Wandelanleihen – Definition & Besonderheiten

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Die Wandelschuldverschreibung kombiniert Anleihe- und Aktiengeschäft. Doch wie funktioniert das in der Praxis? Ein Beispiel gibt Aufschluss. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)


Die wichtigsten Fakten zur Wandelanleihe

Wortherkunft: Aus dem Englischen „convertible bond”

Grundform: Aktienanleihe

Bezeichnung: Wandelanleihe, Wandelobligation, Wandelschuldverschreibung

Akteure: Emittent (Anteilsgesellschaft bzw. Aktiengesellschaft), Investor (Geldgeber)

Besonderheit: Innerhalb der Wandlungsfrist kann die Anleihe in Aktien getauscht werden, Rückzahlung bei Fälligkeit entfällt in diesem Fall


Unternehmen benötigen immer wieder einmal frische Finanzmittel, beispielsweise für Investitionen in neue Technologien, um zu expandieren oder Verbindlichkeiten zu tilgen. Eine Möglichkeit für Anleger, an Geld zu kommen, stellen die sogenannten Wandelanleihen dar. Was ist eine Wandelanleihe, wer sind die Akteure, wie funktionieren diese Anleihen und wo liegen ihre Stärken und Schwächen?

Definition – was ist eine Wandelanleihe?

Wer sich ein wenig mit den Finanzmärkten befasst, der kennt sicher den Begriff der Anleihe. Darunter verstehen Experten zunächst einmal ganz allgemein die Möglichkeit für den Emittenten, die eigene Liquidität zu verbessern. Die Anleihe ist ein Wertpapier mit variablen oder festen Zinsen. Wird sie von einer Aktiengesellschaft herausgegeben, handelt es sich um eine Aktienanleihe.

Beide, Anleihe und Wandelanleihe, sind eigentlich nichts anderes als Kredite, bei denen es einen Kreditgeber sowie einen Kreditnehmer gibt. Bei der Wandelanleihe ist der Investor der Geber und die herausgebende Aktiengesellschaft der Emittent und damit Kreditnehmer.

Alle Anleihen beinhalten das Recht des Investors bzw Anlegers, das von ihm investierte Geld zurückerstattet zu bekommen. Zusätzlich erhält er über die Laufzeit hinweg regelmäßig (viertel-, halb- oder ganzjährlich) eine Zinszahlung vom Kreditnehmer. Die Höhe dieser Zinszahlung wird im Zinskupon festgehalten.

Bei einer Wandelanleihe gibt es die Besonderheit des Wandlungsrechts, bei dem der Investor und Inhaber der Anleihe das Recht erhält, auf die Rückzahlung zu verzichten und stattdessen Aktien zu erhalten. Das Verhältnis, in dem die Umwandlung geschieht, wird vorher festgelegt. Der Inhaber der Wandelanleihe muss dieses recht zudem innerhalb der sogenannten Wandlungsfrist in Anspruch nehmen.

Ein Sonderfall tritt ein, wenn das Wandlungsrecht bei der Aktiengesellschaft liegt und nicht beim Inhaber der Wandelanleihe. In diesem Fall bezeichnet man die Anleihe als umgekehrte Wandelanleihe.

Hätten Sie es gewusst?

Der Emittent einer Wandelanleihe kann den von ihm genutzten Kredit in Eigenkapital umwandeln, wenn der Inhaber eine „Rückzahlung” in Form von Aktien wählt. Das ist möglich, weil er zwar Finanzmittel von Inhaber der Wandelanleihe erhalten hat, diese aber nicht in Geldform zurückerstatten muss. Dass ab dem Zeitpunkt der Umwandlung die Zinszahlungen entfallen, ist ein weiterer Effekt, von dem der Emittent profitiert. Dem Wandelanleihen-Inhaber kommt eine neue Rolle zu, weil er vom Kreditgeber zum Miteigentümer des Unternehmens wird.

Unterscheid zwischen Wandelanleihe und Anleihe

Obwohl es sich bei beiden Anlageformen um die Gewährung eines Kredits handelt, besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen der klassischen Anleihe und der Wandelanleihe. Der entscheidende Begriff ist das Teilwort „Wandel”.

