MBB-Tochter Vorwerk sichert sich LNG-Aufträge

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Über die mittelständische Beteiligungsgesellschaft MBB habe ich an dieser Stelle in den vergangenen Jahren bereits mehrfach berichtet. Heute widmen wir uns einem Tochterunternehmen von MBB, das erst im vergangenen Jahr an die Börse gebracht wurde.

Die Rede ist von der Friedrich Vorwerk SE, die übrigens nichts mit dem Unternehmen Vorwerk zu tun hat, das Staubsauger und Thermomixer vertreibt. Die MBB-Tochter Vorwerk mit Standorten in Tostedt, Wiesmoor, Halle (Saale), Herne, Lüchow und Ketzin ist ein führender Anbieter im Bereich des Pipeline- und Anlagenbaus für Gas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen.

Friedrich Vorwerk profitiert im Zuge der Energiewende vom steigenden Investitionsbedarf in die deutsche Energieinfrastruktur. Zuletzt konnte das Unternehmen zwei lukrative Aufträge im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Infrastruktur für Flüssiggas (LNG) gewinnen.

Details zu den LNG-Aufträgen

Zunächst konnte das Unternehmen einen Auftrag für die Realisierung eines Teils der Anschlussleitung für das LNG-Terminal in Wilhelmshaven mit einem Volumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich gewinnen.

Die Beauftragung umfasst den Bauabschnitt von Sillenstede bei Schortens bis zur Fernleitung NETRA in der Nähe des Gasspeichers in Etzel. Mit dem Auftragsgewinn stellt Vorwerk erneut seine marktführende Position im Bereich der erdgebundenen Netzinfrastruktur unter Beweis und leistet überdies einen zentralen Beitrag zu einer sicheren und zuverlässigen Energieversorgung in Deutschland.

Die Arbeiten für die Errichtung eines Anlegers für schwimmende LNG-Terminals in Wilhelmshaven wurden bereits im Mai dieses Jahres aufgenommen. Bis Jahresende sollen dort zwei schwimmende LNG-Terminals angeschlossen werden, zwei weitere sollen Mitte 2023 folgen. Dadurch soll die Abhängigkeit von russischen Gasimporten perspektivisch deutlich gesenkt werden.

Neben dem LNG-Terminal Wilhelmshaven sind auch weitere stationäre LNG-Terminals in Brunsbüttel und in Stade geplant. Vor diesem Hintergrund rechnet die MBB-Tochter weiterhin mit einer steigenden Nachfrage in diesem Bereich.

In einem zweiten Schritt konnte Friedrich Vorwerk als Teil einer Arbeitsgemeinschaft einen Großauftrag für die Realisierung der Anschlussleitungen für das LNG-Terminal Brunsbüttel mit einem Volumen von über 120 Mio. Euro gewinnen. Bereits bis zum Jahresende soll am Standort Brunsbüttel das erste schwimmende LNG-Terminal in Betrieb genommen werden.

MBB-Aktie bleibt aussichtsreich

Damit bleibt auch die Vorwerk-Mutter MBB aussichtsreich – auch wenn die jüngste Kursentwicklung das zunächst nicht zum Ausdruck bringt. Steigende Umsätze und Gewinne der Tochter-Unternehmen dürften am Ende auch den Aktienkurs der Muttergesellschaft deutlich nach oben treiben.

Davon ist augenscheinlich auch MBB-Chef Constantin Mang überzeugt, der im Juni für rund 130.000 Euro MBB-Aktien gekauft hat. Das ist ein starkes Zeichen! Denn ein Unternehmens-Insider (das sind beispielsweise Vorstände und Aufsichtsräte) wie Herr Mang würde nicht eine vergleichsweise hohe Summe in Aktien des von ihm geführten Unternehmen investieren, wenn er nicht von den guten Perspektiven überzeugt wäre.