MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Abkehr vom Merkantilismus – Adam Smith und seine Wirtschaftstheorien

Adam Smith war ein 1723 in Schottland geborener Moralphilosoph, der als Begründer der Nationalökonomie gilt. Sein weltweit bekanntes Werk Wohlstand der Nationen hat noch heute eine gewisse Aktualität und wird von Wirtschafts-Studenten verwendet. Außerdem wurde Adam Smith durch die „unsichtbare Hand“ bekannt.

Letztlich wurde erst durch Adam Smith eine eigene Wissenschaft aus der Nationalökonomie. Adam Smith wuchs in einer Zeit auf, in der der Merkantilismus in Europa die am weitesten verbreitete Wirtschaftsform war. Seine Ansätze und Theorien standen jedoch im Widerspruch zu vielen damals geltenden Annahmen und Grundsätzen.

Merkantilismus – Reichtum für die Herrschenden

Der Merkantilismus gilt als typische Wirtschaftsform zu Zeiten des Absolutismus. Vorrangiges Ziel war es, den Reichtum der herrschenden Fürsten zu vergrößern. Von den Geldern sollten die stehenden Heere, aber auch der wachsende Beamtenapparat und nicht zuletzt die Prunkbauten der Herrscher finanziert werden.

Vereinfacht ausgedrückt lautete die Annahme, dass durch eine Steigerung der Produktion der Export von Fertigwaren maximiert werden kann, so dass mehr Geld bzw. Gold ins Land fließt.

Dem Wunsch nach steigendem Export stand das Ziel von möglichst geringem Fertigwaren-Import gegenüber. Vorrangig Rohstoffe sollten zum Zwecke der Produktion noch importiert werden. Realisiert wurde dies vor allem durch hohe Importzölle (nicht für Rohstoffe) und niedrige oder nicht vorhandene Exportzölle. Niedrige Produktionskosten, welche häufig zu Lasten der Arbeiter gingen, waren ebenfalls erwünscht.

Adam Smith und seine Kernthesen

Die Gewinne der einen Nation gehen einher mit Verlusten einer anderen Nation – so lautete ein Grundgedanke des Merkantilismus. Adam Smith setzte genau hier an und vertrat einen komplett anderen Standpunkt.

Demnach könne freier Handel für alle Beteiligten Akteure einen Gewinn bedeuten. So würden die Öffnung der Märkte und die Abkehr vom Merkantilismus laut Adam Smith zu einem sich selbst regulierendem Gleichgewicht führen.

Der Staat solle hierbei nur für die Rahmenbedingungen sorgen, nicht jedoch zu regulierend eingreifen. Das Schaffen einer Wirtschaftsordnung, die Gewährleistung der inneren und äußeren Sicherheit sowie Justiz, Bildung und Verkehr sollten demnach dem Staat obliegen.

Die Wirtschaft an sich brauche den Staat jedoch nicht als Triebfeder. Vielmehr betrachtete Smith den Egoismus des Einzelnen als Motor der Wirtschaft. So handle der Mensch meist eigennützig und arbeite für seinen persönlichen Nutzen und Wohlstand. Und genau dies komme letztlich der gesamten Wirtschaft und damit dem Wohle einer ganzen Nation zugute.

Adam Smith: Die unsichtbare Hand in der Theorie

Zu den bekanntesten Metaphern von Adam Smith gehört die „unsichtbare Hand“.

Im Kern sagt diese Metapher aus, dass in der Regel kein Marktteilnehmer das Ziel verfolge, den Reichtum und Wohlstand einer Nation zu maximieren. Vielmehr sei das persönliche Wohlergehen das Ziel. Dennoch führe die unsichtbare Hand dazu, dass genau dieses individuelle Verhalten in einer weitgehend freien Wirtschaft den Wohlstand der ganzen Nation steigern würde.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Smiths Ausführungen war die Bedeutung der Arbeitsteilung, die er als großen Fortschritt und Wachstumsmotor der Wirtschaft ansah. Wenn jeder Arbeiter nur die Aufgabe ausführt, die er am besten beherrscht, führe dies zu einer Steigerung der Produktivität. Und dies führe demnach wiederum zu wachsendem Wohlstand – sowohl des Einzelnen, als auch der Nation.

Die Idee der weitgehend freien Wirtschaft mit einem Minimum an staatlicher Regulierung steht überwiegend im Widerspruch zum Merkantilismus. Adam Smith und seine unsichtbare Hand gelten nicht ohne Grund als Vorreiter und Urvater der Nationalökonomie.

3. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.