Der Inhaber (oder auch der Emittent) einer Wandelanleihe hat das Recht, sich den Nennbetrag in Aktien zurückerstatten zu lassen. Dies ist bei einer normalen Anleihe nicht möglich.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass eine Anleihe von Unternehmen mit unterschiedlichen Rechtsformen ausgegeben werden kann, die Wandelanleihe hingegen ist, aufgrund des ihr innewohnenden Wandelrechts, ausschließlich Aktiengesellschaften vorbehalten.

Wandelanleihen für Privatinvestoren

Ausgegeben werden dürfen Wandelanleihen nur von Aktiengesellschaften, erwerben können sie aber sowohl institutionelle Investoren als auch Privatanleger. Als solcher kann man auf verschiedenen Wegen mit Wandelanleihen handeln. Es besteht die Möglichkeit, diese Schuldverschreibungen direkt zu kaufen oder sie indirekt über Fonds zu erwerben.

Wer in Fonds investiert, der erreicht eine wesentlich bessere Risikostreuung. Der Vorteil besteht hier vor allem darin, dass die Investition nicht ausschließlich von der Entwicklung einer einzigen Wandelanleihe abhängig ist, sondern auf verschiedenen Standbeinen ruht. Bei einem Fonds fallen allerdings Verwaltungsgebühren an, die die Rendite schmälern.

Um einzelne Wandelanleihen oder auch Anteile an entsprechenden Fonds zu verwalten, kann man ein spezielles Depot bei seiner Bank nutzen. Möglich ist aber auch die Beauftragung eines Online-Brokers, der dann die Fondsanteile oder Wandelanleihen für seinen Auftraggeber kauft. Online-Broker arbeiten in vielen Fällen zu günstigen Konditionen.

Fakten zum Online-Broker

Der Online-Broker (auch Börsenmakler) ist im Rahmen des Online-Brokerage tätig, er ist also Makler für Wertpapiere. Zu unterscheiden ist er vom Trader, der auf eigene Rechnung handelt, der Broker arbeitet im Auftrag von Kunden. Es gibt eine große Zahl von Brokern, die transparent, günstig und schnell arbeiten, von denen allerdings fast nie Beratungen angeboten werden.

Rechtsgrundlage für die Wandelanleihe

Der Gesetzgeber hat klare Richtlinien für den Bereich der Finanz- und Kreditgeschäfte in Deutschland erlassen. Die eigentliche Rechtsgrundlage für die Wandelanleihe ist § 793 Abs.1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), in welchem das Leistungsversprechen geregelt ist.

Bezüglich der Wandelanleihen bzw. Schuldverschreibungen sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen in § 221 Aktiengesetz (AktG) geregelt. Die sogenannte Begebung (Herausgabe) einer Wandelanleihe kann gemäß diesem Gesetz nur von einer Aktiengesellschaft vorgenommen werden.

Es dürfen zudem ausschließlich Aktien der herausgebenden Aktiengesellschaft umgewandelt werden, nicht aber Aktien fremder Unternehmen, die die AG eventuell in ihrem Besitz hat. Bei dieser Auslegung ist eine Wandelanleihe nicht unbedingt dasselbe, wie eine Wandelschuldverschreibung, weil die Anleihe grundsätzlich die Wandlung jeder Aktie erlaubt.

Das bedingte Kapital für Wandelanleihen

Möchte eine Aktiengesellschaft Wandelanleihen herausgeben, müssen zunächst die zur Deckung notwendigen Finanzmittel bereitgestellt werden. Dies liegt in der Verantwortung der Hauptversammlung (Aktionärsversammlung).

Mögliche Inhalte:

  • Nennung des Wertes für eine geplante Wandelanleihe-Emission
  • Festlegung der Aktienanzahl, die für Wandelanleihen zur Verfügung steht

Zu beachten ist hier, dass die Hauptversammlung die entsprechenden Entscheidungen mit einer Drei-Viertel-Mehrheit beschließen muss. Nur dann darf das Unternehmen Wandelanleihen ausgeben. Zudem ist es notwendig, dass ein entsprechender Beschluss des Vorstandes zur Verwendung des Kapitals erst umsetzbar ist, wenn der Aufsichtsrat zugestimmt hat.

