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Hella mit guten Quartalszahlen – Lieferengpässe belasten

Inhaltsverzeichnis

Dass Lieferengpässe bei elektronischen Bauteilen der Automobilindustrie zunehmende Probleme bereiten, ist täglich in der Presse zu lesen. Betroffen hiervon sind auch die Automobilzulieferer, wie die im westfälischen Lippstadt ansässige Hella GmbH & Co. KGaA.

So konnte der mittelständische Automobilzulieferer zwar für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2021/2022 (vom 1. Juni bis 31. August 2021) ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnen, musste aber die Prognosen für das Geschäftsjahr 2021/22 deutlich eindampfen. Grund: Der deutliche Produktionsrückgang in der Autoindustrie.

Hella im Kurzporträt

Bevor wir näher auf die jüngsten Zahlen und die neue Prognose für das laufende Geschäftsjahr blicken, zunächst ein paar Worte zum Unternehmen: Der Lippstädter Automobilzulieferer wurde bereits 1899 als Lampen- und Hupenbauer für Kutschen gegründet. 1923 übernahm die Fabrikantenfamilie Hueck die Aktienmehrheit der Hella.

Heute produziert Hella Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik für die Automobilindustrie sowie Autowerkstätten (sog. Aftermarket). Darüber hinaus entwickelt, fertigt und vertreibt Hella im Segment Special Applications Licht- und Elektronikprodukte für Spezialfahrzeuge. Das Familienunternehmen ist an mehr als 125 Standorten in rund 35 Ländern aktiv.

Mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatz von 6,5 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2020/2021 sowie über 36.000 Mitarbeitern zählt Hella zu den weltweit führenden Automobilzulieferern.

Deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung

Die am gestrigen Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen von Hella können sich durchaus sehen lassen: So stieg der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz um 9,5% auf 1,5 Mrd. Euro. Der Vergleichswert des Vorjahres hatte bei 1,3 Mrd. Euro gelegen.

Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) hat sich auf 91 Mio. Euro erhöht (Vorjahr: 56 Mio. Euro). Die bereinigte operative Gewinnmarge (bereinigte EBIT-Marge) lag bei 6,2% (Vorjahr: 4,2%). Im Vorjahr hatten Aufwendungen für das Programm zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu einem negativen Ergebnis geführt.

Hella-Chef Rolf Breidenbach bewertet die Geschäftsentwicklung wie folgt: „Angesichts der aktuellen Marktbedingungen war der Start ins neue Geschäftsjahr wie erwartet sehr herausfordernd. Dennoch haben wir uns erneut besser entwickelt als der Markt.“

Prognosen für das Geschäftsjahr 2021/2022 gesenkt

Aufgrund der sich weiter verschärfenden Bauteilkrise und der damit verbundenen sinkender Nachfrage aus der Automobilindustrie hat die Hella-Geschäftsführung ihre Prognosen für das laufende Geschäftsjahr deutlich zurückgenommen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 (1. Juni 2021 bis 31. Mai 2022) geht der Automobilzulieferer nunmehr von einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatz in der Bandbreite zwischen 6,0 bis 6,5 Mrd. Euro aus. Zuvor hatten die Lippstädter noch mit einem Umsatz zwischen 6,6 bis 6,9 Mrd. Euro kalkuliert.

Auch die prognostizierte bereinigte EBIT-Marge liegt nur noch in einem Korridor von 5 bis 7%. Zuvor war das Unternehmen noch von einer bereinigten EBIT-Marge in Höhe von etwa 8% ausgegangen.

Die aktuellen Lieferprobleme bei elektronischen Bauteilen und die damit verbundene Kürzung der Prognosen sprechen aktuell nicht für ein Investment in die Hella-Aktie. Hinzu kommt noch, dass es ein Übernahmeangebot durch den französischen Mitbewerber Faurecia gibt, welches bereits im Kurs der Hella-Aktie eingepreist ist.

Kurzum: Die aktuell recht hohe Volatilität bei deutschen Nebenwerten bringt meiner Meinung nach andernorts größere Chancen mit sich. Meine aktuellen Nebenwerte-Favoriten finden Sie in meinem Börsendienst „Mittelstands-Depot“.