Verbrauch schätzen und das ist eventuell nicht zu Ihren Gunsten.

Tropfen auf dem heißen Stein?

Irgendwie schon ein bisschen. Die Energiepreise sind in den letzten Monaten deutlich angezogen. Im Juli im Schnitt sogar um 26 Prozent!

Was kostet Strom an der Börse? Wenn wir uns die Leipziger Strombörse EEX anschauen, gab es dort im Juni eine Megawattstunde für 168 Euro zu kaufen. Ein Jahr zuvor lag der Preis dafür bei 72 Euro. Wir haben also einen Anstieg von über 130 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Was ist eigentlich diese EEG-Umlage?

Da ging es um Ökostrom. Das ausgeschrieben lautende Erneuerbare-Energien-Gesetz war verabschiedet worden, damit mehr Anlagen gebaut werden können, die Ökostrom liefern. Egal ob Wasserkraft, Windenergie, Biomasse oder natürlich Solarenergie – alles zählt dazu.

Dass jetzt diese Umlage wegfällt, schont den Geldbeutel der Verbraucher offenbar um insgesamt 6,6 Milliarden Euro. Zuletzt wurde die EEG mit 3,72 Cent pro Kilowattstunde berechnet. Seit diesem Monat steht sie auf null.

Hochrechnungen der Bundesregierung zufolge soll eine vierköpfige Familie damit etwa 300 Euro pro Jahr sparen können. Sensationell! Davon kann zum Ausgleich schon der explodierte Gaspreis für zwei Wochen bezahlt werden…

Warum jetzt den Zählerstand ablesen?

Seit 1. Juli werden diese 3,72 Cent pro Kilowattstunde nicht mehr berechnet. Grundsätzlich erfassen die Stromversorger aber nur einmal im Jahr den Zählerstand bei Ihnen. Wenn Sie also eine genaue Abrechnung haben möchten, sollten Sie Ihrem Versorger Ihren Stand mitteilen. Denn sonst wird Ihr Verbrauch einfach auf die einzelnen Monate umgerechnet und geschätzt.

Noch ein Blick auf die Börse

Die Inflation in den USA ist im Juni auf 9,1 Prozent gestiegen – im Vergleich zum Vormonat. Also offiziell. Ohne Nahrungsmittelpreise oder Energiekosten im verhältnismäßigen Anteil. Sonst wären wir wohl eher jenseits der 20 Prozent.

Witzigerweise reichen diese schöngerechneten 9,1 Prozent, um den höchsten Anstieg seit über 40 Jahren zu erreichen. Im Februar 1982 hatten die USA einen Anstieg des Consumer Price Index CPI um 9,2 Prozent.

Wie Sie sehen, die Notenbanken haben alles im Griff. Kein Grund zur Sorge. Das überhitzte mit Schulden getriebene Wirtschaftssystem funktioniert weiterhin einwandfrei. Die Explosion der Preise für Konsumenten und die crashenden Aktienkurse sind bestimmt nur eine Modeerscheinung. Dass der Euro im freien Fall ist, sollte Ihnen auch keine Sorgen machen. Ist schließlich gut für unsere Exporte.

Ich frag mich nur, wie lange wir uns auf unseren Exporten ausruhen können, wenn die gesamte Weltwirtschaft zurückfährt, Firmen Mitarbeiter entlassen, oder die Produktion zurückschrauben, um Energiekosten zu senken. Momentan ist das Happy End in weite Ferne gerückt!