Wie eine Wandelanleihe funktioniert

So funktioniert eine Wandelanleihe

Um die konkrete Funktionsweise einer Wandelanleihe zu verstehen, ist es notwendig, einige Grundbegriffe zu kennen, die für die Abwicklung eines solchen Anleihegeschäfts wichtig sind.

Folgende Begriffe spielen eine Rolle:

  • Zinskupon: Bestandteil der Anleihe-Urkunde, enthält den Zinssatz für die Zinszahlungen
  • Nennwert: beschreibt die gesamthöhe der ausgegebenen Wandelanleihen
  • Wandlungsbedingungen: auch Konversionsbedingungen, legen die Zahl der Aktien fest
  • Emissionsprospekt: enthält die Wandlungsbedingungen in schriftlicher Form
  • Wandlungsverhältnis: „Conversions ratio”, Zahl der Aktien, in die ein Anleihe verwandelt wird
  • Umtauschfrist: „Conversions period”, Zeitspanne zur Wahrnehmung des Wandlungsrechts

Eine Wandelanleihe definiert sich, wie jede klassische Anleihe, durch den Herausgeber (Emittent), den Zinskupon, die begrenzte Laufzeit sowie den Nennwert. Außerdem beinhalten Wandelanleihen einen Wandlungsrecht für den Inhaber (oder die Aktiengesellschaft).

Nach dem Erwerb einer Wandelanleihe kann der Investor entscheiden, ob er die Wandelanleihe während der Laufzeit in eine vorher festgelegte Menge an Aktien der herausgebenden Aktiengesellschaft umtauscht oder lieber die Rückzahlung der investierten Summe abwartet und von den Zinsen profitiert.

Die Wandlungs- bzw. Konversionsbedingungen müssen im Emissionsprospekt detailliert aufgelistet sein. Der Inhaber darf sein Recht allerdings nur zeitlich begrenzt nutzen und die Wandelanleihe kann von ihm nur innerhalb einer bestimmten Frist in Aktien gewandelt werden.

Diese Umtauschfrist startet in der Regel einige Wochen nach der Emission der Anleihe und gilt dann meist bis wenige Tage, bevor die Wandelanleihe zur Rückzahlung fällig wird. Manchmal fällt ihr Ende auch genau auf das Datum des Laufzeitendes. Nimmt der Investor diese Option nicht in Anspruch, erhält er nach Laufzeitende den Nennwert der Anleihe.

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Welche Formen der Wandelanleihe es gibt

Die Grundstruktur einer Wandelanleihe bzw. eines Schuldverschreibens ist zwar festgelegt, aber es gibt dennoch verschiedene Sonderformen mit speziellen Eigenschaften, vor allem bezüglich der Herkunft der zu wandelnden Aktien, dem Charakter der Wandlung (Pflicht, bedingte Pflicht, Zwang) und auch dem Inhaber des Wandelrechts.

Wandelanleihe Arten

Bei der Umtauschanleihe liegt der Fokus auf den umzutauschenden Aktien. Dürfen im Rahmen der Wandelanleihe nur Aktien des ausgebenden Unternehmens gewandelt werden, so kann der Nennwert bei einer Umtauschanleihe auch in Aktien von dritten Unternehmen an den Investor zurückerstattet werden.

Die Pflichtwandelanleihe bzw. Zwangswandelanleihe ist insofern eine besondere Variante, weil sie dem Investor keine Wahl lässt, er muss die Wandlung in Aktien bis zum Ende der Anleihelaufzeit verpflichtend in Anspruch nehmen. Die Folge ist ein größeres Risiko für den Investor, aufgrund fallender Kurse Verluste bei der Rendite zu erleiden.

Eine sogenannte Coco-Anleihe (auch bedingte Pflichtwandelanleihe) sieht vor, dass es zu einer automatischen Wandlung in Aktien des ausgebenden Unternehmens kommt, wenn bestimmte Ereignisse eintreten. Ein solches Ereignis kann z. B. die Unterschreitung eines vorher festgelegten Wertes bei der Eigenkapitalquote sein.

Fiktives Beispiel für eine Wandelanleihe

Ein praktisches, nicht reales Beispiel erklärt die Funktionsweise der Wandelanleihe am anschaulichsten. Eine Aktiengesellschaft hat zum 1. Januar 2013 Wandelanleihen mit einer Gesamthöhe von 10 Millionen Euro Nennwert ausgegeben.

Für die Ausgabe am Beginn der Laufzeit und für die Auszahlung am Ende ist vereinbart, dass sie zum Nennwert erfolgen. Der vereinbarte feste Zinssatz ist auf 2 Prozent festgelegt worden. Als Datum der ersten Zinszahlung ist der 31. Dezember festgelegt. Die Höhe der Ausschüttung beläuft sich auf 200.000 Euro (10.000.000 Euro x 0,02 Prozent).

Als Laufzeit wurden 5 Jahre festgelegt, ab dem zweiten Jahr der Laufzeit bis zu ihrem Ende kann der Investor entscheiden, ob er sein Wandlungsrecht nutzt. Entscheidet er sich gegen diese Option, bekommt er am 31. Dezember 2017 den Nennwert zurück.

Als Umtausch- bzw. Wandlungsverhältnis für die Wandelanleihe beträgt 1:50. Das bedeutet, dass der Investor für eine Anleihe im Wert von 1.000 Euro bei einem Umtausch 20 Aktien der herausgebenden Aktiengesellschaft erhält.

Kauf von einzelnen Wandelanleihen – darauf ist zu achten

Wenn einzelne Wandelanleihen erworben bzw. verkauft werden sollen, ist es immer sinnvoll, wenn der Investor verschiedene Kennzahlen der Anleihen miteinander vergleicht.

Zu achten ist vor allem auf:

  • Qualität der Bonität des Emittenten
  • Freiwilligkeit der Wandlung oder Verpflichtung
  • Tauschkurs, zu dem die Anleihe in Aktien getauscht wird
  • Höhe der Rendite bis zur Wandlung
  • Höhe der Rendite bis zum Ende der Laufzeit, wenn die Wandlung nicht erfolgt

Wer in Fonds investiert, die mit Anleihen bzw. Wandelanleihen handeln, der muss diese Kennzahlen zwar ebenfalls im Blick behalten, hat aber durch das größere Portfolio des Fonds ein niedrigeres Risiko, höhere finanzielle Verluste zu erleiden.

Grund ist die breite Streuung durch die Vielzahl der im Fonds vertretenen Unternehmen, von denen der Fonds jeweils Wandelanleihen hält. Diese sind meistens in unterschiedlichen Branchen beheimatet (z. B. Automobilindustrie, Telekommunikation, Produktion, Rohstoffindustrie, Tech- und Internetunternehmen).

Diese sehr breite Verteilung innerhalb der Fonds sorgt für die bestmögliche Kompensation von eventuellen Marktschwankungen in den einzelnen Branchen bzw. bei den einzelnen Unternehmenskursen.

Kauf von Wandelanleihen

 

Wandelanleihe – hybride Anlageform

Die Wandelanleihe zählt zu den Hybrid-Produkten am Anlagemarkt. Das bedeutet, dass man auf zwei verschiedene Kurse achten sollte, falls man mit Wandelanleihen handeln möchte.

Diese beiden Kurse sollten im Blick sein:

  • Aktienkurs (Wandelkurs): Er bestimmt in der Regel den Zeitpunkt der Umwandlung der Anleihe in Aktien. Sobald der Aktienkurs in die Nähe eines Wertes steigt, der die Wandlung sinnvoll erscheinen lässt, wird sich auch der Kurswert der Wandelanleihe erhöhen. Wird der Wandelkurs vom Aktienkurs überholt, unterliegt normalerweise auch der Anleihekurs im selben Maße den gleichen Bewegungen nach oben oder unten.
  • Anleihekurs: Er wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, nämlich von den Marktzinsen, der Laufzeit der Wandelanleihe sowie der Bonität des Emittenten. Zudem bestimmt auch der Nominalzins, der auch als Zinskupon bezeichnet wird, den Kurs einer Anleihe. Gibt es eine erhöhte Nachfrage nach Wandelanleihen, so erhöht sich normalerweise auch ihr Kurs an der Börse.
Fakten zu Aktienkursen

Die Kurse von Aktien sind keine statischen Werte, sondern können steigen oder fallen. Einflussfaktoren sind etwa die wirtschaftlichen Gegebenheiten (in einzelnen Ländern bzw. global), weltpolitische Ereignisse (z. B. Handelsstreitereien, kriegerische Auseinandersetzungen) und vor allem das Konsumverhalten der Bevölkerung (Angebot und Nachfrage). Politische oder wirtschaftliche Unsicherheiten führen zu sinkenden Kursen, Erfolgsmeldungen sowie gute Quartals- oder Jahreszahlen sorgen für steigende Kurse.

Vor- und Nachteile der Wandelanleihe für Investoren

Jede Geldanlage bietet Vorteile und ermöglicht Gewinne. Ebenso besteht aber die Gefahr, finanzielle Verluste zu erleiden, im schlimmsten Fall sogar einen Gesamtverlust. Anleihen und damit auch Wandelanleihen gelten unter Experten als relativ sichere Investitionsform, haben aber ebenfalls Vor- und Nachteile.

Diese Vorteile hat die Wandelanleihe:

  • Fester Zinsertrag bis zum Umtausch in Aktien
  • Möglichkeit der Weiterführung nach der Frist (abhängig von den Wandelkonditionen)
  • Renditechancen erhöhen sich bei steigendem Aktienkurs

Als Nachteile werden genannt:

  • Verzinsung ist bei Wandelanleihen geringer als beispielsweise bei Obligationen
  • Möglichkeit der Verwässerung des Kapitals aufgrund der Umwandlung und dadurch bedingte Schmälerung der Rendite
  • Hohes Kursrisiko aufgrund der Abhängigkeit vom Aktienkurs
  • Hohe Komplexität der Anlageform (eventuell nicht für Einsteiger geeignet)

Chancen und Risiken von Wandelanleihen für Emittenten

Nicht nur der Investor sollte immer gut überlegen, ob er sein Geld in Wandelanleihen investiert. Auch für den Emittenten, also die Aktiengesellschaft, birgt die Ausgabe solcher Anleihen sowohl Chancen als auch Risiken.

Davon kann der Emittent profitieren:

  • Das Recht auf Wandlung ist Anreiz für potenzielle Investoren.
  • Das Unternehmen erhält frisches Kapital für eigene Vorhaben.
  • Durch die Umwandlung erhöht sich das Eigenkapital des Unternehmens.
  • Bei Teilumwandlungen werden diese vom Fremd- zum Eigenkapital.
  • Die Zinszahlungen auf Wandelanleihen verringern den Gewinn und führen zu Steuervorteilen.

Hier liegt das Emittenten-Risiko:

  • Abhängigkeit des Tausches vom Kurs lässt keine Planung bezüglich der Eigenkapitalerhöhung zu.
  • Bei negativer Kursentwicklung besteht die Gefahr, dass Aktien unter Wert getauscht werden.

Fazit – Wandelanleihe als Chance für Emittent und Investor

Die Wandelanleihe hat sich als Anlageform an den Finanzmärkten etabliert. Ein Unternehmen benötigt für die Ausgabe solcher Wandelanleihen die Genehmigung der Hauptversammlung. Man kann diese Anleihen direkt bei einer Aktiengesellschaft oder mithilfe eines Brokers erwerben.

Ob man einzelne Wandelanleihen kauft oder sich an entsprechend ausgerichteten Fonds beteiligt, hängt vor allem von der Risikofreude und auch der vorhandenen Investitionssumme ab. Auf Wandelanleihen spezialisierte Fonds bieten den Vorteil einer breiten Risikostreuung und einem damit verbundenen, geringeren Verlustrisiko.

Die Besonderheit, nämlich das Wandlungsrecht in Aktien, bietet dem Anleger die Chance, zum Miteigentümer an einem Unternehmen zu werden. Der Emittent kann auf diese Weise einen Kredit ohne großen Aufwand in Eigenkapital umwandeln. Das Recht zur Wandlung liegt bei diesen Anleihen beim Investor oder auch beim Emittenten.

Wandelanleihen bringen meist niedrigere Renditen als andere Anlageformen. Zudem kann die Abhängigkeit vom Wechselkurs der jeweiligen Aktie zu Verlusten führen. Insgesamt gilt die Wandelanleihe als komplexe Anlageform, die sich eher für Finanzprofis eignet und weniger für Einsteiger.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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